The Victorian thriller Lady Audley's Secret (1862) by M. E. Braddon is online as a BBC radio play. From the novel I quote a passage that mentions the Pre-Raphaelites, who were then quite a new and controversial art movement. There's also a movie with a very pretty Neve McIntosh. Links below

Das Krimi-Genre entwickelte sich etwa um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Als erste Romane dieser Art werden in England oft Die Frau in Weiß (1860) und Der Monddiamant (1868) von Wilkie Collins genannt. Und eben auch Das Geheimnis der Lady Audley (1862) von der Autorin M. E. Braddon, zur Zeit online als BBC-Hörspiel. Link folgt. Zu Viktorianischen Zeiten nannte man diese Bücher sensation novels. Ein gemeinsames Merkmal war dass sie die Erschütterung von Idyllen und Idealen der englischen Mittelklasse darstellten. Zudem wurden die obengenannten Romane alle, mehr oder weniger, von einem echten Fall inspiriert, dem berüchtigten Mord von Road Hill House in 1860, für den ein 16-jähriges Mädchen verurteilt wurde, obwohl bis heute Zweifel bestehen. Der Roman Lady Audley’s Secret war ein großer Bestseller der die Autorin reich machte, und bis heute erhältlich ist, oben im Bild unsere Ausgabe von Wordsworth Classics mit einem schönen Cover. Es geht um eine junge Frau namens Lucy Graham, eine Gouvernante die aus einfachen Verhältnissen stammt, den reichen Sir Michael Audley heiratet und nun als Lady Audley mit ihm auf dem Landsitz Audley Court lebt. Eine junge Dienstbotin namens Phoebe findet ein Dokument aus der Vergangenheit der ausgesprochen hübschen Lady Audley und beginnt sie damit zu erpressen. Aber das ist erst der Anfang, denn es scheint zunehmend als ob die Lady sehr viele Geheimnisse hat. Ein Neffe ihres Ehemanns, der junge Rechtsanwalt Robert Audley, wird stutzig als sein ehemaliger Schulfreund George Talboys aus Australien zurückkehrt und seine Ehefrau Helen sucht. Die ist jedoch verschwunden, anscheinend sogar gestorben. Dafür gibt es Dokumente. Aber einiges deutet daraufhin dass die junge Lady Audley niemand anders als die angeblich verstorbene Helen ist. Es ist nicht einfach zu beweisen, denn die junge Dame ist intelligent, methodisch und vorsichtig. So schafft sie es auch dass George, der möglicherweise ihr legaler Ehemann ist, sie nicht zu sehen bekommt. Aber der Rechtsanwalt Robert beginnt, sich detektivisch zu betätigen. Hier eine Romanpassage in der Robert und George in Lady Audleys Abwesenheit in ihr Zimmer einbrechen und ein Porträtgemälde von ihr finden in dem George seine frühere Ehefrau zu erkennen meint:

‘Yes; the painter must have been a pre-Raphaelite. No one but a pre-Raphaelite would have painted, hair by hair, those feathery masses of ringlets with every glimmer of gold, and every shadow of pale brown. No one but a pre-Raphaelite would have so exaggerated every attribute of that delicate face as to give a lurid lightness to the blonde complexion, and a strange, sinister light to the deep blue eyes. No one but a pre-Raphaelite could have given to that pretty pouting mouth the hard and almost wicked look it had in the portrait’.

Eine zeitgeschichtlich interessante Erwähnung sind hier die Präraffaeliten, eine Künstlerbewegung deren Bilder heute als romantischer, altmodischer Stil des 19. Jahrhunderts gelten, aber damals as kontroverse Avantgarde angesehen wurden. Aber das Porträt ist nur ein kleiner Teil von einem komplexen Fall, denn die die junge Lady Audley schreckt scheinbar selbst vor Mord nicht zurück um die Spuren der Vergangenheit zu verwischen. Aber ist Lady Audley wirklich ein böser Mensch, oder gibt es nachvollziehbare Gründe für ihr resolutes Vorgehen? In der Viktorianischen Epoche wäre es für die Autorin Mary Elizabeth Braddon unmöglich gewesen, die schöne und erfolgreiche Lady Audley unter solchen Umständen als Heldin darzustellen, aber man bekommt das Gefühl dass Braddon ein gewisses Verständnis für sie hat. Der Roman, den die Autorin im Alter von 26 Jahren schrieb, wurde mehrfach verfilmt, schon in der Stummfilm-Ära, dann gab sogar eine deutsche TV-Verfilmung, Lady Audleys Geheimnis (1978), hier ein merkwürdiger Trailer mit Musik aber ohne Sprache. Deutlich besser ist die englische Verfilmung aus dem Jahr 2000, mit der hübschen Neve McIntosh in der Titelrolle, Link folgt. Ebenso ein gut gemachtes und ziemlich neues BBC-Hörspiel aus dem Jahr 2009.

 

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Mary Elizabeth Braddon: Lady Audley’s Secret als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel mit Amanda Murray (als Lady Audley), Hugh Dickson (als Doctor Dawson), Nigel Havers (als Robert Audley), Nicholas Geeks (als George Talboys), Margot Boyd (als Mrs Vincent), Tammy Ustinov (als Clara Talboys), Stephen Thorne (als Luke Marks), David Cooderson (als Sir Harry Towers), Ronald Baddiley (als Harcourt Talboys), Frances Jeater (als Phoebe Marks), Timothy Bateson (als Captain Maldon), Hilda Schroder (als Miss Tonks), Jill Lidstone (als Alicia Audley), Nigel Stock (als Sir Michael Audley), Jean Trend (als Mrs Maloney) u. a. Produktion von 1983

Film Die TV-Verfilmung Lady Audley’s Secret (2000) mit Neve McIntosh auf Youtube und als DVD erhältlich

Roman auf Deutsch Das Geheimnis der Lady Audley: Ein viktorianischer Krimi ist als Taschenbuch erhältlich

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