There's a BBC radio dramatisation of Moby Dick online, link below. If Moby Dick symbolizes destiny or even God, then his message is: Don't mess with nature. We also look at folk and rock music inspired by whales and whale song

Das Hörspiel nach Herman Melville ist ein paar Wochen online. Link folgt. Der geheimnisvolle Wal wird oft als die Macht des Schicksals oder sogar eine Art göttliche Macht interpretiert. Die Botschaft an den Menschen ist: Wenn du gegen die Natur kämpfst, wirst du verlieren. Kapitän Ahabs Jagd auf den Wal ist kein Job mehr um einen Lebensunterhalt zu verdienen, sondern ein Rachefeldzug. Es ist weitgehend bekannt wie der Roman endet. Die Verfimung Moby Dick (1956) mit Gregory Peck ist berühmt. Teile davon wurden in Wales gedreht, in dem kleinen Hafenstädtchen Fishguard das wir gut kennen. Nachfolgend auch einen Blick darauf wie der Wal zum Thema in Folk und Rockmusik wurde, wobei für Musiker oftmals Schutz und Rettung dieser grandiosen Lebewesen eine Rolle spielte. Links im Bild ist  meine englische Romanausgabe vom Penguin Verlag. Das Taschenbuch von 1972 ist eine Schatzgrube. Welche Verlage bieten Lesern heute noch Ausgaben mir sechzig Seiten an Einführungen, dokumentarischen Fotos zum Thema, plus weiteren dreihundert Seiten an Nachwörtern und Kommentaren? Deutsche Verlage laufen bei der Ausstattung von Büchern leider auf Sparflamme, aber das nur nebenbei. Was das Thema Musik anbelangt, ist einer der faszinierendsten Aspekte von Walen dass sie selber eine Art von Musik, nämlich den Walgesang als Kommunikationsmittel haben. Dies ist, wie ich erstaunt feststellte, erst vor kurzer Zeit erkannt und erforscht worden. Ende der 1950er Jahre, zu Zeiten des Kalten Krieges, hatte die US-Navy geheime Unterwasserstationen an der Küste der Bermudainseln um mit hochsensiblen akustischen Geräten etwaige Bewegungen von sowjetischen U-Booten zu identifizieren. Dabei wurden erstmals auch Töne von Walen aufgenommen, aber nicht weiter analysiert. Erst 1967 entdeckte der US-Biologe Dr. Roger Payne anhand dieser Aufnahmen dass Wale komplexe Klänge produzieren die aufgrund ihrer präzisen Art, mit Variationen und Wiederholungen von Tonfolgen, tatsächlich als Lieder bezeichnet werden können.

 ’Queequeg kam von der Insel Rokovoko, die auf keiner Karte verzeichnet ist. Die wahren Orte sind das nie’ (Romanpassage, Herman Melville, Moby Dick, 1851)

Wer sich für Moby Dick interessiert, wird das Buch 'Im Herzen der See' von Nathaniel Philbrick interessant finden. Die wahre Geschichte des Walfängers Essex, der 1820 von einem Pottwal gerammt und versunken wurden, inspirierte den Roman von Melville. Siehe auch Trailer von Ron Howards Verfilming

Dies war in den 60er Jahren eine Sensation, sowohl für Wissenschaftler, als auch für Künstler. Roger Payne machte weitere Aufnahmen von Walgesängen und produzierte ein Album namens Songs of the Humpback Whale (1970), siehe LP-Cover, das mithilfe des National Geographic Magazins zum Bestseller wurde. Es dauerte nicht lange bis Musiker begannen, Samples vom Walgesang des Album zu verwenden. Im selben Jahr veröffentlichte Folksängerin Judy Collins auf dem Album Whales & Nightingales (1970) das Lied Farewell to Tarwathie das a cappella, also nur Collins’ Stimme ohne Begleitung anderer Musikinstrumente, den Walgesang besonders gut zur Geltung kommen lässt. Eine weitere Künstlerin die Samples von dem Wal-Album verwendete ist Kate Bush. Auf ihrem Debütalbum The Kick Inside (1978) beginnt das erste Lied Moving mit Walgesang, hier ein Clip. Das Lied war eine Hommage an ihren Tanzlehrer. Sie sagte, dass Wale für sie die Essenz des Begriffs Bewegung verkörpern weil sie sich trotz ihres enormen Gewichts so anmutig im Wasser bewegen. Walgesang inspirierte auch Gitarristen dazu, den Klang zu imitieren, wie David Gilmour im Floyd-Lied Echoes, siehe Clip in dem der Gitarren-Effekt vorgeführt wird. Ein Lied das spezifisch vom Wal und seiner Bedrohung durch den Menschen handelt, ist Don’t Kill the Whale von der Hippie-Band Yes, hier ein Live-Clip, zudem mit der Gelegenheit den kürzlich verstorbenen Yes-Bassisten Chris Squire zu sehen. Das Lied sagt, dass wir uns über den Wal-Gesang freuen sollen, denn Wale beten für ihre Umwelt und nehmen in Kauf, für ihre Anmut und Liebe zu sterben. Wenn uns noch genug Zeit bleiben sollte, singt Jon Anderson, werden wir zukünftig Menschen danach bewerten ob sie sich für die Schwachen einsetzen. Ah…die guten alten Hippies bringen es mal wieder auf den Punkt. Der Mythos des Wals hat auch Metal-Bands inspiriert, die US-Band Mastodon hat mit Leviathan (2004), siehe Clip, ein starkes von Moby Dick inspirierte Konzept-LP aufgenommen. Die Gitarren klingen wie Black & Decker Kreissägen, was vielleicht etwas vom Kampf mit den Elementen auf dem Meer vermittelt. Es ist klar dass die Menschen im 19. Jahrhundert, so wie auch die meisten Romanfiguren von Herman Melvilles Moby Dick (1851) nicht aus sportlichem Vergnügen sondern als Lebensgrundlage Wale jagten. Es gab und gibt heute noch Kulturen und Regionen für die der Walfang ein tradioneller und integraler Teil ihres Lebens ist. Aber man sollte schleunigst nach Alternativen suchen, bevor es zu spät ist.

 

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Herman Melville: Moby Dick als BBC-Hörspiel von 2010 online Das BBC-Hörspiel Moby Dick nach Herman Melville. Mit Trevor White (als Ishmael), Garrick Hagon (Captain Ahab), Richard Laing (als Starbuck), Mark Meadows (als Peleg), Simon Lee Phillips (als Stubb), Kobna Holdbrook-Smith (als Daggoo), Sani Muliaumaseali’i (als Queequeg) u. a. Musik komponiert von Stuart Gordon. Produktion von 2010.

Moby Dick als deutsches Jugendhörspiel von 1973 online Das Hörspiel mit Peter Wagenbreth (als der Matrose Ismael), Peter Mosbacher (als Kapitän Ahab), Klaus Sonnenschein (als Harpunier Queequeg), Erich Köhler (als Kapitän Bildad), Horst Pinnow (Wirt), Peter Thom (als Starbuck, erster Maat), Heinz Spitzner (Kapitän Peleg), Gerd Holtenau (Kapitän der ‘Freunde’), Joachim Nottke (Erzähler). Musik: Hans Bergmann. Ton: Eberhard Sengpiel. Bearbeitung: Alper Maral. Regie & Produktion: Ruth Scheerbarth. 1973

Spielfilm: Im Herzen der See  Ein deutscher Trailer von der Verfilmung des oben erwähnten Buchs von Nathaniel Philbrick über die wahren Ereignisse die den Roman Moby Dick inspirierte

Dokumentarfilm  Arte-Doku Der Aufstand der Wale: Moby Dicks wahre Geschichte auf YouTube

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