Excellent film & cast: Harry Andrews, Anthony Quayle, Sylvia Syms & John Mills (1908 - 2005) whose birthday is today

Heute ist der Geburtstag des britischen Schauspielers Sir John Mills (22. Feb. 1908 – 2005), und einer unserer Lieblingsfilme mit ihm ist ‘Eiskalt in Alexandrien’ (1958), Originaltitel Ice Cold in Alex. Der Nordafrika-Krieg im Jahr 1942 ist Rahmen der Handlung. Aber dies ist kein typischer Kriegsfilm mit Schlachtszenen. Eher ein psychologischer Thriller á la Lohn der Angst. Für den Großteil des Films sieht man hier nur vier, fünf Personen auf einer abenteuerlichen Reise durch die Wüste. Als ein Fremder zu ihnen stößt, ist die Frage ob dieser Mann, der ihnen sehr hilft und wahrscheinlich sogar das Leben rettet, ein Spion ist – und wie man, beim gemeinsamen Überlebenskampf in der Wüste, damit umgehen soll? Der Film unterscheidet sich von den klischeehaften Kriegsfilmen der letzten Jahre, in denen Deutsche mittlerweile fast nur noch als Karikaturen dargestellt werden. Das Panorama enigmatischer Wüstenlandschaften ist hier in rasiermesserscharfem Schwarzweiß wahrscheinlich beeindruckender als wenn es ein Farbfilm wäre. Drehort: Libyen. Spannende Szenen: Die Überquerung eines Minenfeldes, wo es bei Reifenspuren und Fußtritten um Millimeter geht: ‘Da ist irgendwas unter meinem Fuß!’ etc. Und die Szene als die Gruppe mit zunehmender Verzweiflung versucht, den Wagen über eine riesige Düne zu schieben. Und als Anthony Quayle, in einer seiner sprichwörtlich stärksten Rollen, bei einer Reparatur unter dem alten Austin K2 Krankenwagen liegt und auf einmal einer Tonne Gewicht widerstehen muss. Und natürlich als der Mann im Treibsand der Qattara-Senke so weit versinkt, bis nur noch seine Hand heraussteckt. Sympathisch im Film ist Harry Andrews den man vom Gesicht, wenn auch nicht unbedingt vom Namen her aus zahlreichen Filmklassikern kennt. Und Sylvia Syms, die hier vom Aussehen und der Ausstrahlung her Grace Kelly etwas ähnelt. Das interessante an John Mills ist dass er hier einen Anführer mit Schwächen und Problemen spielt, die er nur langsam in den Griff bekommt. Eines der wenigen Dinge auf die er sich freuen kann, ist ein eiskaltes Bier in einer Bar von Alexandrien, was auch den Filmtitel begründet.

Der Film wird zu Beginn als eine ‘wahre Geschichte’ vorgestellt. Das mag übertrieben sein, aber Christopher Landon (1911 – 1961), der Autor der Romanvorlage Ice Cold in Alex (1957) diente tatsächlich als Major der Britischen Armee in Nordafrika. Die Schlussszene des Films, in der Bar von Alexandrien, hat über die Jahre in England Kultstatus bekommen und tauchte sogar in Werbespots für Biermarken auf. Zuerst von der Hamburger Brauerei Holsten dann, quasi als Gegenzug, von der dänischen Brauerei Carlsberg (Werbespot auf YouTube). Ironie des Schicksals ist dass Holsten im Jahr 2004 zum Tochterunternehmen der Carlsberg-Brauerei wurde. Eiskalt in Alexandrien (1958) ist als DVD bei Amazon.de für ca. 11 Euro erhältlich. Leider nur auf Englisch, obwohl wir uns erinnern, den Film mal auf Deutsch gesehen zu haben. Bei einer Neuausgabe würden wir, neben einer deutschen Tonspur, auch einen Audiokommentar von Sylvia Syms begrüßen. Erfreulicherweise ist die mittlerweile 78-Jährige Sylvia Syms bis zum heutigen Tag in Film & Fernsehen erfolgreich. Und von diesem 7-Wochen-Dreh in Libyens Wüste, mit John Mills, Harry Andrews und Anthony Quayle, gibt es bestimmt interessante Geschichten zu erzählen. Einer Biografie vom Regisseur J. Lee Thompson entnehmen wir dass die Erschöpfung der Schauspieler, die bei Temperaturen von 37 Grad filmten, nicht nur gespielt war. Cheers!

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Film Clip Hier ein Fan-Trailer für Klassiker Eiskalt in Alexandrien ist auf YouTube. Hinweis: Blu-ray Disc Edition enthält Sylvia Syms Interview, ‘A Very British War‘ Doku, plus John Mills‘ private Filme vom Dreh

Avenita Kulturmagazin