60! Nice to see the NME still going. As Folk & Prog fans, we didn't always like the music, but we liked the attitude

Die erste Ausgabe erschien am 7. März 1952, und wir freuen uns dass das britische Musikmagazin seinen 60. Geburtstag erreicht hat. Print hatte es generell in den letzten Jahren nicht einfach. Speziell Musikzeitschriften haben damit zu kämpfen dass ihre traditionelle Zielgruppe – junge Leute – sehr aufs Internet fixiert sind. Aber der New Musical Express hat, neben seiner sehr erfolgreichen Website (Link folgt gleich), auch noch seine Druckausgabe. Gut so, wir mögen Print. Wir wünschten, wir hätten etwas von unseren ehemaligen Stapeln an NME-Heften aufgehoben, dann würden wir uns heute ein paar coole Cover davon einrahmen und an die Wand hängen. Ausgaben mit Design vom damaligen NME-Fotografen Anton Corbijn (Link folgt) sind heute wahrscheinlich sogar was wert. Wir hatten den NME früher mal jahrelang abonniert. Das war ein ziemlich kultiges Blatt, damals noch nicht als Magazin sondern im Zeitungsformat. Zu der Zeit, in den 80er Jahren, gab es noch viele Konkurrenten: Das ultrakommerzielle Pop-Magazine Smash Hits (1978 – 2006) voll mit Duran Duran, Spandau Ballet und Kajagoogoo. Und dann gab’s natürlich Sounds (1970 – 1991) und Melody Maker (1926 – 2000). Die beiden waren definitiv besser als Smash Hits, aber der NME sprach uns mehr an. Wir mochten nicht immer alle Bands die dort hochgejubelt wurden, aber hier war ein eher intellektueller Ansatz am Werk der versuchte, Pop und Rock nicht nur als Business sondern als kulturelles Phänomen zu verstehen und zu interpretieren. Auf der anderen Seite gab es auch Schreiber die den NME eher als Sprungbrett zur eigenen Profilierung auszunutzen schienen. Mit brutalen Verissen und persönlichen Beleidigungen á la ”Phil Collins’ Gesicht sieht aus als ob er einen Nylonstrumpf drüber gezogen hätte…” etc. Manche Musiker, wie zum Beispiel Peter Gabriel, haben wegen solchen Sachen schon seit Jahrzehnten nicht mehr mit dem NME gesprochen. Gelegentlich wagte sogar mal jemand. wie Lemmy von Motörhead, die ideologiche Ausrichtung des Magazins zu hinterfragen: Warum nennt ihr euch eigentlich New Musical Express und nicht New Political Express?, fragte er einen besonders spitzfindigen Interviewer. Aber alles in allem war es gut, eine Zeitschrift zu haben, für die Popkultur mehr bedeutete als Entertainment. Und bei der viele Schreiber eine kreative Ader und eine tiefe Beziehung zu Musik zu haben schienen. Heute macht so ziemlich jede Tageszeitung in Rock und Pop – was früher viel weniger der Fall war – aber viele dieser Artikel wirken wie 08/15 Ware vom Fließband, kurz mal eingeschoben zwischen Artikeln úber Auslandseinsätze. Wir sind jedenfalls froh dass es Fachzeitschriften für Musik gibt und wünschen dem NME Glück für die kommenden Jahrzehnte

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Weitere Infos  Wikipedia-Artikel über NME /  und früheren NME-Fotografen Anton Corbijn