Five on a Treasure Island: 70 years ago, in the autumn of 1942, the first book of Enid Blyton's classic adventure series The Famous Five was published. The reissue editions (from Hodder Children's) above have the original Eileen A. Soper illustrations, with 'The Famous Five' logo added to the cover

Vor 70 Jahren, im Herbst 1942, wurde der erste Band von Enid Blytons Abenteuerserie Fünf Freunde veröffentlicht. Auf dem Foto sind Neuausgaben mit Originalillustrationen und Cover von Eileen A. Soper, wobei das Logo The Famous Five hinzugefügt wurde. Auf Deutsch kam ’Five on a Treasure Island’ etwa ein Jahrzehnt später als Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel (1953) heraus, und die Serie wurde ein gigantischer Erfolg in Deutschland. So sehr dass sich selbst die Autorin darüber wunderte. Sie war Erfolg gewohnt: schon in den 50er Jahren wurden ihre Bücher in Dutzende Sprachen übersetzt, darunter Japanisch und Indisch, aber in Deutschland lasen sogar Erwachsene die Bücher. Das Sachbuch Enid Blyton. The Biography von Barbara Stoney enthält zu diesem Thema einen Briefwechsel zwischen Blyton und dem Psychologie-Professor Peter McKellar. Enid Blyton schrieb:

‘…although my characters are typically British children, with the British ideals of fair play, loyalty, generosity and so on, all these nations love my books, and clamour for them. The one that clamours most, oddly enough, is Germany. Even the adults read them there – I’d love to be told why and how this should be – perhaps you can enlighten me! (Auszug aus ‘Enid Blyton. The Biography, von Barbara Stoney)

Blyton erhielt auf diese Frage, so weit wir sehen, keine direkte Antwort, vermutlich weil obige Passage nur ein winziger Teil von einem langen Brief war, der hauptsächlich davon handelte, woher Enid Blyton die Inspiration für ihre Geschichten bekam. Im Gegensatz zu vielen Journalisten und Kritikern die Blytons Büchern eher herablassend oder sogar ablehnend gegenüber standen, hatte Prof. McKellar von der Otago University, Neuseeland, ein echtes Interesse an Blyton. Er arbeitete an einer psychologischen Studie über die kreativen Prozesse bei der Entstehung von Ideen, und bezog Teile der fünf Jahre andauernden Korrespondenz mit Blyton später in seine Veröffentlichung Imagination and Thinking (1957) ein. Enid Blyton hatte schon als Kind gern und viel gelesen, Bücher wie Betty und ihre Schwestern (1868) von Louisa May Alcott und Black Beauty (1877) von Anna Sewell. Sie mochte allerdings nicht Grimms Märchen, weil sie ihr zu brutal waren. Enid hatte schon mit neun Jahren die bemerkenswerte Fähigkeit, sich eine Buchseite kurz durchzulesen und sie dann fast Wort für Wort wiedergeben zu können. Sie erklärte Prof. McKellar den Schreibprozess ihrer eigenen Bücher bildlich wie das Öffnen eines Schleusentors, als einen Vorgang der zum Teil außerhalb ihrer Kontrolle lag. Schon als kleines Kind kamen ihr vor dem Einschlafen, wenn sie ihren Gedanken freien Lauf ließ, sehr detailliierte Geschichten die sie night stories nannte in den Sinn. Das hielt sie für normal und war überrascht als sie herausfand dass andere Kinder keine night stories erlebten. Als Blyton später als Erwachsene ihre Olympia-Schreibmaschine auf die Knie nahm und im Schnitt so etwas wie 6000 Worte am Tag schrieb, hatte sie einen ähnlichen, fast trancehaften Arbeitsstil: Sie plante ihre Geschichten nicht detailliert im Voraus – etwas das sie probiert hatte und das für sie nicht gut funktionierte – sondern schloss vor dem Schreiben ein paar Minuten lang ihre Augen, leerte ihre Gedanken und wartete bis sie auf einmal Bilder von Kindern in ihren Kopf kamen, detailliert mit eigenem Gesichtsausdruck, Haarschnitt, Kleidern etc. Auch schon mit Vornamen, aber nie mit Nachnamen, welche sie später aus einem Telefonbuch aussuchte. Während sie sich diese Kinder ansah, begannen sie lebendig zu werden, zu sprechen, zu lachen…und dann kamen Orte dazu, wie eine Insel oder die Ruine von einer Burg. Womit wir schon ziemlich nah dran sind an der Geschichte von vier Kindern und einem Hund namens Tim, in dem Abenteuer Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel. 

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Weitere Infos  Unser Artikel über den sehenswerten biografischen Spielfilm Enid (2009) über die Autorin

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