The Rolling Stones are one of several 60s and 70s rock bands who presented themselves in connection with Stonehenge and other monuments. See the following pics of Led Zeppelin and Black Sabbath with Stonehenge themed stage sets

Die Rolling Stones sind eine von mehreren Rockbands die sich im Zusammenhang mit Stonehenge präsentierten. Siehe nachfolgend Fotos von Led Zeppelin und Black Sabbath mit Bühnendesign im Stonehenge-Look. Plus einige LP-Cover und Lieder mit Megalith-Thematik, und auch etwas von den Beatles. Das heute ziemlich weitverbreitete Interesse an Steinkreisen und anderen Monumenten ist zum gewissen Teil der Jugendkultur der 60er und 70er Jahre zu verdanken. In den 50er Jahren herrschte eher Enthusiasmus für die Konsumgesellschaft. Es gab relativ wenig Skepsis gegenüber neuen Errungenschaften wie Hochhaussiedlungen, Atomkraft und Landwirtschaft mit chemischen Methoden. Das populäre Image der Steinzeit war bis Mitte der 60er Jahre von Gags geprägt, wie in der TV-Serie Familie Feuerstein (1960-1965). Die Serie war gut gemeint (anders als die spätere ‘Steinzeit, nein Danke’ Aktion der deutschen Atom-Lobby). Fred Feuerstein hatte bestimmt auch Fans unter Hippies, aber die damals wachsende Jugendbewegung stellte vieles in Frage, auch den uneingeschränkten Fortschrittsglauben der Elterngeneration. Die Hippiegeneration war Anti-Atomkraft, Anti-Krieg, Anti-Junkfood…Anti-Establishment. Man suchte in fast jeder Hinsicht nach Alternativen – auch zu etablierten Religionen. Damals entstand das heute zum Mainstream gewordene Interesse an Sachen wie Astrologie, Yoga, Buddhismus, Meditation etc. Zudem wurden englische Hippies darauf aufmerksam dass es auch im eigenen Land uralte Kulte gegeben hatte, davon zeugten Monumente wie Stonehenge. Über die Art der Kulte war wenig bekannt, aber eins stand fest: Es waren Kulte die mit den Jahreszeiten, der Sonne, der Natur zu tun hatten. Und Natur war ein eins der Stichworte der aufblühenden Hippiegeneration.

Zeppelin in the 70s: Actually a nice stage, though these things would later be object of the satirical movie Spinal Tap (1984). Rock bands proved good sports and tend to like the movie

Die Beatles waren die erste Rockband mit einer Stonehenge-Connection, in ihrem Film Help (1965) spielen sie das Lied The Night Before in Sichtweite von Stonehenge. McCartney sollte Jahre später einen vertieften Bezug auf Megalithmonumente nehmen. Gleich mehr dazu. Bleiben wir erst noch etwas in den 60er Jahren und sehen wie Science Fiction ins Spiel kam. Ein geheimnisvoller Stein, ein schwarzer Monolith spielte eine zentrale Rolle in 2001: Odyssee im Weltraum (1968). Im Film wirkt der Stein auf Schlüsselmomente der Menschheitsgeschichte ein. Zuerst in prähistorischen Zeiten, später im Raumfahrtzeitalter, hier die 2001-Filmszene in der die Idee vorgestellt wird dass die Monolithen von Außerirdischen hinterlassen wurden. Im selben Jahr wie Stanley Kubriks 2001 erschien auch Erich von Dänikens erstes und international erfolgreiches Buch Erinnerungen an die Zukunft (1968) mit der These dass alle möglichen Monumente auf der Erde unter Mitwirkung von Außerirdischen entstanden. Vermutkich spielten Leute wie Stanley Kubrik, Artur C. Clarke und Däniken eine gewisse Rolle bei der Mystifizierung von prähistorischen Monumenten. Jedenfalls präsentierten sich ab Ende der 60er auch Bands die ansonsten nicht besonders esoterisch veranlagt waren im Zusammenhang mit Stonehenge, siehe obiges Foto von den Rolling Stones. Ebenfalls das Album Stonedhenge (1969) von den rustikalen Woodstock-Bluesrockern Ten Years After, deren LP-Titel ein Wortspiel mit dem Begriff stoned ist, also auf Drogen anspielt. Zweifellos gab es zu Hippie-Zeiten so manchen Joint und LSD-Trip bei Stonehenge.

Black Sabbath in the 80s had a Stonehenge set so big that only part of it could be used on stage. Some bands, like Hawkwind, actually played gigs at the real Stonehenge. Outlawed 1984

Der Steinkreis tauchte auch auf dem Album namens Stonehenge (1970) von der Woodstock-Legende Richie Havens auf. Ab 1974 gab es bei Stonehenge jährlich zur Sommersonnenwende das Musik- und Hippie-Event Stonehenge Free Festival, hier ein Foto. Die Band Hawkwind, die zum Sci-Fi inspirierten Genre Space Rock zählt, und der einst Lemmy von Motörhead angehörte, spielte mehrmals dort, hier ein Clip vom letzten Stonehenge-Konzert von Hawkwind in 1984. Danach wurden die Stonehenge-Konzerte polizeilich verboten. Black Sabbath ließen sich die Steinkreis-Mystik nicht nehmen und gingen 1983-84 mit einem Stonehenge-Bühnenset auf Tour, siehe Foto links. Led Zeppelin waren schon in den 70er Jahren mit einem Bühnenset im Stonehenge-Look aufgetreten, siehe obiges Foto. Der Musiker Julian Cope, ehemals von Teardrop Explodes, beschäftigt sich seit Jahren mit Megalithkultur, hat das erfolgreiche Buch The Modern Antiquarian (1998) dazu geschrieben. Seine Musik wirkt auf sympathische Weise unkommerziell und versponnen, ebenso wie das LP-Cover auf dem eine Lady mit AK-47 auf einem Hünengrab steht. Don’t try this at home! Obwohl Megalithmonumente nicht aus den Zeiten der späteren keltischen Kultur stammen, sind sie stark in gälisch geprägten Ländern wie Irland und Regionen wie Schottland und Bretagne vertreten. Der Bretone Alan Stivell setzte Stonehenge aufs LP-Cover von Symphonie Celtique (1980). Der Ire Van Morrison hatte auf dem Album The Philosopher’s Stone (1998) die Stones of Stenness. Die Folkrock-Band Clannad hatte den irischen Steinkreis Piper’s Stones auf dem Cover von Magical Ring (1983). Der Name bedeutet Steine des Flötenspielers, was eine folkloristisch überlieferte Rolle von Steinkreisen andeutet: Dass Megalithmonumente tatsächlich eine Verbindung mit Musik haben könnten. Darauf deuten auch andere häufige Steinkreis-Namen wie Die Tanzenden Frauen hin. Ebenso Legenden die besagen dass die Menhire versteinerte Tänzer sind. In der Tat, der alte Name von Stonehenge war Giant’s Dance, also Tanz der Riesen. Die heutige Bezeichnung Stonehenge ist relativ neu. Falls die Musik-Connection irgendwann bewiesen wird, dann könnte man Rockkultur sprichwörtlich als Steinkultur übersetzen und müsste den Hippies zugestehen dass sie mit ihrem Interesse an den Monumenten auf eine interessante Spur kamen.

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Weitere Infos  Paul McCartney komponierte das 75 min. lange Orchestertstück Standing Stone (1997) auf dessen Cover ein Menhir ist. Es geht um Megalithkultur und basiert auf einem längerem Gedicht in dem Paul McCartney versucht, sich vorzustellen wie seine Vorfahren in Irland vor Tausenden vor Jahren die Welt gesehen haben könnten. In der DVD-Version ist ein 50 min. Doku über die Entstehung des Standing Stone Projekts und ein Booklet mit einigen Fotos die Linda McCartney von Monumenten machte.

Mehr Musik  Hier das Lied Imram d’an Inis (Suche nach der Insel) von Alan Stivells Album Symphonie Celtique (1980), ein YouTube-Clip mit Fotos von vielen verschiedenen megalithischen Monumenten

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