In the Rolling Stone magazine's ''500 Greatest Albums of all Time' Astral Weeks (1968) was near the top at 19. We had the fortune to see singer and songwriter Van Morrison, whose birthday it is, here in Andalusia. And he is still fantastic.

Es ist der Geburtstag des Sängers und Liederschreibers Van Morrison und wir werfen einen Blick auf sein Album Astral Weeks (1968), das von Musikkritikern als eins der besten Alben aller Zeiten gelistet wird. Im Jahr 2003 kam Astral Weeks  im US-Magazin Rolling Stone bei der Wahl der 500 besten Alben aller Zeiten auf Platz 19. Wir hatten das Glück, den in Nordirland geborenen Musiker Van Morrison vor ein paar Jahren hier bei uns in Andalusien im Konzert zu sehen, in Málagas schönem alten Opernhaus Teatro Cervantes, in dem öfters weltberühmte Musiker auftreten. Der Mann trug Anzug und Fedora-Hut und kam als schüchtern um nicht zu sagen völlig introvertiert rüber. Aber Van Morrisons Stimme klingt live – ganz ohne Halleffekte etc. – fast noch besser als auf den Alben. Und er spielte mit sehr guten Begleitmusikern, auf akustischem Doppelbass, Grandpiano, Trompete und Saxophon und einem Gitarrist der auf seiner alten Gibson-Semi-acoustic kleine Riffs und Melodien á la Joe Pass hervorzauberte. Der Mann hat viele gute Alben gemacht, zu unseren Favoriten gehören Moondance (1970), No Guru, No Method, No Teacher (1986) und Irish Heartbeat (1988) welches er mit den Chieftains aufnahm. Das Album Astral Weeks (1968) wirkt wie ein langes Lied, wie eine Tagebuch aus Van Morrisons Kindheit und Jugend in Irland. Hauptsächlich das nordirische Belfast. Astral Weeks enthält mehrere Referenzen zu Orten, Begebenheiten und Personen. Wie die Cyprus Avenue, der Zug von Dublin nach Sandy Row, einer Madame George, oder die Sunday Sixbells, der Glockenklang von St. Donards Church, wo Van Morrisons Eltern heirateten. Van Morrisons Perspektive ist nicht immer leicht zu entziffern. Für ihn scheint hinter dem Alltäglichen eine geheime, vielleicht sogar spirituelle Welt verborgen zu sein. Eine graue, 22-stöckige Hochhaussiedlung kann auf einmal etwas romantisches sein, wenn irgendwo dort oben eine Frau mit dem Namen Ballerina lebt. Die Musik von Astral Week ist eine Art Folk mit akustischer Gitarre, Kontrabass, Flöte und Streichern. Die Texte klingen dichterisch-romantisch, teils surrealistisch, wie zum Beispiel Sweet Thing, hier das Lied auf YouTube. Wir übersetzten frei und auszugsweise:

Ich sehe die Schiffe am Morgenhimmel und stille meinen Durst mit kaltem, klarem Wasser/ Wir gehen zusammen durch regennasse Gärten / und dann werde ich meine Hand in den Abendhimmel ausstrecken /die Sterne in deinen Augen zählen /einfach alles in mir aufnehmen/ ohne zwischen den Zeilen zu lesen / und wenn wir so zusammen gehen und sprechen / dann werde ich mich nie wieder alt fühlen / nie wieder / mein Liebling

Der Text kommt jedoch erst so richtig rüber wenn er wie ein Klanggemälde mit Van Morrisons Stimme verflochten ist. Astral Weeks hat Züge eines Konzept-Albums. Auf Vinyl-LP (siehe unsere Schallplatte im Foto) heißen die beiden Plattenseiten jeweils: In the Beginning und Afterwards. Ob sich dieses Vorher und Nachher auf eine Person oder vielleicht Vans Heimat bezieht, die er seinerzeit, in Richtung Amerika als junger Mann verließ, wer weiss? Um auf die 45 Minuten einer Schallplatte zu passen, wurden damals angeblich einige Sachen herausgeschnitten. Unter anderem ein längeres gesprochenes Gedicht. Vielleicht waren das mysteriöse Gedicht auf der Rückseite des Album-Covers ein Teil davon. Die Aufnahmen für Astral Weeks liefen, nach heutigem Standard, unglaublich schnell, über zwei oder drei Tage im Herbst 1968 in New York. Van Morrison fühlte sich in der Stadt anscheinend nicht besonders wohl. Aber er hatte mit seinem Lied Brown Eyed Girl einen Top 10 Hit in Amerika gehabt, seine Frau Janet dort getroffen und lebte in Woodstock, der Stadt (nicht dem Festival-Ort) die damals eine Art Musiker- und Künstler-Kolonie war. Er hatte trotz des Hits wohl kaum Geld, war vom Popbusiness entäuscht und spielte un-plugged, akustisch mit ein, zwei Begleitmusikern in kleinen Clubs um sich durchzuschlagen. Bei diesen Liveauftritten entwickelte er vermutlich den Klang und Stil von Astral Weeks. Als er ins Studio ging um Astral Weeks aufzunehmen, hatte der Produzent professionelle Jazz-Musiker für ihn bestellt, die keine Ahnung hatten, wer Van Morrison war. Es gab anscheinend keine großen Gespräche oder Vorgaben, sondern die Musiker improvisierten spontan zu Van Morrisons musikalischen Gedichten und seiner Gitarre, was ihnen dazu in den Sinn kam. Ein oder zwei Proben und dann hieß es: Tonband läuft! So ging das damals. Diese Arbeitsweise war wohl ein Mitgrund für die frische, spontane und zum Teil ekstatische Atmosphäre des Albums. Van Morrisons Astral Weeks (1968) war es mit seinen langen, ungewöhnlichen Liedern, fern ab von kommerziellen Radio-Formaten, kein Verkaufsschlager. Damals sicher eine Entäuschung für den jungen Iren. Aber das Album verewigte einen magischen Moment, an dem ein junger introvertierter Künstler, weit weg von Zuhause, auf einmal all seine Energie, seine Liebe, seine Erinnerungen, seine Ängste und Hoffnungen wie auf einem Amboss zu etwas formte das eine zeitlose Qualität hat.

Ads by Google

 

Weitere Infos  Van Morrison tritt am 13. September 2012 in Düsseldorf, in der Mitsubishi Electric Halle auf. Das Album Astral Weeks ist als CD / Download und Vinyl-LP erhältlich.

Avenita Redaktion