Grateful Dead started 50 years ago and are playing farewell concerts at Chicago's Soldier Field Stadion where Jerry Garcia played his last gig before he died 20 years ago. Above, a good Grateful Dead live album with a German connection

Die Band traf sich vor 50 Jahren in einem Musikgeschäft in Palo Alto, CA. Sie wurden zur ultimativen Hippie-Band, verkörperten den alternativen, do-it-yourself Geist der 60er und 70er Jahre. Grateful Dead gründeten ihre eigene Plattenfirma, bauten ihr eigene PA-Anlage und entwickelten durch ihr LP-Design ein starkes visuelles Image. Gitarrist Jerry Garcia starb vor 20 Jahren, sein letztes Konzert war Juli 1995 im Soldier Field Stadion von Chicago. Dort sind im Andenken an ihn diesen Sommer die letzten Konzerte von Grateful Dead. Dass jetzt schon Tickets für über 50 Millionen Dollar verkauft sind, verdeutlicht den Status den Grateful Dead hat. Nachfolgend unsere Albumtipps, einer davon links im Bild, plus Infos über Verbindungen der Band zu Leuten wie Tom Wolfe, Martin Scorsese George RR Martin….und zwei Typen namens Larry Page und Sergey Brin. Fangen wir mit Kino an: Martin Scorsese produziert zur Zeit einen Dokumentarfilm über die Band, er sagt: ‘Grateful Dead waren mehr als nur eine Band, sie waren wie ihr eigener Planet, auf dem Millionen von treuen Fans lebten’. Apropos Kino, werden die Abschiedskonzerte namens ‘Fare Thee Well: Celebrating 50 Years of Grateful Dead’ für Fans die keine der teils sehr teuren Tickets kriegen konnten, per Livestream in mehreren US-Kinos gezeigt. Was Literatur anbelangt, spielen Grateful Dead eine Rolle in einem der Kultbücher der 60er Jahre, nämlich Der Electric Kool-Aid Acid Test (1968) von Tom Wolfe. Das Buch handelt von Ken Kesey, einem Pionier auf dem Gebiet psychedelischer Drogen, und seinem Freundeskreis namens The Merry Pranksters. Grateful Dead waren anfangs so etwas wie die Hausband bei deren Partys und Veranstaltungen, die Acid Tests genannt wurden. Dies waren frühe, vielleicht die ersten modernen Multimedia-Events, mit Musik, Filmprojektionen, stroboskopischen Effekten und…acid, also LSD. Tom Wolfe, heute eine eher konservative Stütze des amerikanischen Establishments, schreibt ziemlich viel darüber, sagt dass die Acid Tests, die in 1965 begannen, die Beatles und Alben wie Revolver, Rubber Soul und Sgt. Pepper beeinflussten. Das Buch ist in Deutschland erhältlich und hat beim dortigen Amazon viele positive Rezensionen.

The place where 'Rockin' the Rhein with the Grateful Dead' was recorded April 1972. The Rheinhalle, nowadays Tonhalle Düsseldorf. The band actually speak some German. Unlike Europe '72 it has Dark Star - almost as long as the Rhine

Wir versprachen George RR Martin, und halten unser Wort: Der Fantasy-Autor von Game of Thrones ist nach eigenen Angaben ein großer Grateful Dead Fan, nannte sein Haus nach deren Album Terrapin Station (1977) und sagt sein Lieblingslied ist das folkige Ripple, inklusive Mandolinen, hier ein YouTube Clip. Das Lied ist vom Album American Beauty (1970), vielleicht das beste Studioalbum von Grateful Dead. Dies wäre unsere erste Kaufempfehlung, mit einem schönen Cover vom Design-Team Kelley/Mouse Studios, die mehrere Dead-LP-Cover machten. Wir haben den 66-jährigen George RR Martin als alten Hippie geoutet und gleich folgt unser zweiter Albumtipp, der etwas mit dem Foto links zu tun hat, aber nicht bevor wir über Google geredet haben. Larry Page besuchte als Kind Konzerte von Grateful Dead mit seinem Vater, der ein Fan der Band war. Jahre später, in 1999, stellte Google als Koch Charlie Ayers ein, der vorher für die Verpflegung von Grateful Dead zuständig war und im Laufe der Jahre das Essen für Googles stetig wachsende Anzahl von Mitarbeitern managte. Zu weiteren Albumtipps: Es ist allgemein bekannt dass Grateful Dead meistens besser live auf der Bühne als im Studio klangen. Ein Livealbum muss also dabei sein, wobei das Problem ist dass es Dutzende davon gibt, die zudem fast alle ziemlich gut sind. Wo also anfangen? Ein Liveklassiker ist sicherlich Europe ’72, bestehend aus drei LPs oder zwei CDs. Aber es gibt ein weiteres Album von der selben Tour das einen speziellen Bezug zu Deutschland hat. damit wären wir beim oben abgebildeteten Album Rockin’ the Rhein with the Grateful Dead. Es wurde am 24. April 1972 in der Düsseldorfer Rheinhalle aufgenommen, die heute Tonhalle Düsseldorf heißt und im Foto zu sehen ist. Baujahr 1925 und, nebenbei gesagt, ein schönes Stück Architektur und Location. Der 3-CD-Set mit 26 Liedern und 3 Std. 47 Min. Musik ist umfangreicher als Europe ’72 und enthält einige Klassiker die nicht auf Europe ’72 passten, z. B. Me & My Uncle, Me & Bobby McGee, El Paso, Black-Throated Wind,..und eine insgesamt 36 min. Version lange des experimentellen, jazzigen space jam Klassikers Dark Star. Unter den Gästen des Rheinhallen-Konzerts war Karlheinz Stockhausen und einige seiner Studenten. Die Band spricht während des Konzerts etwas Deutsch mit dem Publikum. Auch das Design des Albums ist gut – die Farben Schwarz, Rot und Gold, der Rhein, solide deutsche Eiche und ein Hirsch á la Jägermeister werden zu einem origenellen Emblem verbunden. Sogar die 3 CDs sind jeweils in schwarz, rot und gold. Mehr Goodwill kann man von einer amerikanischen Band wirklich nicht verlangen, und wir bedanken uns dafür bei der coolsten Hippie-Band auf Planet Erde.

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Weitere Infos  Die Abschiedskonzerte von Grateful Dead sind am 27. und 28. Juni 2015 im Levi’s Stadium, Kalifornien. Und am 3, 4. und 5. Juli im Soldier Field Stadion von Chicago. Die Band spielt jeweils zwei Sets und besteht aus den Originalmitgliedern Bob Weir (Gitarre & Vocals), Phil Lesh (Bass & Vocals) und den zwei Schlagzeugern  Mickey Hart und Bill Kreutzmann. Zusätzliche Musiker sind Gitarrist Trey Anastasio (von der Band Phish), der Keyboarder Jeff Chimenti und Pianist Bruce Hornsby.

Unser Buchtipp  Searching for the Sound: My Life with the Grateful Dead (2005) von GD-Mitglied Phil Lesh

Mehr von uns über Grateful Dead  Unser Post über Victoria Beckhams Grateful Dead T-Shirt  mit Fotos.

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