Today: Hotel Pez Espada, Torremolinos, Costa del Sol

Pez Espada in Torremolinos war in den 60er Jahren so ziemlich die coolste Addresse hier an der Costa del Sol, u. a. mit Gästen wie Elizabeth Taylor, Charlton Heston…und Frank Sinatra. Wir haben anlässlich Sinatras Geburtstag mal vorbei geschaut. Das Hotel ist heute immer noch in gutem Zustand und auch gut belegt. Pez Espada vereint, für unseren Geschmack auf attraktive Weise, Elemente von Kitsch und Funktionalismus. Das Hotel wurde im Laufe der Jahre renoviert, aber Architektur, Stil und Dekor wurden respektiert, sind in der Tat in Originalform erhalten: Man tritt hier, quasi per Zeitmaschine, in die 50er und frühen 60er Jahre ein, siehe auch unser Foto im zweiten Absatz. Der Bau begann im Jahr 1959 und wurde 1960 fertiggestellt. Das Hotel, dessen Name übrigens Schwertfisch bedeutet, ist nominell Teil des kilometerlangen Ortes Torremolinos, liegt aber fern der Bettenburgen in dem ruhigen, niedrig bebauten Bezirk Montemar. Direkt am Meer, mit gutem Strand und einer gemütlichen Promenade mit Cafés und Restaurants.

There's a bar room with Sinatra LPs. They could make a bit more of it, I mean, some more classics studio albums instead of mostly compilations...but it's still a nice touch

Frank Sinatra war hier an der Costa del Sol für ein paar Tage im September 1964, zum Dreh des Hollywood Films Colonel von Ryans Express (1965), in dem er die Titelrolle spielte. Der Drehort war in El Chorro, einer eindrucksvollen (und übrigens besuchenswerten) Schluchtenlandschaft weiter landeinwärts, ca. eine Stunde, damals vielleicht sogar 90 min. Fahrt von der Küste entfernt. Wobei Sinatra per Hubschrauber zum Dreh kam. Der Aufenthalt wurde für den Sänger und Schauspieler – immerhin Oscar-Gewinner – Frank Sinatra allerdings eine unangenehme Episode. So weit wir in Erfahrung bringen konnten, geschah in etwa dies: Sinatra war eines Abends an der Bar des Hotels, als sich eine junge, unbekannte Schauspielerin an ihn an schmiegte – woraufhin sofort eine Kamera klickte.

That's how the hotel looked inside. Luckily that classic late 50s, early 60s look hadn't been interfered with

Die Kamera landete auf dem Boden und ging kaputt. Woraufhin der Journalist die Polizei informierte, die Sinatra dann später festnahm. Nicht die Art von Geschichte die uns normalerweise interessiert – wenn sie nicht so gut verdeutlichen würde, was von ‘Skandalen’ und Sensationsmeldungen in der Presse zu halten ist. Plus ça change. Die Episode scheint eine sorgfälltig geplante Falle gewesen zu sein. So weit wir sehen können, weder Sinatras Schuld, noch die vom Hotel Pez Espada. Es gibt im Hotel eine gepflegte kleine Bar in der ein paar Dutzend Sinatra-Alben an der Wand ausgestellt sind. Vielleicht könnte man ein bisschen mehr daraus machen, ein paar mehr klassische Studioalben anstatt vorwiegend Best-Of-LPs, aber es ist trotzdem ein netter, kleiner Touch. Wir ließen als Hommage eine von unseren eigenen Sinatra-Alben, High Society (1956) an der Rezeption. Eine schöne, alte Original-LP, die Version mit dem rotem Hintergrund und einer Plattenhülle so solide dass man Brot darauf schneiden könnte. Irgendwann werden wir wieder vorbeischauen und checken ob das Ding an der Wand ist.

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Wussten Sie schon? Sinatra im neuen Film Blade Runner (2017) Der Kultstatus des Sängers ist in guter Verfassung. Im neuen Film Blade Runner 2049 sind zwei Sinatra-Klassiker ziemlich ausgiebig zu hören. Erst Summer Wind, in einer Liebesszene zwischen Ryan Gosling und seiner holographischen Partnerin Joi. Das Lied beruht übrigens auf einer deutschen Komposition namens Der Sommerwind. Zweitens, das Lied One for My Baby (and One More for the Road), bei dem im Film sogar ein Hologramm vom singenden Sinatra zu sehen ist. Das Lied basiert auf dem Gespräch, oder Selbstgespräch, eines von der Liebe entäuschten Trinkers mit seinem Barkeeper. Der Film lässt es sich nicht nehmen, hier ein Produkt-Placement für den Whisky Johnnie Walker einzubauen. Soweit ich sehen konnte, war es ein Flasche Black Label. Bedeutet das Auftauchen von einem Klassiker wie Sinatra dass Blade Runner, trotz aller moderner Technik, im Kern eine ziemlich nostalgische Betrachtung über menschliche Vergänglichkeit ist? Set’em up, Joe!

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