There's a 2015 BBC radio dramatisation of Kafka's novel The Castle (1926) online. Link below. Also a noteable German radio production from 1954. Kafka presents a world of nightmarish bureaucracy & surreal alienation. Don't expect a happy end

Gutes Hörspiel von 1954, mit dem renommierten Schauspieler Gert Westphal (1920-2002), der auch die Textbearbeitung machte. Ursprünglich, eine Produktion von Radio Bremen (RB) und Südwestfunk (SWF), letztgenannter wird heute  SWR genannt. Neben Westphal sind über ein Dutzend weitere Sprecher dabei. Die Musik stammt von dem Komponisten Bernd Scholz (1911-1966) und klingt sehr modern. Link für das Hörspiel folgt am Ende des Blogposts. Das Schloss (1926) war der letzte Roman an dem Franz Kafka (1883-1924) arbeitete, er wurde posthum veröffentlicht und ist unvollendet. Wobei ich bei nicht den Eindruck habe, dass diesem recht umfangreichen Roman in seiner Substanz etwas Wesentliches fehlt oder dass ein völlig unerwartetes Ende geplant war bevor der Autor starb. Zentrale Figur ist ein Landvermesser der im Roman einfach K. genannt wird. Er ist ein Mann in seinen Dreißigern und kommt spät abends in einem eingeschneiten Dorf an. Das namenlose Dorf gehört anscheinend zum Schloss eines Grafen, der den Landvermesser K. zu sich bestellt hat. Wobei es gleich von Anfang an alle möglichen Unklarheiten und Missverständnisse zu geben scheint. In dem Wirtshaus in dem K. bei seiner Ankunft eine provisorische Unterkunft bekommt, wird er vom Wirt und seinen bäuerlichen Gästen mit Misstrauen behandelt. Er gerät von Anfang an in absurde Situationen. Es scheint zum Beispiel, dass sein Engagement als Landvermesser ein Missverständnis war und dass er, um den Grafen überhaupt zu sprechen, eine Erlaubnis braucht die er nicht hat und die so gut wie unmöglich zu bekommen ist. In England benutzt man für solche bizarren Situationen das Adjektiv ‘Kafkaesque‘. Der Autor ist zum Sinnbild geworden. Zum Sinnbild für den Menschen als Opfer von undurchsichtigen Bürokratien. Sinnbild für Ausgrenzung, Isolation und Entfremdung die zu einer surreal anmutenden Existenz führen. Ohne Happy End. Ich fand immer das Pink Floyd Album Animals (1977) mit Textzeilen wie ‘everyone’s expendable and no-one has a real friend‘ zu pessimistisch, aber im Vergleich zu ‘Das Schloss’ wirken Floyd-LPs wie Animals und The Wall wie ein Freudentanz. Kafka bedient nicht die Leserbedürfnisse nach Unterhaltung, Spannung oder Romantik. Stattdessen stellt Kafka konventionelle Sichtweisen von der Welt als romantisches oder technokratisches Konstrukt in Frage. Neben dem deutschen Hörspiel von 1954 ist auch ein BBC-Hörspiel von 2015 online

 

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Franz Kafka: ‘Das Schloss’ als SWR-Hörspiel online Das Hörspiel von 1954 mit Gert Westphal (als K.), Dagmar Altrichter (als Frieda), Karlheinz Schilling (als Momus), Arthur Mentz (Gemeindevorsteher), Henny Schneider-Wenzel (als Olga), Wolfgang Schwarz (als Jeremias), Jürgen Goslar (als Barnabas), Paul Dättel (Herrenhofwirt), Otto Collin (Lehrer), Trudik Daniel (Wirtin vom Brückengasthof), Ernst Sladeck (Kutscher), Kurt Ebbinghaus (Gerstäcker), Götz von Langheim (Schwarzer), Helmut Wittig (Wirt vom Brückengasthof), Gundula Kownatzky (Pepi), Wolfgang Schwarz (Türhüter), Hans Ehlert (Bauer), Anette Roland (Bäuerin), Günther Holbeck (1. Stimme) , Helmut Wittig (2. Stimme),  Kurt Ebbinghaus (3. Stimme), Ludwig Göttl (4. Stimme), Ernst Ehlert (5. Stimme), Klaus Friedrich (6. Stimme). Musik: Bernd Scholz. Bearbeitung: Gert Westphal. Regie: Karlheinz Schilling. Länge: 83 Min. Hinweis: Dieses Hörspiel ist auch als CD erhältlich

Kafka: Das Schloss‘ 12-teiliges Hörspiel vom Bayerischen Rundfunk Das BR-Hörspiel von 2017 mit Devid Striesow (als K.), Werner Wölbern (Beobachter vom Schloss), Sandra Hüller (als Olga), Johannes Silberschneider (Bürgel), Bibiana Beglau (als Amalia), Anna Drechsler (als Pepi), Margit Bendokat (Wirtin vom Herrenhof), Wowo Habdank (als Gerstäcker), Michael Rotschopf (Erzähler) u. a. Bearbeitung, Musik und Regie: Klaus Buhlert. Hinweis: Dieses Hörspiel von 2017 ist auch als 12-CD-Set vom Hörverlag erhältlich

Kafka: ‘Das Schloss’ als BBC-Hörspiel von 2015 online Das BBC-Hörspiel The Castle. Mit  Dominic Rowan (als K.), Sammy T Dobson (als Frieda), Mark Benton (als Jeremias), Daniel Weyman (Arthur), Stephen Greif (Lehrer), Rachel Bavidge (Gardena, Wirtin vom Brückengasthof), Victoria  Elliott (als Olga), Neil Grainger (als Barnabas), Rachel Bavidge (als Amalia), Dominic Deakin (Hans), Jonathan Cullen (Chief Superintendent). Weitere Mitwirkende: Jackie Palmer Children’s Choir. Bearbeitung: Ed Harris. Regie: John Taylor. 2015

Der mysteriöse letzte Satz  Kafkas Romanmanuskript für Das Schloss endet mit den Worten: ‘Sie reichte K. die zitternde Hand und ließ ihn neben sich niedersetzen, mühselig sprach sie, man hatte Mühe sie zu verstehen, aber was sie sagte..’. Die Tatsache, dass man nicht weiß, was noch gesagt werden sollte, kann man als schade empfinden – oder als faszinierend. Letzteres ist bei mir der Fall. Hatte Kafka einfach keine Kraft mehr bevor er starb? Oder wollte er vielleicht ein Ende das die Fantasie des Lesers beflügelt?

Foto  Meine Ausgabe vom Anaconda Verlag. Die sog. Dritte Ausgabe, herausgegeben von Max Brod, 1951

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