Dies ist ein Teil des einzigartigen Doppel-Steinkreises Grey Wethers den Meetch in den einsamen Heidelandschaften von Dartmoor fotografiert hat. Die zwei großen Steinkreise mit 33 Meter Durchmesser sind nur 5 Meter voneinander entfernt, wie Sie gleich auf unserem zweiten Foto sehen. Der eindrucksvolle Anblick des ca. 5000 Jahre alten Monuments ist nicht leicht auf einem  normalen Foto rüberzubringen. Filme oder Luftaufnahmen zeigen das Ausmaß der Anlage besser und folgen am Ende des Artikels. Anders als bei berühmten Monumenten wie Stonehenge, trifft man bei Grey Wethers kaum eine Menschenseele. Mitunter weil man kilometerweit laufen muss um hierher zu kommen. Auto geht nicht. Aber das macht den Anblick von Grey Wethers um so eindrucksvoller. Dartmoor im südenglischen Devon ist riesig und großteils naturbelassen. Es gibt hier wilde Ponys und viele Spuren práhistorischer Aktivitäten. Der Name Grey Wethers bedeutet Graue Schafe. Genauer gesagt sind wethers kastrierte Widder. Wir dachten anfangs dies sei ein relativ moderner Name. Dass Schäfer ihre Herden dort weiden ließen und den Ort demgemäß benannten. Aber wir stießen auf etwas dass dem Namen vielleicht einen antiken Kontext gibt: Eine Sage um das Grey Wethers Monument handelt von einem Bauern der Gott jeden Mittsommer ein Opfer bringen musste um sich für das gute Gedeihen der Schafe zu bedanken. Eines Tages versuchte er jedoch ein Schaf zu verwenden dass er von einem Nachbarn geklaut hatte. Dafür verwandelte Gott seine Schafe  zu Stein, nämlich jene zwei Steinkreise von Grey Wethers. 

Der Mann, dessen Lebensgrundlage somit zerstört war, starb bald darauf und wurde auf Cosdon Hill,  einem Berg in Dartmoor begraben. Danach kehrten die Schafe jedes Jahr an Mittsommer für kurze Zeit  zum Leben zurück. Wenn man es schaffte, die Schafe vor Anbruch des Morgenlichts zu scheren und dann ihr Fell, das sogenannte Vlies, mit  Wasser aus einem Steinbasin auf Kestor Rock benässte, dann wurde das Vlies zu Gold. Hier also möglicherweise, eine Verbindung zur antiken Sage vom Goldenen Vlies. Diese galt schon bei den alten Griechen als prähistorischen Ursprungs. Es gibt bis heute ein Dutzend völlig verschiedener Interpretationen. Keineswegs alle dieser Theorien (der englische Wiki-Eintrag ist viel umfassender als der deutsche) haben mit dem antiken Gebrauch von Schafvlies zur Goldgewinnung in Flüssen zu tun. Eine mögliche Verbindung der Legende vom Goldenen Vlies zu Steinkreisen wäre interessant weil die meisten Sagen um Megalithmonumente eher christlich gefärbt sind, insofern dass sie recht offensichtliche Warnungen vor unchristlichen Praktiken enthalten:. Hier stellen die Monumente z. B. Menschen dar die zu Stein verwandelt wurden weil sie an christlichen Feiertagen tanzten etc. Auch darin können durchaus prähistorische Elemente enthalten sein: Warum werden Steinkreise so oft mit Tanz in Verbindung gebracht? Aber die Sage um die Widder vom Grey Wethers Monument scheint weniger als üblich von relativ modernen christlchen Elementen geprägt  zu sein.

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Dass die Megalithkulturen von Nordeuropa und vom Mittelmeerraum Kontakt hatten und sich gegenseitig beeinflussten, scheint nicht ganz unplausibel. Welche die älteren Kulte und Legenden waren, und wieviel man daraus zu den Kulten der Steinkreise folgern kann, ist eine faszinierende Frage an der sich sicher die Geister scheiden. Hier ist ein Video auf YouTube in dem die Lage der zwei Steinkreise von Grey Wethers besser zu sehen ist als auf unseren Fotos – die man anklicken und vergrößern kann. Für Exkursionen gibt es Landkarten im Netz. Wanderer können in Dartmoor starke und plötzliche Wetterumschwünge erleben.

PS: Leser sind immer willkommen, uns ihre Fotos & Berichte von Besuchen bei Megalithmonumenten zu schicken.   avenita.net@gmail.com

Avenita Kulturmagazin