Could the legend of The Children of Lir have connections with a place in Ireland that once was the hub of bronze age copper production? If we're wrong, we still got a beautiful song for you

Man kann Legenden auf verschiedene Weise betrachten, zum einem auf die Art wie Kinder es tun wenn sie Märchen spannend finden, ziemlich ähnlich der Art wie man auch als Erwachsener einen Roman oder einen Film genießt, ohne dabei immer nach einem Sinn zu suchen. Das hat einiges für sich, denn vieles was Menschen passiert, im eigenen Leben oder auch in der Geschichte der Menschheit, ist von Zufällen oder unvorhersehbaren Ereignissen geprägt. Und vielleicht reflektieren viele Geschichten die Menschen erzählen, sei es in Büchern, Filmen oder, wie es früher einmal war, in Märchen und Sagen, primär die Ungereimtheit des Lebens und geben dies durch eine starke fantastische, also frei erfundene Komponente zum Ausdruck. Deshalb können Legenden – obwohl sie in manchen Fällen vielleicht die einzigen Überlieferungen aus prähistorischen Zeiten sind – nie mehr sein als eine kleine Spur, oder vielleicht ein Anlass um nach handfesten archäologischen Hinweisen zu suchen. Eine der berühmtesten Legenden von Irland handelt von einem König namens Lir, dem Oberhaupt eines Volkes namens Tuatha de Danaan. König Lir hatte vier Kinder, eine Tochter namens Fionnuala, und drei Söhne mit Namen Aodh, Fiacra und Conn. Als ihre Mutter starb und der König wieder heiratete, war die neue Ehefau eifersüchtig auf die Kinder und verwandelte sie mit Hilfe eines Druiden in Schwäne. Die vier Schwäne waren dazu verdammt, 300 Jahre am eisigen See Derravaragh zu verbringen, dann 300 Jahre in der Sea of Moyle, den Gewässern an der Stelle wo Irland und Schottland nur 19 km voneinander entfernt sind, und dann 300 Jahre im Atlantischen Ozean der an der Westküste Irlands liegt. Als die vier Schwäne nach 900 Jahren zurück nach Irland kamen, war das Land mittlerweile von St. Patrick zum Christentum bekehrt worden, und die Kinder von Lir wurden durch den Klang der Kirchenglocken von ihrer Schwanengestalt erlöst und zurück in Menschen verwandelt. Die Kinder von Lir waren zu diesem Zeitpunkt allerdings sehr alt und starben in der Nähe des Ortes an dem sie an Land gekommen waren. So weit die Legende. Sie inspirierte als irische Volkssage auch Lieder, wie dieses nach einem Gedicht von Thomas Moore (1779 - 1852), über die Zeit der Kinder in Sea of Moyle.

Silent O Moyle, Be The Roar Of Thy Water 

Silent, oh Moyle, be the roar of thy water,
Break not, ye breezes, your chain of repose,
While, murmuring mournfully, Lir’s lonely daughter
Tells to the night-star her tale of woes.
When shall the swan, her death-note singing,
Sleep, with wings in darkness furl’d?
When will heav’n, its sweet bell ringing,
Call my spirit from this stormy world?
Sadly, oh Moyle, to thy winter-wave weeping,
Fate bids me languish long ages away;
Yet still in her darkness doth Erin lie sleeping,
Still doth the pure light its dawning delay.
When will that day-star, mildly springing,
Warm our isle with peace and love?
When will heav’n, its sweet bell ringing,
Call my spirit to the fields above?

Ein shönes Lied. Was die Sage anbelangt, ist in der Figur von St. Patrick eine religiöse Komponente die wohl eine versöhnliche Beziehung zwischen dem Christentum und den früheren heidnischen Traditionen Irlands zum Ausdruck bringen soll. Was in Irland wohl auch weitgehend der Fall war. Interessant finden wir dass der Ort in Irland an dem die Kinder von Lir der Legende nach begraben wurden, die Beara-Halbinsel ist. Denn dieser Ort hat mindestens zwei bemerkenswerte Aspekte. Zum einen war Beara, wo es viele Reste von bronzezeitlichen Siedlungen, Steinkreisen und Kultplätzen gibt, das Zentrum von Irlands Kupferproduktion in der Bronzezeit. Wobei Kupfer natürlich der Hauptbestandteil von Bronze war, dem Metal das Europa und andere Teile der Welt revolutionierte. Das Kupfervorkommen von Beara war so groß dass die Industrie hier Jahrtausende überlebte. Die Bergwerke liefen bis ins späte 19. Jahrhundert. Die Halbinsel Beara war einst der größte Kupferproduzent Europas. Der Hauptort der Industrie war seit jeher die Küste um das Dorf Allihies. Und genau hier ist der Legende nach auch das Grab der Kinder von Lir. Es ist angeblich unter einem rundlichen Weißen Stein der etwas außerhalb des Dorfes aus der Erde hervorsteckt. Leute legen bis zum heutigen Tag Kupfermünzen darauf, die langsam zerfallen und in die Ritzen des Steins eindringen. Der zweite interessante Aspekt der Beara-Halbinsel ist ihre Verbindung mit dem Familienklan O’ Sullivan. Viele dieser typischen irischen Nachnamen die heute weltweit, und zum Teil hunderttausendfach verbreitet sind, wie auch O’Connor und O’ Neill etc, beruhen auf alten Stammesnamen, das O’ bedeutet Nachkomme von. Diese Stammesnamen sind oft mit bestimmten Regionen Irlands und mit geschichtlichen und auch mythologischen Überlieferungen verbunden. Beim Stamm der O’Sullivans oder Ó Súileabháin ist interessant dass sie ihren Ursprungsort als Spanien benennen. Genau gesagt die nordspanische Region Galicien. Was sich auf Anhieb weithergeholt anhört, klingt plausibler wenn man bedenkt dass schon der Name Galizien gallische also keltische Konnotationen hat. Und ein Blick auf die Landkarte zeigt dass Nordspanien nur etwa so weit entfernt von Irland ist wie Skandinavien. Aufgrund des Kupferhandels war die Beara-Halbinsel in der Bronzezeit europaweit bekannt - und vermutlich ein Objekt kriegerischer Begerden. Die O’Sullivans blieben viele Generationen in Spanien, bis sie angeblich um 800 v. Chr. mit Schiffen nach Irland kamen, die eingangs erwähnten Tuatha de Danaan, also König Lir, besiegten und die Herrschaft der Halbinsel übernahmen. Unser Fazit? Selbst wenn diese Geschichte einen wahren Kern haben sollte, lässt sie sich nicht so leicht mit der Legende von den Kindern von Lir in Einklang bringen. Aber immerhin sind hier Elemente wie jahrhundertelange Abwesenheiten, Meeresreisen, alte Religionen die verschwinden und neue die kommen. Wobei in der Bronzezeit die Beara-Halbinsel, wo die Kinder von Lir begraben sein sollen, sicher ein Ort von großer wirtschaftlicher, politischer, kultureller und religiöser Signifikanz war. Und vielleicht spiegelt sich davon etwas in der Legende der Kinder von Lir. Selbst wenn sie nicht wirklich fliegen konnten, mussten sie vielleicht fliehen, diese Kinder eines Königs der sein Land verlor.

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Weitere Infos  Ein Wiki-Artikel über die Die Kinder von Lir / und YouTube Clip in dem die Sage erzählt wird

Mehr von uns zum Thema  Unser Artikel über den mystischen irischen Spielfilm The Secret of Roan Inish

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