For the 40th anniversary we looked up background info in Patti Smith's book Just Kids (2010), a good read. About her childhood, her arrival in New York, and her friendship with Robert Mapplethorpe, who took the photo for Horses

Für Hintergrundinfos zum 40. Jubiläum haben wir das biografische Buch Just Kids (2010) von Patti Smith ausgecheckt. Starkes Buch, übrigens auch auf Deutsch erhältlich. Man erfährt viel über ihre Kindheit und Jugend. Begegnungen mit Leuten wie Hendrix, und Janis Joplin, und ihre Freundschaft mit Fotograf Robert Mapplethorpe. Er machte das bemerkenswerte Foto für das Cover von Horses (1975) auf dem sie mit Sakko auf der Schulter zu sehen ist. Nachfolgend Info über die Fotosessions und die Entstehung des Albums. Es taucht oft in den oberen Bereichen von Listen der besten Alben aller Zeiten auf, z. B. in der vom Rolling Stone Magazin. Sie ist mittlerweile 68, macht immer noch gute Musik, letztes Jahr auf dem Soundtrack von Noah (2014), dieses Jahr live beim Glastonbury Festival vor 100.000 Zuschauern. Vor 40 Jahren, als das Album Horses erschien, war Rock- und Popkultur dabei, den Energieschub der späten 60er und früher 70er Jahre zu verlieren. In den Charts waren Leute wie Bay City Rollers und David Cassidy. Es gab auch gute Sachen, aber Kommerz überwog. Rock-Klischees wie lange Haare wurden Showbusiness und waren auch bei der ZDF-Hitparade zu bewundern. Kein Problem, auch Schlager und Softrock haben etwas für sich, sind Teil der musikalischen Palette, gehört alles dazu. Aber man muss sich vorstellen wie es damals einschlug, als eine Frau wie Patti Smith, spindeldürr, mit wuscheligen Haaren und burschikosen Klamotten auftauchte und Zeilen fauchte wie: ‘Jesus died for somebodys sins, but not mine‘. Die ersten Worte vom Album Horses und dem Lied Gloria, siehe Clip. Patti Smith schöpfte aus dem Erbe von provokativen Musikern wie The Doors, John Lennon, Jefferson Airplane etc. Sie bekam jede Menge Kritik für diese Anfangszeilen. Leute wussten nicht dass sie aus einer christlich-religiösen Familie stammte, als Kind viel gebetet hatte und im Alter von 20, als sie die Zeilen erstmals in einem Gedicht namens Oath aufschrieb, eine Art persönliche Unabhängigkeitserklärung brauchte. Sie sagte später in Interviews, es wunderte sie dass Leute damals dachten, sie würde nicht an Jesus glauben, obwohl sie so sehr an ihn glaubte dass er der erste war den sie auf ihrem Album erwähnte. Sie empfand die Zeilen eher als einen Protest gegen organisierte Religionen und die Art wie sie Jesus darstellen. Sie sagt, sie glaubt immer noch an Jesus als einen Revolutionär. Pattie Smith hat im Laufe der Jahre übrigens verschiedene religiöse oder spirituelle Leitfiguren wie den Dalai Lama und Papst Franziskus getroffen. Wer das Treffen mit Letztgenanntem nicht glaubt, kann es hier auf YouTube sehen.

In ihrem Buch Just Kids: Die Geschichte einer Freundschaft (2010) beschreibt sie wie sie mit 20, mit nichts anderem als einem Gedichtsband von Arthur Rimbaud in der Tasche, im Jahr 1967 einen Bus nach New York nahm und sich dort mit Jobs in Bücherläden und bei Musikmagazinen wie Rolling Stone durchschlug. Sie liebte Musik, spielte aber selber kein Instrument mehr seit sie ihre erste Gitarre aus Kinderzeiten an ihre Schwester Kimberly verschenkt hatte. Sie hatte eher einen literarischen Hintergrund, hatte schon als Kind viel gelesen. Vieles davon waren Klassiker aus dem 19. Jahrhundert. Sie sagt, ein Buch das sie sehr beeinflusste und ihr ein positive Sicht von ihrer feminen Identität gab war Betty und ihre Schwestern von Louisa May Alcott (1868). In New York begann sie, bei einem Dichter-Treffen namens Poetry Project ihre Gedichte zu Musik vorzutragen, die Gitarre spielte Lenny Kaye, ein Bekannter und späteres Mitglied der Patti Smith Group. So enstanden auf improvisatorische Art die frühsten Versionen von Liedern wie Gloria. Irgendwann wurde Patti Smith von einem Freund  und Unterstützer, dem Kunsthändler Sam Wagstaff,  zu einem Gitarrenladen mitgenommen und aufgefordert, sich ein Instrument auszusuchen. Sie wählte eine schwarze L-00 Gibson Akustikgitarre, Baujahr 1931, auf der sie anfing, ihre Gedichte selber zu vertonen. Die Gitarre die damals 200 Dollar kostete, und auf die sogar Bob Dylan neidisch war, benutzt sie bis heute. Sie ist im nachfolgenden Trailer für den Dokumentarfilm Patti Smith: Dream of Life (2008) zu sehen. Mit der Zeit und mit zusätzlichen Musikern begann Patti Smith in Rockclubs aufzutreten, bei einem ihrer Konzerte im Punk-Club CBGB in New York sah sie der Produzent Clive Davis, der vorher Leute wie Janis Joplin entdeckt hatte, und bot Patti Smith einen Plattenvertrag an. Sie nahm ihr Debütalbum Horses in New Yorks Electric Lady Studios auf, die ursprünglich von ihrem Idol Jimi Hendrix gebaut wurden. Was die Idee und die Aufnahmen für das LP-Coverfoto betrifft, hatte ihr Freund Robert Mapplethorpe gesagt, sie solle ein sauberes, weißes Hemd mitbringen. Sie fand es secondhand in einem Wohltätigskeitsladen der Heilsarmee. Mapplethorpe mochte die ungewöhnliche Kombination eines weißen Hemdes vor einer weißen Wand im Apartment von Sam Wagstaff und bat Patti, das schwarze Jackett auszuziehen. Sie warf es, wie sie schreibt, im Anlehnung an den lässigen Stil von Frank Sinatra über ihre Schulter und Mapplethorpe hatte das klassische LP-Image innerhalb von nur 12 Fotos im Kasten, sagte: This one has the magic. Er hatte Recht.

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Weitere Infos  Der Trailer für die Doku-DVD Patti Smith: Dream of Life (2008), inkl. einem Blick auf ihre schwarze Gibson Akustikgitarre. Obiges biografisches Buch Just Kids, mit Smith & Mapplethorpe auf dem Cover, ist auf Deutsch erhältlich und hat beim deutschen Amazon viele positive Rezensionen. Ebenfalls das Album Horses (1975), als LP und CD erhältlich, letztere mit Live-Bonustrack, ein Cover von My Generation

Mehr von uns über Patti Smith  Blogpost über ihr Lied Mercy Is im Spielfilm Noah (2014)

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