101 Dalmations: On her 38th birthday, on May 3rd in 1934, the English author Dodie Smith (1896-1990) was given a Dalmation puppy which she named Pongo. This would, many years later, inspire a novel and one of Disney's best films

Die englische Autorin Dodie Smith (1896-1990) bekam an ihrem 38. Geburtstag, am 3. Mai 1934, ein Dalmatiner-Welpen geschenkt das sie Pongo nannte. Dies inspirierte Jahre später einen Kinderroman und einen der besten und erfolgreichsten Disney-Filme. Es ist jedenfalls einer unserer Favoriten. Nichts gegen Computeranimation, da gibt es klasse Sachen, aber ein Film wie 101 Dalmatiner (1961) hat einen optischen Charme der keineswegs nur nostalgisch ist. Aber es ist natürlich auch eine starke Story, bei der man sich fragt; Wie kommt jemand auf so ein wundervolles Garn? Aber wie so oft, schreibt das Leben tatsächlich die besten Geschichten. Und Dodie Smith hatte tatsächlich nicht nur diesen einen Dalmatiner sondern viele. Sie liebte die Hunde bis ans Ende ihres langen Lebens. Und ein alter Dalmatiner namens Charley wachte bis zuletzt an ihrem Bett und verjagte jeden der ihr nahe kam. Der arme, treue Kerl biss sogar einen Briefträger, was unseres Wissens sehr ungewöhnlich für Dalmatiner ist. Genau wissen wir es nicht denn wir haben einen anderen Hund. Dodie Smith, die über die Schauspielerei zu einer erfolgreichen Autorin von Theaterstücken geworden war, hatte das Dalmatiner-Welpen als gemeinsames Geschenk  von ihrer besten Freundin Phyllis Morris und ihrem eigenen Verlobten Alec Beesley bekommmen – völlig überraschend, versteckt in einer Hutbox die man auf ihr Bett gestellt hatte. Dodie Smith pflegte, bei Premieren von ihren Theaterstücken ganz in Schwarz und Weiß gekleidet zu sein und hatte einmal aus Spaß gesagt dass ihr jetzt nur noch ein Dalmatiner fehle um ihr Image komplett zu machen. Ihre Freunde namen sie beim Wort. Dodie wusste erst nicht so recht was sie davon halten sollte denn sie hatte ein sehr volles Programm und vielleicht nicht genug Zeit um sich um einen Hund zu kümmern. Aber schon am nächsten Tag knipste ein Journalist ein Foto von ihr mit dem Hund, was sich als gute Publicity erwies. und mit der Zeit mochte sie den Hund mehr und mehr.

Im Jahr 1939 gingen Dodie Smith und Alec nach Amerika, was damit zu tun hatte dass Alec, mittlerweile ihr Ehemann, ein conscientious objector war, also ein Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen. Pongo, ihr Dalmatiner kam mit nach Amerika, starb aber bald darauf mit nur sieben Jahren. Dodie und Alec waren davon sehr betroffen, wollten nicht mehr ohne einen Hund oder am besten mehrere  Hunde leben und kauften sich diesmal zwei kleine Dalmatiner, einen Rüden namens Buzz und eine Hündin namens Folly. Und im Jahr 1943 bekam diese Folly sage und schreibe 15 Welpen. Und so langsam kann man sich auch vorstellen woher die Idee für die Geschichte von den 101 Dalmatinern stammt. Als Dodie und Alec im Jahr 1954 nach England zurückkehrten, bestimmten mittlerweile neue, junge Autoren das Theatergeschäft und Dodie fand kaum noch Arbeit. Als sie für ein Nachbarskind zu Weihnachten ein Buch von Enid Blyton kaufte, kam sie auf die Idee, es selber mal mit Kinderbüchern zu probieren. Ihre Erfahrungen mit den Dalmatinern waren dabei das naheliegendste. Sie erinnerte sich an eine Frau die vor Jahren mal zu ihr gesagt hatte, vielleicht als Scherz, dass man aus dem Dalmatiner Pongo einen guten Fellmantel machen könnte. Dodie drehte den Spieß  um und machte aus dieser Frau die böse Cruella de Vil  Warum nicht gleich Devil? Dodie schrieb das Buch innerhalb einiger Wochen und es fand Anklang beim Heinemann-Verlag, der zwei Illustratoren zu Dodies Haus im ländlichen Essex schickte um ihre Dalmatiner, es warem mittlerweile nur noch drei, vor Ort zu beobachten und zeichnerisch mit ins Buch einzubeziehen. Es wurde Weihnachten 1956 veröffentlicht und ein Riesenerfolg. Disney kaufte die Filmrechte für 25,000 Dollar. Walt traf Dodie persönlich. Die aufwendige Produktion des Zeichentrickfilms kostete 3.5 Millionen Dollar und dauerte drei Jahre. Der Film wurde ein gigantischer Erfolg. Zu Recht. Und alles begann mit dem Geschenk eines Dalmatiner-Welpens.

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Info  Für die Verfilmung 101 Dalmatiner (1961) hier ein englischer Trailer / und ein Wiki-Artikel über Dodie Smith, die Autorin der Romanvorlage / Als Hintergrundmaterial für diesen Blogpost diente uns hauptsächlich die nur auf Englisch erhältliche Biografie Dear Dodie: The Life of Dodie Smith (1996) von Valerie Grove.

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