Classy detective novel from P. D. James (1920-2014). Above, my Penguin edition of 'A Taste for Death' (1986). In a small London church two bodies are found: Sir Paul Berowne and a tramp. Both had throats cut with a razor. Dalgliesh investigates

‘Entdeckt wurden die Toten um Viertel vor neun, am Mittwoch, dem 18. September…’. Gutes Hörspiel von 2008 mit vielen guten Sprechern online. Link folgt am Ende des Posts. Im Bild, meine englische Romanausgabe ’A Taste for Death’ (1986), so der Originaltitel. Ermittler Adam Dalgliesh wird mit einem bizarren Fall konfrontiert Die ersten zwei Toten – der Regierungsminister Sir Paul Berowne und ein Landstreicher namens Harry Mack – werden mit per Rasiermesser durchgeschnittenen Kehlen in einer kleiner Londoner Kirche gefunden. Was anfangs wie ein murder-suicide (Mitnahmesuizid) aussieht, entpuppt sich bald als Mord, dessen Täter noch am Leben ist. Wurde das Blutbad im Affekt angerichtet? Dalgliesh und seine Assistenten Sgt Kate Miskin und Detective Chief Inspector John Massingham finden Hinweise, dass sie es mit einer Person zu tun haben die auf intelligente und planmäßige Art handelt. Die Tatperson scheint aus dem familiären Umfeld von Sir Paul Berowne zu stammen. Commander Dalgliesh und sein Team vernehmen die Mutter, Ehefrau, Anwälte, Hausangestellte, Geliebte und Verwandten von Berowne, und stoßen auf ein komplexes Netz von Intrigen und möglichen Motiven. Wie man es von Autorin P. D. James (1920-2014) gewohnt ist. ‘Der Beigeschmack des Todes’ ist eines ihrer besten Werke. Ein düster-melancholischer Roman der, ebenfalls gewohnterweise, viele kulturelle Details enthält.

Dr. Kynaston arbeitete stets bei Musik. Musik aus der Barockzeit, Streichquartette, Mozart, Vivaldi, Haydn. Die Klänge, die heute Nachmittag ertönten, waren Dalgliesh vertraut, da auch er die Aufnahme besaß. Es war Telemanns Concerto F-Dur für drei Violinen. Dalgliesh hätte gern gewusst, ob die rätselhaft schwermütigen Klänge Dr. Kynaston den benötigten Seelenfrieden verschafften oder ob er so seiner routinemäßigen Herabwürdigung des Todes eine gewisse Weihe verleihen wollte. (Zeilen aus dem Kriminalroman ‘Der Beigeschmack des Todes’ 1986 von P. D. James)

P D James: ‘Der Beigeschmack des Todes’ als BBC-Hörspiel von 2008 online Das BBC-Hörspiel ’A Taste for Death’. Mit Richard Derrington (als Adam Dalgliesh), Deborah McAndrew (als Kate Miskin), Mark Carey (als Massingham), Auriol Smith (Lady Ursula), David Birrell (Lampart), Sonia Ritter (als Barbara Berowne), Richard Katz (Dominic / Ivor), Olivia Walters (Sarah / Mattie), Rob Swinton (als Father Barnes / Henry), Liz Sutherland (Carole), Auriol Smith (Iris Minns / Millicent). Bearbeitung: Neville Teller. Regie: Peter Leslie Wild

 

 

Wussten Sie schon? Ihrer Autobiografie ‘Time to Be in Earnest’ (1999) schreibt P. D. James dass der Titel ‘Der Beigeschmack des Todes’ (1986) aus Gedichtzeilen stammt, die sie ein paar Jahre zuvor in einem Artikel im Spectator gelesen und aufgeschrieben hatte. Sie fand, es wäre ein guter Titel für einen Krimi, obwohl sie zu dieser Zeit noch nicht wusste, von wem sie stammten. Als der Krimi fertig war und der Veröffentlichungstermin kurz bevorstand, herrschte Panik denn weder sie noch das Personal ihres Verlags hatte den Autor identifiziert

Some can gaze and not be sick,
But I could never learn the trick.
There’s this to say for blood and breath,
They give a man a taste for death.

So war das war das manchmal in den Zeiten vor dem Internet. Man wälzte Bücher etc. Erst in letzter Minute fand eine junge Frau von der New York Times heraus, dass obige Zeilen von dem englischen Dichter A. E. Housman (1859-1936) stammten, der somit auf der ersten Seite des Romans kreditiert werden konnte.

Radio-Dokumentation Die DLF-Sendung ’P. D. James, die Queen of Crime wird 90′ (Sendung von 2010)

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