2003 BBC radio dramatisation 'Barry Lyndon' online. The 1975 movie adaptation by Stanley Kubrick is impressive and much better known than the novel by William Makepeace Thackeray. Above, iconic poster from design team Jouineau / Bourduge

Hörspiel mit renommierten Sprechern wie Gerard McSorley. Link folgt am Ende des Posts. Stanley Kubricks aufwendige Verfilmung ‘Barry Lyndon’ (1975) ist natürlich deutlich bekannter als die Romanvorlage ‘Die Memoiren des Barry Lyndon’ (1844) von William Makepeace Thackeray. Im Bild, das ikonische Filmposter, etwas à la Saul Bass, vom Design-Team Jouineau / Bourduge. Ich glaube, es ist gut, vor dem Hörspiel einige eindrucksvolle Szenen und schöne Musik von Kubricks Spielfilm in Erinnerung zu rufen:

Clip: Barry Lyndon (1975) von Stanley Kubrick Filmmusik: Franz Schubert: Trio in Es-Dur für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 2

Die Story spielt zu Zeiten des Siebenjährigen Kriegs (1756-1763), bei dem neben England auch Preußen und Österreich mitmischten. Daher auch Filmdrehorte wie Burg Hohenzollern in Baden-Württemberg, das Residenzschloss Ludwigsburg und Schloss Sans-Souci in Potsdam. Die abenteuerliche Laufbahn des Titelhelds, im Film gespielt von Ryan O’Neal, beginnt in Irland, als Redmond Barry, einem Jungen aus verarmten Landadel. Ein Streit um seine geliebte Cousine Nora Brady endet mit einem Duell. Nach dem vermeintlichen Tod seines Widersachers muss Barry fliehen. Erst nach Dublin, dann auf die Schlachtfelder des europäischen Festlands. Dort macht er schicksalshafte Bekanntschaften mit Leuten wie dem Glücksritter Chevalier de Balibari und der schönen Gräfin Lady Lyndon, im Film gespielt von Marisa Berenson, siehe Foto. Ich wünsche gute Unterhaltung bei einem Hörspiel das, wie der Roman, mit einem subtilen ironischen Ton angehaucht ist. Etwas für Leute die Jane Austen oder Charles Dickens mögen.

Wir waren keine Landesfürsten mehr; unsere unselige Sippe hatte ein Jahrhundert zuvor ihre Besitzungen verloren, und zwar durch schändlichsten Verrat. Ich weiß, dass dies eine Tatsache ist, denn meine Mutter hat mir die Geschichte oft erzählt und sie auch in einen wollenen Stammbaum eingearbeitet, der in unserem Haus zu Barryville hing. Jenes Gut, das nun den Lyndons in Irland gehört, war einst Eigentum meiner Familie…Was Bücherwissen betrifft, so hatte ich immer ungewöhnlich großes Vergnügen an der Lektüre von Schauspielen und Romanen, dem besten Teil der gehobenen Bildung eines Gentleman, und wenn ich einen Penny besaß, ließ ich nie einen Wanderhändler durchs Dorf ziehen, ohne von ihm eine oder zwei Balladen zu erstehen (Gekürzte Romanpassage)

Thackeray: ‘Barry Lyndon’ als BBC-Hörspiel von 2003 online Das BBC-Hörspiel mit Gerard McSorley (als Barry), Tina Kellegher (als Lady Lynton), David Kelly (als Chevalier de Balibari), Andrew Scott (als Redmond), Sheila Hancock (Bell Barry), Kenneth Cranham (Lord Lyndon), Jamie Foreman (Sir Rumford), Tina Kellegher (Mme Fitzsimon), Kevin Flood (Fitzsimon), Frank O’Sullivan (Captain Fagan), Mark Lambert (John Quin), Don Wycherley (Von Potzdorff), Darragh Kelly (Ulick), Eanna MacLiam (Mick), Alice Barry (Nora), Jamie Foreman (Wiggins) Kenneth Cranham (Earl of Crabs), Mark Lambert (Furniture Dealer), Don Wycherley (Poynings), Alice Barry (Maggie-Rose). Hier Teil 2. Bearbeitung: Don McCamphill. Regie: Lawrence Jackson. BBC Belfast

 

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Wussten Sie schon? Als Inspiration für den malerischen Look des Spielfilms Barry Lyndon (1975) dienten Kubrick u. a. Gemälde von englischen Künstlern des 18. Jahrhunderts, wie Thomas Gainsborough, dessen Gemälde Landscape with Figures on a Path (1748) ansatzweise in einer Filmszene wie dieser zu erkennen ist

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