Lots of vineyards in La Mancha. Miles of them. If you click on the pic you see an old farm on the hill. We wanted to take a closer look and started to walk up the hill, but soon realised it was so far up we'd be stumbling back in the dark. Another day

Wir mussten von Freitag auf Samstag etwas in Madrid erledigen. Spontan waren wir nicht so begeistert denn es sind sechs, sieben Stunden Fahrt und wir hatten erst am Mittag erfahren dass wir am Abend da sein sein mussten. Uff. Wir schnappten wir uns ein paar CDs und die Kameras und legten los. Wir waren die Strecke lange nicht gefahren und hatten so gut wie vergessen dass es eigentlich eine schöne und interessante Fahrt ist. Von der ziemlich dicht besiedelten Küste Andalusiens kommt man landeinwärts bald in sehr landwirtschaftlich geprágte Gegenden. Kilometer von Olivenhainen und riesige Felder mit Sonnenblumen die gerade blühen. Die Straße Richtung Antequera ist noch sehr bergig wird aber danach zunehmend flacher und wenn man dann durch die andalusische Provinz Jáen auf die A-4, genannt Autovia del Sur und in die angrenzende Region La Mancha kommt, ist man in einer gigantischen Ebene wo man über Hunderte von Kilometer fast nur Felder sieht. Übrigens auch viele alte Windmühlen, was wir von Andalusien nicht kennen denn hier scheint es nur Wassermühlen zu geben. Wir dachten dabei an unwillkürlich Don Quijote. Der vierhundert Jahre alte Roman von Cervantes spielt ja auch in La Mancha. Gleich mehr dazu.

The roads here are long, straight and a laid back drive because they're not so crowded. For a moment we thought we were heading for Hotel Caifornia - without the colitas bit, of course. But around here they make sure you remember you're in Spain

Die Kornfelder von La Mancha sind gerade geerntet worden, überall liegen Stapel von Strohballen. Neben Korn und Oliven gibt es hier auch viel Weinanbau, viel mehr als in Andalusien. Wir machten bei dem Weinberg oben im Bild einen Stopp. Der Erdboden hat hier eine andere, hellere Farbe als in Andalusien. Der süßliche Wein aus unserer Gegend um Málaga, genannt moscatel, hat seine Fans, ist aber nicht jedermanns Geschmack. Wenn man obiges Foto anklickt und vergrößert, sieht man oben auf dem Berg einen alten verlassenen Bauernhof. Wir wolten ihn mal genauer anzusehen, merkten aber schnell dass der Weg zu lang und unsere Zeit zu kurz war. Wenn man das Bild per Maus noch mehr vergrößert, sieht man in welchem Stadium sich die Weintrauben befinden. Sieht nach Rebsorte Airén aus. Uns fiel auf dass es hier in La Mancha noch mal deutlich wärmer ist als in Andalusien. Selbst bei Sonnenuntergang waren es 32 °C,, eine Temperatur die erst in den frühen Morgenstunden auf etwa 25 °C sank. Die Wärme und die Erde geben dem Wein hier sicher etwas besonderes. Die Autovia del Sur ist eine entspannte Fahrt. Auf dieser übersichtlichen, geraden Strecke mit relativ wenigen Autos gehen Hunderte von Kilometern so ziemlich im Flug vorbei. Wir fühlten uns fast wie der Typ in Hotel California…on a dark desert highway. Bis der schwarze Stier, die Werbefigur für Osborne-Brandy, im zweiten Foto, wieder klare Verhältnisse schaffte.

There are lots of old windmills in La Mancha, nowadays turned into restaurants or shops that sell local wine and cheese. Don Quixote of la Mancha and his loyal companion Sancho Panza from the Cervantes novel are very much cultural icons here

Wenn man etwas zu erledigen hat, sieht man oft nur wenig von einer Stadt und unsere Zeit in Madrid war sehr kurz. Wir mussten schon früh am nächsten Morgen zurück. Entlang der Autovia del Sur gibt es mehrere Naturparks, Museen und archäologische Stätten, wie zum Beispiel die kelto-iberische Siedlung Cerro de las Cabezas aus vorrömischen Zeiten. Auf dem Rückweg machten wir auch ein Foto, links, von einer der vielen ehemaligen Windmühlen. Die sind heute meist zu Bars, Restaurants oder Läden umfunktiert worden. Schilder die den Verkauf von örtlichem Wein und Käse bewerben, verleiten zum Anhalten. Der exzellente Schafskäse Manchego ist nach seiner Heimat benannt. Der Grund für die Mühlen ist das viele Korn das in La Mancha seit jeher angebaut wird, weit mehr als in Andalusien. Es lässt sich gut nachvollziehen dass der Schriftsteller Cervantes von diesem Merkmal La Manchas inspiriert wurde. Der Kampf gegen die sture Mechanik von Windmühlen hat etwas symbolisches das durch die Jahrhunderte nachklingt. Man kämpft ja erfahrungsgemäss nicht nur mit Windmühlen in der Landschaft, sondern auch mit den knirschenden Mühlen in menschlichen Köpfen, inklusive dem eigenen, wie Bauer Sancho Pansa dem wunderbar hoffnungslosen Ritter Don Quijote erläutert. Die beiden haben hier in La Mancha tatsächlich einen ikonischen Status, man sieht sie zum Beispiel auf vielen Schilder von Gaststätten. Nach unserem Eindruck, ncht so sehr als Touristen-Gimmick, denn es gibt hier weit weniger Touristen als bei uns an der Costa del Sol, sondern weil die beiden Figuren von Cervantes ein Teil vom kulturellen Selbstverständnis geworden sind:Leben imitiert Kunst. Aber Kunst wird vom Leben inspiriert. Eine gute Symbiose. Wir fuhren zurück an die heimische Küste und fanden dass der kaum 24 Stunden langer Abstecher nach La Mancha und Madrid sich in mehrerer Hinsicht gelohnt hatte.

 

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Don Quixote in Liedern  Es macht Sinn, hier einem spanischen Sänger das Wort zu geben. Er zählt zweifellos, à la James Last, zum Genre Easy Listening – aber das hält niemanden davon ab, gelegentlich ein wirklich schönes Lied zu haben. Hier ist ‘Quijote’ von Julio Iglesias. Textprobe: ‘Ich bin der Kapitän eines Schiffes ohne Meer…ich bin einer von denen die immer auf der Suche sind, und von Freiheit träumen’

Don Quijote als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel The Adventures of Don Quixote. Nach dem Klassiker von Miguel de Cervantes. Mit Bob Grant (als Don Quijote) und Bernard Cribbins (als Sancho Panza), Ronald Baddeley (als Cervantes), Kenneth Alan Taylor (Gastwirt), Simon Molloy (Don Fernando), Kate Lee (Antonia), Alan Meadows (Sergeant), Linda Gardner (als Dorothea), David Sumner (Fr. Perez), Stephen Boxer (Samson), Harriet Walter (Altisidora), Paula Tilbrook (Teresa Panza), Ken Campbell (Puppenspieler) u.v.a. Sprechern. Musik komponiert von Stephen Baxter. Produktion von 1980. Spieldauer: 3 Stunden.

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