2009 BBC radio documentary online about the Victorian Sci-Fi novel 'Vril, the Power of the Coming Race' (1871) by Edward Bulwer-Lytton. It influenced Helena Blavatsky and Rudolf Steiner...and the Sci-Fi comedy Iron Sky 2, pictured above

In der BBC-Sendung von 2009, die nachfolgend online gehört werden kann, geht es um einen enorm einflussreichen Sci-Fi-Roman aus dem viktorianischen Zeitalter. Mit seiner esoterisch angehauchten Story namens ‘Vril, the Power of the Coming Race’ (1871) über eine unterirdische Zivilisation, schuf Edward Bulwer-Lytton (1803-1873) einen regelrechten Kult, der weit in das 20. Jahrhundert reichte, in der Tat, bis heute existiert. Wenn auch eher in ironischer Form. Das Foto ist von der Science-Fiction-Komödie Iron Sky: The Coming Race (2019). Ich muss gestehen, dass Komödien dieser Art nicht ganz mein Fall sind. Aber das Titellied, siehe Clip, von einer Band namens Laibach klingt ganz gut. Ich fände einen biografischen Spielfilm über den Autor Edward Bulwer-Lytton interessanter. Besonders wenn man bedenkt dass sein Roman Leute wie die okkultistische Theosophin Helena Blavatsky und den Anthroposophen Rudolf Steiner beeinflusste. Der anfangs anonym veröffentlichte Roman, von dem es innerhalb der ersten 18 Monate 8 Auflagen gab, war ein Bestseller und ist bis heute bei Amazon erhältlich. Damals vermuteten viele Leute dass ‘Vril – Eine Menschheit der Zukunft‘eine als Roman verpackte wahre Geschichte war, oder dass Bulwer-Lytton irgendwelche seherischen Fähigkeiten besaß. Vril ist im Roman eine Art Naturenergie die von den unterirdischen Menschen als Heilkraft oder auch als Waffe benutzt werden kann.

Die Vril-Entdecker teilten sich im Laufe weniger Generationen friedlich in mittelgroße Gemeinden. Der Stamm, in dessen Mitte ich geraten war, beschränkte sich auf zwölftausend Familien. Jeder Stamm beherrschte ein Gebiet, das für seine Bedürfnisse ausreichte, und zu bestimmten Perioden verließ die überzählige Bevölkerung das Land und suchte sich eine neue Heimat. Diese oft geteilten kleinen Staaten gehörten alle zu einem großen Stamm. Sie sprachen dieselbe Sprache, obgleich mit verschiedenen Dialekten. Sie heirateten untereinander und hielten die gleichen Gesetze und Gewohnheiten aufrecht. Die Kenntnis des Vril und das Verständnis ihn anzuwenden, war ein wichtiges Band zwischen diesen verschiedenen Gemeinden. Das Wort Vril-ya war die Bezeichnung für zivilisierte Nationen. Es gab keinen Rangunterschied zwischen den mehr oder weniger Begüterten. Dank dieser Gleichheit versank eine Familie nur selten in Armut. Es gab keine gewagten Spekulationen, niemand strebte nach Rang und großen Reichtümern. (Vril – Eine Menschheit der Zukunft)

Soweit eine etwas gekürzte Passage aus dem Roman. Utopien erfreuen sich in Zeiten von sozialen und wirtschaftlichen Umwälzungen – also eigentlich fast immer  – großer Beliebtheit. Ich wünsche interessante Unterhaltung bei der folgenden BBC-Radio-Sendung zum Thema. Presenter Matthew Sweet besucht bei den Recherchen u. a. den Lytton-Familiensitz Knebworth House und spricht mit dem Ur-Ur-Enkel des Autors.

 

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BBC-Radiotipp: Bulwer-Lytton: Vril -Eine Menschheit der Zukunft  Die BBC-Sendung mit dem Historiker Matthew Sweet. Eine Produktion von BBC Radio 3, Sunday Feature vom Jahr 2009. Länge ca. 43 Min.

Wussten Sie schon? Der Park des Bulwer-Lytton-Familiensitzes Knebworth House diente als Bühne für Konzerte der Rolling Stones, Led Zeppelin, Pink Floyd, Genesis, Mike Oldfield, Queen und Iron Maiden

Metal Wer es laut mag, kann die schwedische Band Therion und ihr Lied Enter Vril-Ya auschecken: ‘Enter the underworld, enter vril-ya…Inside earth there was a land of mystery, lighted up by the black sun of underground

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