'I Often Think of Piroschka' (1955) is a romantic comedy about a student who in the 1920s visits a Hungarian village, meets a lovely girl...and later in life deeply regrets not to have married her. That amazing vehicle pictured above? It's called a draisine

‘Wenn ich auf Reisen so vor mich hin träume, dann ist mir oft, als hörte ich im Rollen der Räder den Namen Piroschka. Und dann denke ich an sie.’ Die Verfilmung ’Ich denke oft an Piroschka’ (1955), mit Liselotte Pulver ist eins der schönsten Werke der deutschen Filmgeschichte. Der Film kann momentan auf Youtube gesehen werden. Link folgt. Ebenfalls für das Hörspiel – eine Bearbeitung von Autor Hugo Hartung, die einige Jahre vor der Romanveröffentlichung und dem Film erschien. Mit sympathischen Sprechern wie Joana Maria Gorvin (1922-1993) in der Titelrolle. Es geht um einem Mann der an seine Jugend zurückdenkt, als er 1925 einige Sommerwochen in einem Dorf in Ungarn verbrachte und dort ein Mädchen namens Piroschka kennenlernte. Das bewegende an der Geschichte ist das Gefühl, dass der junge Mann damals die offenherzige Liebe des Mädchens zu ihm hätte erwidern sollen. Und dass er sich damals die größte Liebe seines Lebens entgehen ließ. C’est la vie. Die Story beruht auf Erlebnissen des Romanautors Hugo Hartung (1902-1972), der im Sommer 1921 als 19-jähriger Student für ein paar Wochen bei einer ungarischen Familie lebte. Sie hatten einer Tochter namens Katalin, die Hartung Jahrzehnte später, als ’Piroschka’ längst verheiratet war, sogar wiedertraf. Er schrieb später darüber in seinem Reisebericht ’Wiedersehen mit Piroschka’ (1967). Der Romanschauplatz, mit dem zungenbrecherischen Namen Hódmezővásárhely-Kutaspuszta, heißt heute Székkutas, hat um die 2300 Einwohner und aufgrund der Verfilmung einiges an Tourismus. Seit 2009 gibt es dort eine Statue von Hartung und ein Kulturzentrum mit einigen Artefakten die die Witwe des Autors dem Dorf überlassen hat. Das Leben schreibt wirklich die besten, und manchmal die melancholisch-schönsten Geschichten. Gute Unterhaltung beim Hörspiel und beim Film.

Ich denke oft an Piroschka. Oft höre ich ihre Stim­me, nachts. Aber dann werde ich wach… Wie es dazu kam – das freilich kann ich nicht in jedem Traum wiederholen. Es ist eine zu lange Geschichte. Doch einmal muss sie erzählt werden. Inzwischen hat sich viel geändert in Ungarn. Vielleicht hat Piroschka selbst wieder eine Piroschka, die heute so alt ist, wie sie damals gewesen ist. Ich darf es jetzt erzählen, ganz von Anfang an. (Gekürzte Romanpassage ‘Ich denke oft an Piroschka’ von Hugo Hartung, 1954)

Hugo Hartung: ‘Ich denke oft an Piroschka’ als BR-Hörspiel von 1951 online Das Hörspiel mit Otto Arneth (als Andreas), Joana Maria Gorvin (als Piroschka Rácz), Klaus W. Krause (als Vater), Anton Reimer (als Dr. Mattiasich), Otto Storr (als István Rácz). In weiteren Rollen: Heinrich Hauser, Harald Kenschitzki. Erzähler: Axel von Ambesser. Ton: Hans Greb. Schnitt: Borrmann. Musik: Rolf Wilhelm. Hörspielbearbeitung: Hugo Hartung. Regie Kurt Wilhelm. Spieldauer ca. 30 Min. Produktion: Bayerischer Rundfunk 1951

 

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Verfilmung ‘Ich denke oft an Piroschka’ (1955) auf Youtube Der Spielfilm von Kurt Hoffmann, mit Liselotte Pulver (als Piroschka), Gunnar Möller (Andreas), Gustav Knuth (als István Rácz), Wera Frydtberg (Greta) u. a.

Wussten Sie schon? Die wunderbare Maschine auf der oben im Bild Piroschka & Andreas auf den Schienen fahren, ist eine sog. Eisenbahn-Draisine, benannt nach ihrem Erfinder Karl Freiherr von Drais (1785 -1851)

Radio-Dokumentation Eine WDR-Sendung von 2015 über den Kultfilm ‘Ich denke oft an Piroschka’

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