We look at how advertising has created a different, more modern image for cider in the British Isles, as compared to the still slightly old-fashioned status of Apfelwein in Germany

Wir erwähnten neulich das Buch Cider with Rosie (1959), Laurie Lees Klassiker über Landleben vor ca. hundert Jahren. Cider ist englischer Apfelwein der sich, für unsere Begriffe, nicht erheblich vom deutschen, oder zum Beispiel hessischen Äbbelwoi unterscheidet, obwohl wir – um ein Protestgewitter von Kennern zu vermeiden – gern hinzufügen dass sicher kein Wein dem anderen völlig gleicht, so wie Cider vielleicht etwas mehr Kohlensäure enthalten mag etc. Wo allerdings ein erheblicher Unterschied besteht, ist in der Art wie Apfelwein in England vermarktet wird. Apfelwein in Deutschland ist immer noch etwas von einem Image á la Zum Blauen Bock geprägt, die legendäre TV-Serie mit dem Äbbelwoi-Bembel und den schönen geriffelten Äbbelwoi-Gläsern auf den Tischen. Wir mögen solche traditionellen Sachen und vermuten, dass der Blaue Bock, hier ein Clip, mittlerweile einen Kultstatus in Deutschland hat. In England zielen Werbekampagnen allerdings schon seit Jahren darauf ab, ein moderneres, jüngeres Image aufzubauen. Mit Erfolg: Hier bei uns in Andalusien findet man zwar keinen deutschen Apfelwein, aber man kann in jedem Laden, sogar an Tankstellen und in jeder Bar englischen Cider kriegen: in Dosen, in Flaschen oder vom Fass. In den zahlreichen englischen und irischen pubs, also Wirtshäusern hier an der Küste, würde niemand im Traum daran denken, dass man mit einem Glas oder einer Dose Cider in der Hand, in irgendeiner Weise altmodisch wirkt. Das hat zum großen Teil mit den mittlerweile seit Jahrzehnten laufenden Werbekampagnen zu tun. Wir haben, im Namen der Wissenschaft, selber mal ein zwei dieser Pubs besucht und uns bei den Wirten informiert: Die größte Cider-Marke scheint hier Strongbow zu sein, gefolgt von der irischen Cider-Marke Magners. Wenn Strongbow Cider in einem Werbespot das Lied Smoke on the Water einsetzt, könnte man natürlich argumentieren dass Deep Purple mittlerweile weniger ein jungens Publikum, als eines von mittlerem Alter anspricht, aber der Werbespot ist schon fast zwanzig Jahre alt. Und das Riff klingt immer noch gut, obwohl es eine kurze Coverversion ist, bei de man vergeblich auf den Hammond-Orgel-Einsatz von Jon Lord (1941 – 2012) wartet. Englische Werbung arbeitet auch viel mit Humor, wie in diesem Ahhhh – Cider ist viel besser als Bier Werbespot der, als versponnener Gag verkleidet, ziemlich aggressiv versucht, das Biertrinker-Marktsegment anzuzapfen. Schräger Humor auch in diesem sehr aufwendigen Werbespot im Stil von ‘Russell Crowe in Gladiator-Schlachtszene‘. Hier verwandeln sich die römischen Soldaten rapide zu modernen Arbeitern und Handwerkern. Aber Strongbow-Cider läßt sich keineswegs nur auf diese Zielgruppe festnageln: Der Cider bringt Sommergefühle im Winter Werbespot spricht mit seinem künstlerischen, surrealen Flair wohl eine intellektuell geprägte Mittelschicht an. Der Teufel soll uns holen, wenn wir nur englischen und nicht auch den irischen Cider erwähnen: Die Marke Magners aus dem irischen County Tipperary ist ebenfalls gut, wir würden sagen dass Strongbow etwas trockener und Magners eine Spur süßer schmeckt.

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Wenn man bei YouTube herumklickt, findet man von beiden Firmen noch viele andere Werbespots, aber bei diesem netten Magners-Leute sind so stark dass sie aus Versehen alles kaputtmachen Spot gefällt uns dass man am Ende auch mal eine alte Apfelwein-Presse sieht. Beide Cider-Marken sind übrigens auf unserem Foto abgebildet. Recherche bei der wir keine Kosten scheuen.

Info Nettes kleines YouTube Doku über private Cider-Herstellung in Irland

Avenita Kulturmagazin