Andalusian guitarist Daniel Casares (b. 1980) is a rising force in Flamenco. He's also absorbed other influences and some of his songs may appeal to fans of Pat Metheny. In the world of classical music he's accompanied Cecilia Bartoli, link below

Der aus Málaga stammende Flamenco-Gitarrist Daniel Casares, Jahrgang 1980, hat mit El Ladrón del Agua (2010) ein Album aufgenommen das wahrscheinlich auch Fans von Gitarristen wie Pat Metheny gefallen wird. Das Album, dessen Titel Der Dieb des Wassers bedeutet, ist schon allein vom Klang her eine sehr ausgefeilte Produktion mit vielen guten Begleit- und Gastmusiker. Besonders gut gefiel uns der gezupfte Kontrabass von Francis Posé der, wenn er in den höheren Registern Solo-Fills spielt, etwas wie Scott LaFaro klingt. Auf einigen Liedern sind also definitiv Jazz-Einflüsse zu hören, während andere Lieder ziemlich traditionell und andalusisch klingen. Unser Lieblingslied ist zur Zeit Callejón de los Tramposos, das hier auf YouTube ausgecheckt werden kann. Daniel Casares wird hier von dem Sänger Junajo Alcántara und der Sängerin Chonchi Heredia begleitet, die sich in einer Art von Zwiegespräch zwischen Mann und Frau, mit Refrain und Vers abwechseln. Der Gesang setzt erst bei 2:10 min. ein, davor spielt Casares seine rasanten Melodien zu einem komplexen, trancehaften Rhythmus aus geklatschten 16-Noten und Perkussion. Der Text, der mit den vom Mann gesungenen Worten ‘Y yo te veo‘ beginnt, bedeutet auf Deutsch, frei von uns übersetzt in etwa: Und ich sehe dich, wie eine Seele die Träume erweckt, sag mir du liebst mich und ich glaube dir. Ich muss ja immer mit den Herzensbrechern spielen. Darauf antwortet die Frau: Wenn ich könnte, wenn ich könnte, dann würde ich dieses Leben malen, mit den Farben die aus dem Herzen kommen. Und sag mir, werden wir dieses Bild zu zweit malen? Auf dass der Wind uns davonträgt, und wir in Vergessenheit geraten, wie etwas das verloren gegangen ist. Die Kälte die durch mein Fenster kommt, ist der Sonnenaufgang eines neuen Tages. Dann kommt ein elektrischer Bass dazu, teils den Melodien der Gitarre folgend, teils mit Fills im gleitenden Stil eines Fretless Bass. Dann wird wieder der anfängliche Chorus Y yo te veo‘ gesungen, aber diesmal singen ihn Mann und Frau zusammen, mehrmals bis zum Ende des Lieds. Der Titel Callejón de los Tramposos, auf Deutsch, Die Gasse der Betrüger, deutet daraufhin dass es sich hier um eine dem Unglück geweihte, geheime Liebesaffaire handelt, aber auch solche Themen gehören zu der bittersüßen, teils düsteren Romantik der Flamenco-Kunst. Der Titel des Albums, vom Dieb des Wassers, wird auf dem CD-Cover mit einem Foto komplementiert das den Gitarristen in einem Regenschauer zeigt. Hier muss man vielleicht hinzufügen dass, anders als in Deutschland oder England, der Regen hier in Andalusien durchaus etwas willkommenes ist. Es war hier bei uns dieses Jahr extrem trocken, was natürlich super für Urlauber ist, und voll und ganz gegönnt, aber für Bauern die ein paar Kilometer weiter landeinwärts ihre Felder, Gärten und Obstbäume hegen, kann der Wassermangel ein großes Problem sein. Wir wissen nicht ob das der Sinn des Albumtitels El Ladrön del Agua ist, aber für uns ist diese Musik eine Art von Beschwörung der Elemente, sei es die Liebe - oder das Wasser.

Info  Ein Promo-Video für das Lied Plaza de las Flores, ebenfalls vom Album El Ladrön del Agua.

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