Our son asked what a tape recorder was? We looked through some hi-fi and design related book and mags. We liked this one best, the Braun TG 60. Apparently it inspired an Apple app

Eins unserer Kinder fragte uns neulich, was ein Tonbandgerät sei? Genauer gesagt, las er in einem spanischen Buch das gängige Wort magnetófono, das weniger selbsterklärend ist als das deutsche Wort, das mit Kombination von Ton, Band und Gerät ein gutes Wort ist. Wir haben zwar noch einen Kassettenrecorder, für alte Hörspiele und so, aber leider kein Tonbandgerät, deshalb blätterte ich in ein paar Büchern und Magazinen zum Thema Hi-Fi und Design und fand das Foto links. Das Gerät ist schön und zudem übersichtlich genug, um einem Kind zu erklären: hier sind die Spulen die das Tonband durch die Tonköpfe laufen lassen, hier sind die Schalter zum vorspulen, anhalten etc. Später checkte ich aus eigener Neugier noch weitere Details zum Braun TG 60, Baujahr 1965, aus und stellte erfreut fest dass dies eine kultige Maschine ist die sogar von der Firma Apple in einer kleinen Hommage geehrt wurde. Und zwar im Look von einer Apple Podcasts App, unten im Bild. Es ist nur eine Andeutung, aber die virtuelle Bedienungsfläche der App zeigt nicht ein beliebiges Tonbandgerät sondern hat Merkmale vom Braun TG 60. Siehe folgendes Bild.

Among similarities are the teardrop shaped switch to adjust speed & trimmed corners of the square buttons for stop, start

Ich sehe drei Ähnlichkeiten, besser erkennbar wenn man die Bilder durch Anklicken vergrößert. Einmal die Anordnung der Schraubenlöcher über den Tonköpfen. Dann die Form der Knöpfe (start, stop, spulen) die abgerundete Ecken wie das TG 60 haben. Noch auffälliger ist die Form des Schalters (mit Hase und Schildkröte) der Apple App. Dieser Schalter zur Regelung der Geschwindingkeit ist tropfenförmig wie beim Braun TG 60. Wobei man bedenken muss dass keine dieser Formen zwingend ist oder sich von allein ergibt. Es ist Design. Ein Merkmal davon ist dass es dem Betrachter oder Benutzer so vorkommt als ob es völlig normal wäre und immer schon so gewesen sein müsste. Der schlichte, unaufdringliche Look sieht nach 50 Jahren immer noch gut aus. Zeitlos. Während man Produkte mit einem aufgemotzten oder pseudo-cleveren Look oftmals schon nach ein paar Jahren nervig findet. Persönlicher Geschmack mag bei diesen Dingen eine Rolle spielen, aber wir vermuten dass heute fast jeder den Look des Braun TG60 cool finden wird. Diese Art von Design hat sich nun mal durchgesetzt und bewährt. Der Look und die Philosophie dahinter stammt von dem deutschen Designer Dieter Rams der im folgenden YouTube Clip übrigens das Kompliment an Apple erwidert und sagt dass heute nur wenige Firmen Design, so wie er es versteht, wirklich ernst nehmen. Das sei im Moment wieder eine amerikanische Firma, nämlich Apple. Im Video ist auch Jonathan Ive, Chefdesigner von Apple zu sehen. Er hat ebenfalls nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er ein Fan von Dieter Rams ist. Es gibt mindestens ein weiteres Apple Produkt in dessen Look für uns ein Einfluss von Rams erkennbar ist. Deutlich bekannter als das TG 60 Tonbandgerät. Es heißt iPad.

 

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Tonbandgeräte in Spionagefilmen & Verschwörungsthrillern Tonbandgeräte waren lange Zeit quasi obligatorische Requisiten, als Inbegriff des Lauschangriffs von Geheimdiensten etc. In der John LeCarre Verfilmung Das Rußland-Haus (1990) sind u. a. Geräte wie das Revox C270 zu sehen. In Francis Ford Coppolas Verschwörungsklassiker Der Dialog (1974) kommt das Uher Universal 5000 vor, ein Gerät das auch beim der Watergate-Affäre verwendet wurde. Der beste Spielfilm für Tonband-Fans ist Brian De Palmas Thriller Blow Out  – Der Tod löscht alle Spuren (1981). Hier sind Tonbandgeräte nicht nur Requisiten sondern stehen im Mittelpunkt der Geschichte: John Travolta spielt einen Tontechniker der des Nachts im Wald Tonbandaufnahmen für seine Sammlung von Klangeffekten macht, und dabei zufällig den Soundtrack von einem politisch Mordanschlag aufnimmt. Eins der Geräte das im Film ausgiebig vorkommt ist das Nagra III, ein Klassiker der auch in vielen anderen Filmen auftaucht, z. B. in Clint Eastwoods Play Misty for Me (1971)

Tonbandgeräte in Horrorfilmen In Tanz der Teufel (1981) spielt eine Tonbandaufnahme eine zentrale Rolle. Fünf Studenten sind auf Urlaub in einer abgelegenen Hütte im Wald. Sie finden dort die auf Tonband gesprochenen Aufnahmen von einem Archäologen der über ein Buch mit sumerischen Bestattungsriten und Beschwörungsformeln spricht. Das Abspielen der archaischen Sprüche bewirkt die Wiederauferstehung von unangenehmen Geistern…und der Rest ist ein berüchtigtes Stück Kinogeschichte. Das Tonbandgerät im Film ist ein Panasonic RQ-706S, hier auf YouTube zu sehen. Der Clip enthält keine kontroversen Horrorszenen. Im Psychothriller Berberian Sound Studio (2012) geht es um die Produktion von Soundeffekten für…Horrorfilme in den 70er Jahren, mit dabei, das Revox A77 MK III, das auch kurz in diesem Trailer zu sehen ist. Last, not least, in dem düsteren Horrorklassiker Der Exorzist (1973) macht Pater Karras Tonbandaufnahmen von Regan und hört sie später in einem Sprachlabor an (siehe Foto ohne Horrorszene) um sie zu analysieren.

Tonbandgeräte in Science Fiction Filmen Waren früher oft im Hintergrund von Sci-Fi-Filmszenen, wo sie vor sich hin spulten und Technologie symbolisierten. Jedoch fast immer jedoch als namenlose Requisiten, denn bekannte Marken hätten nicht genug nach ferner Zukunft ausgesehen. Eine spezifische Marke sieht man in einem Sci-Fi-Film der in der (damaligen) nahen Zukunft spielt: In Der Tag des Delphins (1973) bringen Wissenschaftler – mit Hilfe von Sony TC-85 Tonbandgeräten – Delphinen bei, die menschliche Sprache zu verstehen. Was dunkle Mächte auf die Idee bringt, die Tiere für Attentate zu verwenden

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