1966 vintage ads for the Fender Jaguar & Jazzmaster. Not as famous as theStratocaster. They have a slightly nerdy look and the ads seemingly aimed at a middle-aged audience. A guy on skis, a guy with a Porsche etc. Ironically, alternative bands rediscovered them in the late 70's and early 80s

Zwei interessante Vintage-Anzeigen. Fender Jaguar und Jazzmaster sind weniger bekannt als die Stratocaster, haben aber eine Fan-Gemeinde, speziell unter Musikern des Alternative Rock Genres. Die Ironie des Schicksals ist dass sie ursprünglich für ein ganz anderes Publikum gedacht waren. Links im Bild zu sehen, das Foto kann zum Vergrößern anklickt werden. Die Anzeigen vom Jahr 1966 zielen nicht auf langhaarige Rockgitarristen in ihren 20ern. Die Fender Jaguar wird von einem nicht sehr hippiehaft aussehenden Skifahrer auf dem Rücken transportiert. Die Fender Jazzmaster nimmt ein Mann mit auf Reise, der sich immerhin schon einen Porsche leisten kann. Der Slogan der Werbekampagne von 1966 ist ‘You won’t part with yours either‘. Sinngemäß: Auch Sie werden sich nicht von ihrer Fender Jaguar oder Jazzmaster trennen wollen. Die Werbung wirkt als ob sie auf Leute ab dreißig zielte die, wie der Name schon sagt, eher Jazz-Fans waren. Wer damals über dreißig war gehörte schon zur alten Garde, hörte wahrscheinlich eher Sinatra oder Joe Pass anstatt Rolling Stones. Selbst das Design von Jaguar und Jazzmaster wirkt etwas bieder. Die Form wurde speziell für Gitarristen designt die im Sitzen spielen. Man ging nicht davon aus dass diese Besitzer ihre Gitarren durch die Luft wirbeln, anzünden oder auf der Bühne zerschlagen würden. Die Gitarren mussten nicht einmal besonders spannend oder sexy aussehen, sondern stattdessen so viele Schalter und Dreher haben dass nur Nerds Lust hätten, sie zu spielen.

‘My first guitar, a Fender Jazzmaster, I traded it in for a Les Paul Deluxe.’ (Lenny Kravitz)

‘In sixth grade I had a band called The Blueberry Waterfall. I had borrowed a guy’s Fender Jaguar and Boss Tone Fuzz, which you plugged straight into a Blackface Twin. It was a little power trio – we were actually pretty good for our age.’ (Steve Lukather)

Soweit die Theorie. Die Realität war, dass Jazzmusiker die Jaguar und die Jazzmaster nicht sehr mochten, u. a. weil sie anfällig für feedback, sprich Rückkopplung waren. Und der nerdige Jaguar / Jazzmaster Look passte auch nicht zur damaligen Rockmusik die im Laufe der 60er und frühen 70er Jahre zunehmend den Klang und Look von Gitarren wie der Stratocaster und der Gibson Les Paul favorisierte. Resultat war, dass die Produktion von Jaguar und Jazzmaster gegen Ende der 70er Jahre heruntergefahren und dann eingestellt wurde. Typischerweise entstand just zu diesem Zeitpunkt Interesse an den beiden Modellen. Einige Musiker wollten sich von den Klischees des 70er Jahre Rocks abgrenzen, anders klingen, anders aussehen. Elvis Costello war mit Brille und Kurzhaar-Look einer der ersten die damals die Fender Jazzmaster wieder aufgriffen, hier 1978 mit dem Lied Radio, Radio zu sehen. Robert Smith von The Cure, hier mit dem Lied A Forest, spielt auch oft eine Jazzmaster. Später folgten alternative US-Rockbands die sich die ungewöhnlichen Feedback-Effekte der Jazzmaster zu Nutzen machten. Hier Dinosaur Jr. mit einem Live-Clip von Little Fury Things auf dem die Jazzmaster eine Menge glorreichen Lärm macht. Die Fender Jaguar wird heutzutage u. a. von dem ehemaligen Smiths Gitarristen Johnny Marr gespielt, wie hier in seiner neusten Single Easy Money. Ebenfalls mit einer Fender Jaguar zu sehen, was Kurt Cobain von Nirvana, hier mit Come As You Are, spielt. Ich weiß  nicht, ob diese Leute viel Ski oder Porsche gefahren sind, aber ihre Musik klingt ziemlich originell.

 

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