A radio dramatisation of the Alan Garner classic Elidor (1965) is online. Link below. Our photo hints at the book's theme of an urban wasteland behind which a world of legends still exists. This new BBC production has modern music and kids with map apps on their phones. About time for a big movie

Ein Hörspiel nach Alan Garners Klassiker Elidor (1965) ist momentan online. Link am Ende des Artikels. Die Romanvorlage hat Elemente von Tolkien und C. S. Lewis, wirkt teils wie ein Vorläufer von Harry Potter. Alan Garner hat im englischen Sprachraum einen ähnlich hohen Bekanntheitsgrad. In Deutschland ist er weniger bekannt. Lohnt sich kennenzulernen. Ähnlich wie bei Tolkien und Rowling, wurden Alan Garners Bücher früher hauptsächlich von Kindern und Jugendlichen gelesen, aber heute auch von Erwachsenen die die Romane als Klassiker ansehen. Die Tatsache dass seine Bücher viele Elemente von keltischen Sagen enthalten, verleiht ihnen zusätzliches Interesse. Elidor spielt Anfang der 1960er Jahre, die vier Geschwister Roland, Helen, Nick und David sind nach Manchester umgezogen und stromern herum um ihre neue Heimat kennenzulernen. In der nordenglischen Stadt herrschte damals noch die Atmosphäre der Nachkriegsepoche. mit sog. slum clearances. Zerbomte und verwahrloste Stadtteile voller Schutthaufen, Ruinen und leerstehenden Häusern die darauf warteten demoliert zu werden um für neue Wohnsiedlungen Platz zu machen. Dass dies der Hintergrund für die Entdeckung einer verborgenen Welt von Legenden und Sagengestalten ist, schafft einen Kontrast den wir versuchten im obigen Foto zum Ausdruck zu bringen. Es besteht ja tatsächlich eine Verbindung zwischen den grauen Nachkriegszeiten und der Geburt einer Jugendkultur die im Laufe der 60er Jahre versuchte, neue und fantasievolle Perspektiven zu finden, sei in Musik, Mode, Kunst oder Literatur. Diese Generation war es, die Tolkiens Bücher kultig und erfolgreich machte. In Alan Garners Roman finden die Kinder beim Fußballspielen zwischen den Trümmern eine alte viktorianische Kirche die sich als Tor zu einer anderen Welt namens Elidor erweist.

Das erinnert etwas an den Kleiderschrank in Narnia, mit dem Unterschied dass dieses Tor es auch den Bewohnern von Elidor ermöglicht in die Welt der Kinder einzudringen. Und nicht alle Eindringlinge sind nett. Denn Elidor befindet sich im Niedergang und böse Mächte wollen die vier magischen Gegenstände wiederhaben die die Kinder mit nach Hause gebracht haben: Das Schwert, den Stein, den Speer und den Kessel. Dies sind die keltischen Vier Heiligtümer die, gemäß tatsächlich existierenden mittelalterlichen Texten, einst vom Volk der Túatha Dé Danann nach Irland gebracht wurden als sie die Insel eroberten. Der Romantitel wiederum hat walisische Wurzeln und bezieht sich auf die Legende von einem Priester namens Elidor der als Junge von Zwergen zu einem dämmerigen Land und einer Burg mit goldenen Mauern gebracht wurde. Im Roman ist es die Burg Gorias. Als Hintergrundmaterial für den Roman benutzte Garner ein Sachbuch das als Standardwerk gilt, Celtic Heritage. Ancient traditions in Ireland and Wales (1961) von Alwyn Rees. Das BBC-Hörspiel ist eine moderne Produktion mit keltisch angehauchter Musik die das Geigenspiel der Romanfigur König Malebron einbezieht. Er ist der Exil-König der mithilfe der Kinder das Land Elidor retten will. Aber vorerst ist er ein alter, heruntergekommener Straßenmusiker in Manchesters Trümmerlandschaften.

Ads by Google

 

Weitere Infos  Das BBC-Hörspiel Elidor (Teil 1). Hier Teil 2. Links für Teil 3 und Teil 4. Die Romanvorlage von Alan Garner ist auf Deutsch als Elidor oder Das Lied des Einhorns erhältlich

Mehr zum Thema  Unser Artikel Walisische Sagen im Film über Eulenzauber von Alan Garner

Avenita Kulturmagazin