In 'Danse Macabre' Stephen King describes a nightmare about a typewriter. So here's is a little hommage of ours

Bram Stoker, Autor des klassischen Vampir Romans Dracula, starb am 20. April 1912. Anlässlich des baldigen 100. Jahrestags seines Todes, haben Horror-Autoren eine Auswahl der besten Vampir Romane der letzten 100 Jahre zusammengestellt und aus dieser Liste wiederum sechs Finalisten gewählt. Einer davon soll zum besten Vampir Roman seit Bram Stoker gewählt werden. So weit wir wissen, sind dies die sechs Finalisten. Wir haben sie, ohne spezifische Rangfolge, aufgelistet und kommentiert:

Brennen muss Salem (1975) von Stephen King, Originaltitel Salem’s Lot. Eins seiner besten Bücher, 1979 als TV-Miniserie mit David Soul und James Mason verfilmt.

Hotel Transylvania (1978) von der US-Autorin Chelsea Quinn Yarbro. Spielt im Paris des 18. Jahrhunderts. Anfang einer über 20-teiligen Serie in der Hauptfigur Graf Saint Germain durch die Weltgeschichte wandelt. Der Roman hat keinerlei Verbindung mit dem diesjährigen CGI-Film Hotel Transylvania (2012)

Anno Dracula (1992) von Kim Newman. Die Prämisse des britischen Schriftstellers ist dass Dracula damals überlebte, indem er Van Helsing tötete, und danach per Heirat in die britische Monarchie Einzug nahm. Nachfolgende Bücher spielen dann zur Zeit des 1. Weltkriegs und in den 50er Jahren. Bei Amazon.de als Trilogie namens Die Vampire erhältlich

The Soft Whisper of the Dead (1982) von Charles L Grant. Schocker in der Tradition von Hammer-Filmen. Spielt in der fiktiven amerikanischen Stadt Oxrun Station und gehört zu der ca. 10-teiligen Oxrun-Serie.  Dieser Roman ist scheinbar nicht auf Deutsch erhältlich, hat aber einen englischen Wiki-Eintrag

Gespräch mit einem Vampir (1973) von Anne Rice, O. T. Interview with the Vampire. Weltbekannt u. a. durch die Verfilmung mit Tom Cruise und Brad Pitt. Im Kino (Trailer) als ‘Interview mit einem Vampir’ (1994) 

Ich bin Legende (1954) von Richard Matheson, Originaltitel I am Legend. Vermischt Zombie- und Vampir-Elemente mit einem virenbedingten Ende der Welt Szenario. Drei mal verfilmt. In den 60er Jahren mit Vincent Price, in den 70ern mit Charlton Heston. Die 2007 Verfilmung (Trailer) mit Will Smith ist die beste

Unser Fazit Eine ziemlich gute Auswahl von Büchern, obwohl uns überrascht dass die Twilight Serie (Film-Trailer) von Stephenie Meyer nicht dabei ist. Wir haben den Eindruck dass dieser relativ jungen Autorin (sie wäre bei weitem die jüngste in obiger Liste) generell etwas Missgunst aus der Schreiber-Zunft entgegen weht. Einem Interview entnehmen wir, dass auch Stephen King nicht viel von Meyers Schreibkunst hält. Well, let’s agree to differ on this one. Zugegebenermaßen, Stephen Kings Salem muss brennen (1975) ist verdammt gut, für uns vielleicht sogar das Beste von obiger Liste. Wir schauen auch immer mal gerne in Danse Macabre (1981) rein, Stephen Kings Sachbuch mit Essays und Betrachtungen über das Horrorgenre. Da ist er sehr gut bewandert, nicht nur als Schreiber sondern auch als jemand der schon seit seiner Kindheit enthusiastischer Fan von Büchern, Comics und Filmen des Genres ist. In Danse Macabre ist recht viel über Bram Stoker und speziell Dracula, den King als Roman sehr zu schätzen scheint. In der Tat, er schrieb Salem muss brennen (1975) als eine Art Hommage an Stokers Klassiker und hat absichtlich Parallelen zu Dracula in sein eigenes Buch eingebaut: Als z. B. Pater Callahan in Salem’s Lot versucht, die Kirchentür zu öffnen und sich dabei die Hand verbrennt, ist das von der Dracula-Szene inspiriert, in der sich Van Helsing die Hand verbrennt als er Minas Stirn mit einer Hostie berührt.

 

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Stephen King geht auch auf den Subtext von Dracula und dem Vampirmythos ein. Es gibt ja alle möglichen Interpretationen dafür, warum dieser Jahrhunderte, vielleicht Jahrtausende alte Mythos zu Viktorianischen Zeiten auf einmal so viel Interesse erweckte. Die Autorin Prof. Nina Auerbach schreibt in Our Vampires, Ourselves (1995) dass sich in der Vampir-Thematik u. a. die Xenophobie des späten 19. Jahrhunderts spiegelt. Stephen King sieht in Dracula und seinen Vampiren hauptsächlich die Verkörperung einer Verklemmtheit der moralistisch geprägten Viktorianer. Hier der Trailer für den Film Dracula (1992) von Francis Ford Coppola. Der Vampirismus quasi als Ersatz für alle möglichen Fantasien die dadurch dass sie vorgeblich nicht eigene Wünsche sind, sondern outside evil, auf legitime Weise als Lektüre genossen werden konnten. So als ob man – nach der Devise: Eine Schande ohnegleichen! – kopfschüttelnd und angeblich erschüttert etwas liest aber insgeheim gar nicht genug davon kriegen kann. Wir möchten natürlich nicht dass eingefleischte Horror-Fans unter unseren Lesern diese völlig unbewiesenen Theorien persönlich nehmen.

Foto In Stephen Kings Danse Macabre (1981) beschreibt der Autor einen Albtraum mit einer Schreibmaschine. Hier also eine kleine Hommage von uns

Info über den Romanklassiker Dracula und den Bram Stoker Literaturpreis bei Wikipedia

Avenita.net