Call it religion, call it mythology, call it distant historic events wrapped up as a lesson. One thing's for sure: It's a great story. Good luck on a film set that may be wetter than 'Titanic'

In Island haben die Arbeiten an dem kommenden Spielfilm Noah (2014) begonnen. Offenbar eine Produktion mit großem Budget und Starbesetzung á la Russell Crowe, der in Gladiator (2000) und anderen Filmen als Hauptdarsteller beeindruckte. In weiteren Rollen sind Schauspieler wie Emma Watson aus den Harry Potter Filmen, Ray Winstone und der gute alte Waliser Anthony Hopkins. Wir mögen solche Stoffe und finden nicht, dass man unbedingt Anhänger irgendeiner spezifischen Religion sein muss um solche Geschichten interessant zu finden. Wer wirklich allergisch auf die Bibel ist, kann sich damit trösten dass die Geschichte von einem Mann der mit seiner Familie und seinen Tieren eine große Flut überlebte, schon im sumerischen Gilgamesch-Epos vorkommt. Und wer weder mit Religionen noch mit Mythen etwas am Hut hat, sondern nur Fakten will, den dürfte interessieren, oder dem wird wahrscheinlich schon bekannt sein, dass vor ca. 7500 Jahren tatsächlich etwas geschah, das Ähnlichkeit mit dem weit verbreiteten Mythos von einer Großen Flut hat. Um ca. 5600 v. Chr. erlebten jungsteinzeitliche Bauern und Viehzüchter in der Region um das heutige Schwarze Meer etwas das sich als Desaster entpuppte:

Pic from the US National Climatic Data Center (NCDC), who point out that the Black Sea deluge hypothesis is not supported by all researchers but quote an National Geographic article: "funneled through the narrow Bosporus, the water hit the Black Sea with 200 times the force of Niagara Falls. Each day the Black Sea rose about 15 cm, and coastal farms were flooded."

Das Schwarze Meer war bis zu diesem Zeitpunkt noch ein riesiger Süßwassersee ohne Verbindung zum Meer. Aber aufgrund von damaligen umweltlichen Veränderungen, begannen riesige Mengen von Salzwasser über den heutigen Bosporus ins Schwarze Meer einzudringen. Das ist wissenschaftlich bewiesen, obwohl der genaue Zeitpunkt noch umstritten ist – den sehen manche Forscher eher noch früher, nicht 5600 sondern vielleicht schon ab 7000 v. Chr.  Wann immer es genau war, dieses Spektakel werden Menschen als gigantische Wasserfälle, viel größer als die Niagarafälle, miterlebt haben. Interessant ist auch dass manche Sprachwissenschaftler das am Schwarzen Meer liegende Anatolien als Wiege der indoeuropäischen Sprachen identifizieren. In unserem englischen Bildtext spielen wir scherzend auf die Titanic (1997) Verfilmung an, aber es gibt hier tatsächlich eine Verbindung zur Großen Flut vom biblischen Noah, oder dem sumerischen Ziusudra, oder dem Atrahasis oder was auch immer ihre Namen gewesen sein mögen. Robert Ballard, der amerikanische Unterwasserarchäologe der in den 80er Jahren das Wrack der Titanic fand, machte auch bei einem anderen Forschungsprojekt, ca. 10 Jahre später spektakuläre Entdeckungen im Schwarzen Meer: Nämlich jahrtausendealte ehemalige Seeufer die heute ca. 100 Meter tief unter Wasser liegen. Eine Welt,  oder zumindest der Teil einer Welt verschwand in den Fluten.

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Es fällt schwer, sich vorzustellen dass bei damaligen Überschwemmungen des Schwarzen Meers sämtliche Lebewesen bis auf eine einzige Familie und ihre Tiere umkamen. Aber dass dieses Desaster oder vielleicht eine über Jahrhunderte andauernde Reihe von Desastern, einen immense Spur in Form von Überlieferungen in der Menschheitsgeschichte hinterlassen haben, scheint plausibel. Ebenso wie die Tatsache dass Menschen die Tendenz haben, nach Gründen und Erklärungen für Unheil und Katastrophen zu suchen.

Update  Hier der offizielle deutsche Trailer auf YouTube für den Spielfilm Noah (2014) Im englischen Wiki-Artikel ist das Kinoposter und einiges an Info über den Film

Avenita Kulturmagazin