It's the birthday of Leo Fender (1909 - 1991) the inventor of the Stratocaster - and other guitar classics: We managed to make a photo of one of Keith Richards' Fender Telecasters.

Es ist der Geburtstag von Leo Fender (1909 – 1991), dem legendären Gitarrendesigner, und wir wollten zu Abwechslung mal nicht nur über seine berühmteste Gitarre, die Fender Stratocaster sprechen, sondern auch die von uns sehr verehrte Fender Telecaster erwähnen. Links im Bild ist eine Telecaster von Rolling Stone Keith Richards, wir machten das Foto bei uns an der Costa del Sol, im Hard Rock Cafe von Marbella. Eine rote Fender Telecaster war auch die erste richtige E-Gitarre die wir selber hatten. Sie ist momentan allerdings in England, in den Händen eines Freundes. Yes, we hope you’re looking after it. Die Telecaster ist vom Aussehen her etwas unauffálliger und auch technisch ein kleines bisschen simpler als die Stratocaster, aber für uns besticht die Tele gerade durch ihre schlichte Schönheit. Nur zwei Tonabnehmer und zwei Dreher, anstatt jeweils drei, wie die Stratocaster. Manche Leute leben ja nach der Devise: Less choice, less trouble. Im Vergleich zur Strat hat die Telecaster für uns einen etwas klareren und helleren Klang. Wogegen die Stratocaster unserem Empfinden nach ein größeres Spektrum an Obertönen produziert: perfekt für Lead-Gitarre, also fetzige Solos mit einem fetten, etwas unscharfen eher als kristallenen Klang. Die Stärke der Telecaster hingegen sehen wir etwas mehr in der Abteilung Rhythmus-Gitarre: Das muss keineswegs nur ein Schrummeln von Akkorden sein. Andy Summers von The Police, der jahrelang Telecasters benutzte, spielt zwar relativ wenige Solos, entwickelte aber aus aufgelösten Akkorden, also flüssig gespielten Sequenzen aus einzelnen Noten von Akkorden, einen sehr individuellen Klang, der zusätzlich durch Flange-Effekte verfremdet wird. So zum Beispiel in dem Lied Bring on the Night. Für uns ist die Telecaster übrigens eine der seltenen E-Gitarren die vom Aussehen her auch gut zu Frauen passt. Die schlanke Chrissie Hynde von den Pretenders können wir uns mit einer anderen Gitarre als einer dezenten Telecaster gar nicht vorstellen. Und tatsächlich scheint die Dame mit dieser Gitarrenmarke eine konstantere Beziehung gehabt zu haben als mit Männern. Findet sie Telecasters vielleicht zuverlässiger? Hier ist ihr Lied Back on the Chain Gang, mit typisch ‘kristallenem’ Telecaster-Klang. Was unser Gefühl angelangt, dass die Telecaster nicht ganz so oft für Solos eingesetzt wird, gibt es natürlich mehrere bemerkenswerte Ausnahmen: So wie Elvis Presley Gitarrist James Burton, hier eine Kostprobe von seiner Telecaster. Auch Jimmy Page benutzte in den frühen Jahren von Led Zeppelin oft eine Tele, wie hier Live in 1969 mit Dazed and Confused und Jimmys handbemalter Telecaster mit Drachen-Motiv. Soweit wir wissen, wurde sogar sein berühmtestes Solo, am Ende von Stairway to Heaven, auf der Studioversion mit einer Telecaster aufgenommen. Auch George Harrison spielte gegen Ende der Beatles-Epoche öfters eine Tele, in der Tat seine exklusiv für ihn von Fender gefertigte Telecaster aus Rosenholz, zu sehen beim Roof top concert, ist bis dato die teuerste Telecaster der Welt: sie wurde bei einer Auktion für ca. eine halbe Million Euro verkauft. Für die berühmteste und - im unwahrscheinlichen Fall dass sie jemals verkauft wird - potentiell wertvollste Telecaster halten wir Bruce Springsteens Squire Telecaster. Sie ist auf mehreren seiner Alben zu sehen, z. B. Human Touch und natürlich Born To Run. Anders als Bruce, spielt Keith Richards von den Stones gelegentlich auch mal eine andere E-Gitarre als die Telecaster, aber anhand eines Konzertbesuchs hier in Málaga, während der Bridges To Babylon Tour, spielt Keith live auf ca. 80 Prozent aller Stones Lieder eine Telecaster, wie hier auf dem Klassiker Tumbling Dice. Dadurch entsteht bei den Stones die klassische Kombination: Ronnie Wood spielt auf seiner Stratocaster etwas mehr die Solo-Passagen, während Keith auf der Tele meist etwas mehr die Riffs und die Rhythmus-Gitarre spielt. Dabei entsteht der magische Klang den Keith Richards in seiner Autobiografie Life (2010) als das weaving, also das Weben und ineinander Verzahnen von Gitarrenklängen bezeichnet. Wir waren jedenfalls sehr erfreut, eine seiner Gitarren hier bei uns in Andalusien zu finden, und schätzen, Keith und die Fender Telecaster werden nicht so schnell aus der Mode gehen. 

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Info  Das Sachbuch ‘Six Decades of the Fender Telecaster: The Story of the World’s First Solidbody Electric Guitar‘ von Tony Bacon, ist im Handel erhältlich. Leser sind übrigens immer willkommen, ein, zwei Fotos von ihren Gitarren und vielleicht ein paar Infos oder Hintergrundgeschichten dazu einzusenden.

Avenita Redaktion