M for mill: Yesterday we visited the 600 year old Molino morisco de los Corchos, in Alhaurín el Grande, about 20 min. drive into the hills above the Costa del Sol. This is where a mile long canal delivers the water from the river Fahala

Wir waren gestern bei einer alten Mühle namens Molino morisco de los Corchos in der Stadt Alhaurín el Grande, oben in den Bergen der Costa del Sol etwa 20 min. Fahrt von der Küste entfernt. Die Mühle ist trotz ihres hohen Alters in gutem Zustand und kann Samstags und Sonntags besichtigt werden. Sie wurde bis ca. 1970 geschäftlich betrieben und bis dahin kaum modernisiert. Deshalb ist die Mühle heute noch randvoll mit alten Maschinen und Werkzeugen, was einen Besuch um so interessanter macht. An Wochenenden ist dort ein Mann namens Miguel, der Sohn des letzten Müllers der dort arbeitete. Er spricht nur Spanisch, hat aber eine gute Art, die Maschinen und ihre Funktionsweise zu zeigen. Fotografieren willkommen. Mühlen sind clevere Konstruktionen und haben, z. B. gegenüber Automotoren, den Vorteil dass man den Verlauf des Arbeitsvorgangs offen sehen kann. Man kann Mühlen, wenn man will, auch eine gewisse philosophische Dimension abgewinnen: Hier wird mit der Kraft der Natur (dem Fluss) ein natürliches Produkt (das Getreide) verarbeitet. Die Mühlsteine kommen aus den umliegenden Bergen, anderen Maschinenteile und Werkzeuge sind aus dem Holz der umliegenden Wälder. Etwas öko-freakigeres als eine alte Mühle findet man kaum. Was keineswegs bedeuten muss dass man etwas gegen moderne Produktionsweisen hat, aber es ist inspirierend zu sehen dass Menschen schon vor Jahrhunderten aus den wenigen Dingen die ihnen zur Verfügung standen, nützliche Dinge machten und sich eine Lebensgrundlage schafften. Heute wird in der Gegend um Alhaurín kaum noch Getreide angebaut, eher Obst und Gemüse. Das das war früher offenbar anders, der Müllerssohn sagte dass es bis in die 1940er Jahre noch sechzehn Mühlen in der Umgebung gab.

Inside, the mill is well preserved, in full working order though not used anymore. On Saturdays and Sundays there's Miguel, the son of the last miller, who shows visitors all the mill machinery and dozens of other tools millers used for their craft

Und in der Tat, nur 300 Meter entfernt von hier sahen wir eine weitere alte Mühle, wenn auch geschlossen und nicht so gut erhalten. Wenn man mit Leuten spricht die damit aufgewachsen sind, erfährt man interessante Sachen. Zum Beispiel hatten früher manche Getreidebauern kein Geld um das Mahlen zu bezahlen. in welchem Fall der Müller als Bezahlung einen Teil des Mehls akzeptierte. So half man sich gegenseitig, beide hatten dann eine Chance, für das Mehl Geld oder zumindest irgend etwas anderes zu bekommen. Reich war in diesen ländlichen Gegenden kaum einer. Im mittleren Foto sieht man im Vordergrund den Mühlstein mit dem Getreide für Tiere gemahlen wurde, z. B. Gerste, und dahinter der Stein (mit einer Holzumrahmung) mit dem der Weizen für Bäcker gemahlen wurde. Letzteres Mehl musste reiner gemahlen werden als Tierfutter. Zu den sprichwörtlich Dutzenden von Werkzeugen eines Müllers gehörten zum Beispiel Hämmer mit denen das Profil der Mühlsteine ausgebessert wurde. Zwischen den zwei Mühlsteinen ist eine Vorrichtung um die die ca. achthundert Kilo schweren Mühlsteine hochzuheben und auszuwechseln: verschiedene Steine für verschiedenes Getreide. Wenn die Steine irgendwann zu dünn, sprich zu abgenutzt waren, wurden sie in den Fußboden der Mühle eingelassen, was gut aussieht. Ein Mühlstein wurde hier sogar als Tisch draußen vor dem Haus benutzt. Diese vordere Seite der Mühle ist im unteren Foto zu sehen. Im oberen Foto, zwischen zwei Apfelbäumen, ist der Kanal mit dem das Wasser die 1,5 km von einem Fluss namens Fahala zur Mühle kommt. Das Wasser fließt sanft, bekommt aber erstaunliche Kraft weill es am Ende sechs, sieben Meter tief fällt bevor es mit Gebrause unter der Mühle hindurchfließt und die Achsen, was immer der Fachbegriff, von den Mühlsteinen antreibt.

The front of the mill, seen when you drive by. Directions below. There's no entry fee, just a box for donations on the wall inside. There used to be school classes coming for excursions, but that stopped because the guy has to work weekdays

Das Müllerhandwerk ist offensichtlich eine Wissenschaft für sich, und es ist gut dass es hier und da noch zu sehen ist. Man muss in der Molino morisco de los Corchos nicht mal Eintritt bezahlen, es gibt lediglich einen Kasten für freiwillige Spenden an der Wand. Ebenfalls ein Foto von Miguels Urgroßvater als junger Müller mit Esel um die Jahrhundertwende. Auch Fotos von Schulklassen die früher zu Besuch kamen, was leider nicht mehr der Fall ist. Der Mann hat wochentags einen Job, und für Schulklassen sind Wochenenden nicht machbar. Was den Namen und das genaue Alter der Mühle anbelangt: Der zweite Teil des Mühlennamens Molino morisco de los Corchos bezieht sich auf die Rinde von Korkeichen, corcho, die hier gemahlen wurde als das Getreidegeschäft zunehmend von elektrischen Mühlen übernommen wurde. Die zerriebene Korkrinde wurde als Schutz bei der Verfrachtung von Weintrauben verwendet. Der erste Teil des Namens, Molino morisco, bedeutet Maurische Mühle, denn sie stammt noch aus den Zeiten bevor Alhaurín im Jahr 1485 von christlichen Armeen zurückerobert wurde. Der Stadtname Alhaurín ist arabischer Herkunft, was sehr üblich in Andalusien ist, und bedeutete anscheinend so etwas wie Der Garten Allahs. Wobei der ursprüngliche arabische Namen im Laufe der Jahrhunderte vielleicht etwas abgewandelt wurde. Die Ursprünge der Mühle liegen wahrscheinlich noch viel weiter zurück als das 15. Jahrhundert, aber Daten aus arabischen Zeiten gingen bei der Reconquista weitgehend verloren. Damals herrschte bei Kriegen das Motto winner takes all. Leute waren – vermutlich auf allen Seiten – hart und unnachgiebig. Ein Fluss in der Nähe der Mühle heißt Sanguino, also der Blutrote, Dies war örtlichen Legenden gemäß seine Farbe nach einer Schlacht in dieser Region. Nehmen wir es als gutes Zeichen dass der Sanguino mittlerweile ein arroyo, also ein ausgetrocknetes Flussbett ist.

Weitere Infos  Um zur Mühle zu kommen, fahren Sie von Fuengirola an der Costa del Sol die A-7053 in die Berge, eine gut ausgebaute Straße ca. 15 km bis nach Alhaurín el Grande. Bevor man ins Zentrum der Stadt fährt, die Abbiegung links, Richtung Coin / Marbella nehmen. Nach 600 Metern ist links ein Schild Molino morisco de los Corchos 1,1 km. Dann, bei einem Schild für Lastwagen (5,1 t) links abbiegen, dort ist die Mühle. Geöffnet Samstag und Sonntags 10.30 -5.30

 

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Directions  From Fuengirola on the Costa del Sol take A-7053 up to Alhaurín el Grande, ca. 15 km distance. As you come into Alhaurín el Grande, before you get to center, take left turn to the Coin / Marbella road down a hill, then after 600 meters take left turn by sign Molino morisco de los Corchos 1,1 km. When you come to roadsign with warning for lorries (5,5 t) turn left,  there’s the mill (open Sat / Sun. 10.30-5.30)

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