Netzmagazin für Kultur & Mythologie

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Mythologie, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Aktuelle Beiträge

Rick Wakeman, whose birthday ist today, on stage with Prog band Yes. And in the studio, recording his solo classic The Six Wives of Henry VIII (1973). With great analog synth sounds

Rick Wakeman, der heute Geburtstag hat, spielte auf unseren drei Lieblingsalben von Yes: Fragile (1971), Close to the Edge (1972) und Tales from Topographic Oceans (1973), für uns das ultimative Progrock-Album – obwohl wir wissen dass dies nicht Rick Wakemans persönlicher Favorit ist. Soweit wir wissen, mag er Edge und Going For The One (1975) am liebsten. Und tatsächlich ist dessen Lied Awaken, hier Teil 1 live,  ein Yes-Klassiker mit einem Piano-Intro das Rick Wakemans flüssige, melodische Spielweise demonstriert. Das Rick Wakeman Soloalbum auf dem Foto, The Six Wives of Henry VIII (1973) ist eins das wir über unsere Eltern kennenlernten. Die hatten und haben einen ziemlich coolen Musikgeschmack, gingen früher zu Genesis Konzerten etc. Soweit wir uns erinnern, hörten wir Rick Walkemans Konzept-Album über die Sechs Frauen von Heinrich VIII noch bevor wir Yes kennenlernten. Wir erinnern uns, bei der Auflistung des Equipments auf dem Albumcover gedacht zu haben: Wie kann ein Mensch so viele Keyboards haben? Mini-Moog Synthesizer, Mellotron 400-D, Hammond C-3 Organ, RMI Electric Piano & Harpsichord…und ein Steinway Grand Piano! Das ist mehr als die Polizei erlaubt, und in der Tat, haben Keyboarder auf der Bühne heute oft nur ein oder zwei Synthis die, dank Digitaltechnik, sämtliche obengenannten und hunderte weitere Klänge eingespeichert und per Knopfdruck abrufbar haben. Allerdings finden einige Leute dass der Sound von den alten Analog-Synthis schwer zu imitieren oder überbieten ist. Das Six Wives Album klingt heute jedenfalls immer noch gut, für uns sogar besser als vor Jahren. Vielleicht weil in dem zur Zeit allgegenwärtigen Electro Musikgenre die ultra-fetten Synthie-Sounds der Analog-Ära wieder sehr angesagt sind. Wobei Electro DJs und Produzenten heute eher Samples benutzen, als schwere Synthesizer herumzuschleppen. Wer glaubt, dass Yes-Musiker nicht gesampelt werden, täuscht sich: Kanye West hat für sein Lied Dark Fantasy den Yes-Sänger Jon Anderson gesampelt, check it out. Was Solo-Aufnahmen von Rick Wakeman anbelangt, gibt es viel auf YouTube, aber wir schätzen Six Wives klingt zum Kennenkernen am besten wenn man anstatt nur der Audioversion, zusätzlich sieht wie Wakemans Finger über die Tasten huschen. Wie hier bei Catherine Parr, dem Lied das von der sechsten und letzten von Henry’s Ehefrauen.inspiriert wurde. Wir schätzen dass Progrock-Musiker wie Rick Wakeman und Yes geholfen haben, historische und mythologische Themen in die Popkultur zu bringen. Dass heutzutage anspruchsvolle, geschichtliche TV-Serien wie Die Tudors angesagt und super erfolgreich sein können – auch in Deutschland – das ist eine Entwicklung zu der die guten alten Progrocker beigetragen haben. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Mr. Wakeman. Keep on progging.

Info Wiki-Artikel über die neuste CD / DVD Version The Six Wives of Henry VIII Live at Hampton Court Palace (2009) / und das Original-Studioalbum / Rick Wakemans persönliche Website / Hinweis: Obiges schwarz-weiß Foto gehört nicht zur CD oder DVD / Note: Above black-and-white photo is not part of CD or DVD package.

A good, lengthy article in the Sunday Times was starting point for our speculations about the Film 'Prometheus' (2012)

Die britische Sunday Times hatte vor kurzem einen guten Artikel über das aktuelle Filmprojekt Prometheus das – de facto – eine Art Prequel, also Vorgeschichte von dem Sci-Fi-Klassiker Alien (1979) ist. Der neue Film interessiert uns, mitunter weil wir sämtliche Nachfolgefilme mittlelprächtig bis schlecht fanden. Die Sequels waren, im besten Fall, wie Aliens (1986) von James Cameron, kompetente Actionfilme, Cowboys & Indianer im Weltraum, aber ohne die mythologische Dimension die den besten Sci-Fi Werken, wie 2001: Odyssee im Weltraum (1968) und Blade Runner (1982), zu eigen ist. Der mythologische Aspekt von Ridley Scotts Prometheus (2012), der offenbar erst im August in deutsche Kinos kommt, scheint eine Menge Ähnlichkeiten mit den Theorien von Erich von Däniken zu haben: Theorien aus dem Bereich der sog. Prä-Astronautik, an die wir übrigens nicht glauben. Aber der millionenfache Erfolg von Büchern und Filmen dieser Art ist insofern interessant dass er zeigt, wie Menschen nach einem quasi-religiösen, kulturellen Narrativ suchen. Vielleicht weil Institutionen die früher mal dafür zuständig waren, sich nicht mehr auf einen kulturellen Narrativ konzentrieren? Wie dem auch sei, im Film Prometheus werden jauf der schottischen Insel Isle of Skye uralte Schriftzeichen gefunden die darauf hin deuten dass die Menschheit vor langer Zeit irgendeine Art von Verbindung mit einer außerirdischen Zivilisation hatte. Dies scheint, anhand von allem was wir an Trailern etc. mitbekommen haben, in etwa Folgendes zu sein: Außerirdische machten vor Urzeiten biotechnische / genetische Experimente die dazu führten dass die Menschheit sich fortenwickelte. Die Außerirdischen scheinen vom Schlage des Riesen gewesen zu sein der im ersten Alien Film in dem Raumschiffwrack auf Planet LV-426 gefunden wurde. Sein Skelett deutete darauf hin dass der Riese zum Opfer eines Alien geworden war der sich in ihm eingenistet hatte und dann herausbrach. Grund dafür war vermutlich Mehr lesen…

On the birthday of Daphne du Maurier (1907 - 1989) we take a look at the Role Cornwall played in her writing

Der 13. Mai ist der Geburtstag von Daphne du Maurier (1907 – 1989), eine unserer Lieblingsschriftstellerinnen. Viele ihrer Romane und Geschichten wurden zu erfolgreichen Kinoverfilmungen. Die bekanntesten und vielleicht besten sind die beiden Hitchcock-Filme Rebecca (1940) und Die Vögel (1963). Interessanterweise wurden beide Romanvorlagen von der Grafschaft Cornwall an der Westküste Englands inspiriert. Du Maurier, in London geboren, zog mit ihrer Familie zwar erst im Jahr 1942 permanent dorthin, besuchte aber das kleine Hafenstädtchen Fowey schon seit ihrem 19. Lebensjahr. Die Idee für ihre Geschichte Die Vögel (1952) kam ihr als sie bei einem Spaziergang im ländlichen Umkreis on Fowey einen Bauern beim Pflügen sah, der von einer Wolke von kreischenden Seemöwen umgeben war. Nahe am Meer ganz normal, denn Möwen halten nach Regenwürmern Ausschau die der Pflug an die Oberfláche bringt. Aber Daphne dachte sich dabei: Was wäre wenn die Vögel jetzt den Bauern angreifen würden? Hitchcock übertrug die Geschichte letztendlich in eine Kleinstadt in Amerika, wo er damals arbeitete. Auch der Roman Rebecca (1938) ist in Cornwall verankert: Du Maurier kam schon seit dem Jahr 1926 hierher und kannte die Gegend um Fowey sehr gut. Wenn man vom Küstenpfad durch den Wald hinunter zu dem Strand namens Polridmouth Bay (sprich: Pridmouth Bay) geht, ist man genau an dem Ort an dem Rebecca im Roman stirbt. Sogar das alte, verlassene Haus ist dort zu sehen. Rebecca ist, obwohl Titelheldin, natürlich nicht die erzählende Protagonistin im Roman, sondern eine Art psychische Präsenz die seit ihrem Tod über ihrem früheren und jetzt neuverheirateten Ehemann Max de Winter wie ein Schatten schwebt. Ein starker Thriller mit Echos von den Geschwistern Brontë - an denen Daphne du Maurier großes Interesse hatte. Aber auch ihr eigenes Leben spiegelt sich in der namenlosen Ich-Erzählerin von Rebecca: Gibt es nicht schon eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Namen du Maurier und de Winter? Man könnte die Handlung von Rebecca grob als eine Geschichte über unglückliches Eheleben umschreiben. Und auch Daphne du Maurier fand das Eheleben angeblich nicht immer einfach. Eine ihrer großen Lieben war sicherlich die Grafschaft Cornwall. Die Autorin sagte einmal: ‘Ich weiss dass mir keine Person jemals so ins Blut gehen wird wie Cornwall, Menschen und Dinge vergehen aber die Orte vergehen nie’. Und Cornwall, den mystischen Westen Englands hat Daphne du Maurier tatsächlich verewigt.

Info Deutscher Wiki-Artikel über die Autorin / Dokumentarfilm The Make Belief World of Daphne du Maurier  (inkl. Interviews mit der Autorin) / Offizielle Website Daphne du Maurier / Foto: Unsere Taschenbuchausgabe von The Daphne du Maurier Companion (2007) vom Virago Verlag / Literatur-Reisetipp: Offizielle Fowey, Cornwall Tourismus Website.

Roman ist auf Deutsch erhältlich, das Sachbuch auf Englisch

Vor nicht allzu langer Zeit konnten landwirtschaftliche Katastrophen in Europa den blanken Tod bedeuten. Die Irische Hungersnot wird selten von den Medien erwähnt, deshalb wollten wir heute am 13. Mai, dem Tag an dem der Tragödie dieses Jahr in Irland und Amerika gedacht wird, auf zwei sehr verschiedene Bücher zum Thema hinweisen. Das Buch The Great Irish Famine (1995) von Cathal Poirteir ist ein exzellentes Sachbuch. Schon der erste Satz fasst es kurz und trocken zusammen: Im späten Sommer des Jahres 1845 schlug der Pilz phytopthora infestan in Irland zum ersten Mal ein und löste Kartoffelfäule aus. Wiederholte Ernteausfälle führten zum Tod von 1 Million Menschen in den nächsten fünf Jahren und 2 Millionen weitere Einwohner flohen Irland in den 10 Jahren nach dem Beginn der Großen Hungersnot. Text von uns frei aus dem englischsprachigen Original übersetzt. Hinter solchen Zahlen stecken viele Geschichten und dieses Buch, mit Essays von 16 renommierten Fachleuten, enthält viele Details über die Hungersnot und ihre Verbindungen mit Folklore, Literatur, Medizin, Politik und natürlich Landwirtschaft. Ein Grund warum Irland so abhängig von der Kartoffel wurde, lag darin dass sie so gut zu den irischen Verhältnissen passte: Säurehaltige Böden, ein feuchtes, sonnenarmes Klima dessen relative Milde gut gegen Frost, den bis dahin größten Feind der Kartoffel half. Die Kartoffel eröffnete armen Leuten neue Möglichkeiten denn die Kartoffel benötigte keine Maschinerie zur Weiterverarbeitung (wie Korn z. B. mechanische Mühlen benötigt) und konnte, mit viel Handarbeit, an vorher unbebaubaren Orten, wie Abhängen und felsigen Böden gepflanzt werden. Weil Gelände dieser Art meist unmöglich für den Pflug war, gibt es, und solche Details finden wir faszinierend, noch heute in Irland eine so große Vielfalt von Spatentypen. Weil dieses Buch einen so sachlichen eher als emotionalen Ton hat, ist es, trotz der Thematik, kein düsteres sondern ein sehr interessantes Buch, das wir englischkundigen Lesern sehr empfehlen. Das andere Buch das wir zum Thema haben, ist der Jugendroman Under the Hawthorn Tree (1990) von Marita Conlon-McKenna, auf Deutsch als Folgt immer dem Fluss veröffentlicht. Die Geschichte handelt von den drei Kindern Eily (12), Michael (9) und Peggy (7) im Irland der 1840er Jahre, zur Zeit der Hungersnot. Ihr Vater ist auf Arbeitssuche gegangen und verschollen. Die Mutter geht ihn suchen. In ihrer Abwesenheit werden die drei Kinder vom Hausbesitzer rausgeschmissen und sollen ins Armenhaus geschickt werden. Aber die Kinder folgen stattdessen dem Fluss um sich nach Castletaggart durchzuschlagen, wo zwei Großtanten von ihnen wohnen. Daher der deutsche Titel Folgt immer dem Fluss. Der Hawthorn Tree des englischen Titels ist der Ort an dem Bridget, die verstorbene Babyschwester von den drei Kindern begraben ist. Folgt immer dem Fluss ist das erste Buch der preisgekrönten Trilogie Children of the Famine. Die drei Romane sind auf Deutsch als Gesamtband namens Sturmkinder: Eine irische Familiensaga veröffentlicht worden und bei Amazon.de erhältlich. Ebenso das vorher erwähnte Sachbuch The Great Irish Famine von Cathal Poirteir.

Info Deutsche Wiki-Artikel über die Große Hungersnot in Irland / Exzellenter Dokumentarfilm (u. a. mit Ted Kennedy) namens Famine to Freedom: The Great Irish Journey auf YouTube.

On the birthday of the painter and poet Dante Gabriel Rossetti (1828-1882) we listen to a rendition * of his poem 'Silent Noon' with wonderful music from Ralph Vaughan Williams

Am Geburtstag des Malers und Dichters Dante Gabriel Rossetti (1828-1882) ein Blick auf eins seiner schönsten Gedichte. Rossettis Silent Noon erhält eine zusätzliche Dimension durch die Vertonung mit der Musik von Ralph Vaughan Williams (1872-1958). Die Musik ist aus dem Jahr 1902. Das Gedicht, das Rossetti im Jahr 1870 schrieb, ist die Beschreibung eines idylischen Sommertags den zwei Liebende auf einer Blumenwiese verbringen. Wobei erst in der letzten Zeile, beim Wechsel zur Vergangenheitsform, klar wird dass all dies nicht vor kurzem geschah, sondern schon lange her ist. In Hinblick auf die zum Teil tragische Lebensgeschichte von Gabriel Rossetti, ein Engländer dessen Vater aus Italien kam, wirkt die letze Zeile signifikant. Das Gedicht ist ein Rückblick auf die Beziehung zwischen Rossetti und dem Viktorianischen Supermodel Lizzie Siddal, die in vielen Gemálden jener Epoche zu sehen ist, z. B. auch in Ophelia (1852) von John Everett Millais. Um diese Zeit, in 1852, wurden Siddal und Rossetti ein Paar. Sie lebten für 10 Jahre zusammen, heirateten aber erst 1862, als Lizzie aufgrund ihrer Opiumabhängigkeit schon dem Tode nah war. Rossetti und Siddal waren mehr oder weniger das Viktorianische Äquivalent von den Rockstars der 60er und 70er Jahre – nur 100 Jahre früher. Rossetti legte ein Buch das sämtliche seiner unveröffentlichten Gedichte enthielt in Lizzies Sarg. Ihr Tod war ein schwerer Schlag für ihn. Im Jahr 1869, mittlerweile dem Alkohol verfallen, versuchte er die Gedichte neu aufzuschreiben, konnte sich aber nicht mehr erinnern und ließ das Buch wieder ausgraben. Dann begann er den umfassenden Band The House of Life, mit alten und neuen Gedichten zusammenzustellen. Eine Art Lebensgeschichte. Silent Noon war eins der neuen Gedichte und beschrieb die glückliche, unbeschwerte Sommerzeit des Lebens. Nur zwei Jahre später, in 1872, versuchte Rossetti sich, ebenfalls mit Opium, das Leben zu nehmen. Aber er überlebte, als gebrochener Mann, noch weitere 10 Jahre und starb mit 53. All dies ändert nichts an der Tatsache dass der Mann, der auf dem Selbstportrát mit 19 Jahren zu sehen ist, ein faszinierendes Werk von Bildern und Gedichten hinterlassen hat,  und wir 130 Jahre nach seinem Tod immer noch an ihn denken. Wir empfehlen, das Gedicht zusammen mit Musik & Gesang * kennenzulernen. Hier gesungen von dem Tenor Anthony Rolfe Johnson.

Silent Noon

Your hands lie open in the long fresh grass, –
The finger-points look through like rosy blooms:
Your eyes smile peace. The pasture gleams and glooms
‘Neath billowing skies that scatter and amass.
All round our nest, far as the eye can pass,
Are golden kingcup-fields with silver edge
Where the cow-parsley skirts the hawthorn-hedge.
‘Tis visible silence, still as the hour-glass.

Deep in the sun-searched growths the dragon-fly
Hangs like a blue thread loosened from the sky: –
So this wing’d hour is dropt to us from above.
Oh! clasp we to our hearts, for deathless dower,
This close-companioned inarticulate hour
When twofold silence was the song of love.

Info Deutsche Wiki-Artikel über Dante Gabriel Rossetti /  und Lizzie Siddal, Viktorianisches Supermodel und Rossettis Ehefrau / BBC TV-Serie Desperate Romantics (2009) über die von Rossetti gegründete Künstlerbewegung der Präraffaeliten / Unoffizieller Fantrailer für Desperate Romantics mit Szenen von Rossetti & Siddal, plus Musik von der Sängerin Plumb / und offizieller BBC-Trailer. Die TV-Serie Desperate Romantics gibt es als DVD-Set preisgünstig bei Amazon.de, allerdings nur auf Englisch

The newly discovered LP collection of Princess Diana is a good mix of music. The one rather nice album of these that we actually own on vinyl ourselves: Elgar's Enigma Variations

Nachricht von einem Fund den wir auf zwei Ebenen interessant finden. Zum einen sind wir Fans und Sammler von Vinyl-Schallplatten. Zum anderen empfanden wir Prinzessin Diana immer als eine gutherzige Frau die von der Situation in die sie hinein geriet einfach überfordert war. Die vor kurzem gefundene LP-Sammlung von Prinzessin Diana deutet darauf hin dass sie sich in Sachen Musik gut auskannte. Der Großteil der 19 Alben ist klassische Musik, aber es sind auch 4 LPs aus dem Rock, Pop und Country Genre dabei. Mit Bob Dylans Livealbum Hard Rain (1978) sogar eins das man als alternativ oder zumindest wenig populistisch bezeichnen könnte. Wir hatten dieses Album früher mal selber, finden es aber nicht eins von Dylans besten. Es ist von der Rolling Thunder Revue Tour, übrigens mit T-Bone Burnett, der sich im Laufe der Zeit zum Star-Produzenten für Leute wie Robert Plant gemausert hat. Auf YouTube ist ein Clip der, so weit wir sehen, am Anfang etwas von der 1976 Hard Rain Tour zeigt. Dianas Album The Eagles Greatest Hits enthält viele starke Lieder, wie One of these Nights. Dagegen wurde John Denver, von dem Diana Rocky Mountain High (1972) hatte, von uns damals als etwas arg middle-of-the-road eingestuft. Von Dianas Paul Simon Album Still Crazy after all these Years (1975) gefällt uns das Lied 50 Ways to Leave Your Lover besonders. Gut mal etwas anderes als den typischen Umpah-Umpah Rockbeat vom Schlagzeug zu hören. Diana hatte auch den Soundtrack von Franco Zeffirellis Romeo und Julia (1968), mit Musik von Nino Rota, schöne Musik, wobei dieses Stück früher bei BBC Radio DJ Simon Bates’ Out Tune in Grund und Boden gespielt wurde. Die Oper Carmen von Georges Bizet, ebenfalls ein Album das Diana besaß, hat für uns eine persönliche Signifikanz weil sie in Andalusien, unserem geliebten Gastland spielt. Weitere von Dianas Klassik-Alben waren Sibelius’ Finlandia der wir einen andalusischen Blickwinkel abgewinnen indem wir eine Fassung vom andalusischen Jugendorchester verlinken, und Ungarische Tänze von Brahms. Von Mozart hatte die Prinzessin die 40. Symphonie, mit dieser Melodie die jeder kennt, und von Beethoven, da, da, da, dah, die 5. Symphonie die jeder noch mehr kennt, und auch die Pastorale. Sie hatte ein Album mit Mendelssohns Ouvertüren, hier die von den schottischen Hebriden, und eins mit Klavierwerken von Liszt. Ebenfalls eine LP mit Musik von Camille Saint-Saëns und Gabriel Fauré. Außerdem Alben mit einer Ballet-Kompilation, La Fille mal gardée, einer Kompilation von Grieg und ein Album mit Big Band Musik von Ted Heath. Die einzige Musik aus Dianas Sammlung die wir selber als Vinyl-Schallplatte besitzen, ist oben auf unserem Foto: Die Enigma-Variationen von Edward Elgar. Herkunft der 19 Schallplatten? Eine ältere Frau hatte sie im Jahr 2004 auf einem Flohmarkt verkauft. Sie kamen von ihrer Tochter, die in den 70er Jahren Zimmergenossin von Diana im West Heath Internat in Kent war. Die Alben wurden alle mehrfach von Diana mit ihrem Namen gekennzeichnet und steckten in einem schwarzen Schallplattenkoffer der Jahrzehnte nicht geöffnet oder durchgesehen wurde.

Info Meldung im Irish Independent über den Fund von Dianas LPs /  Wiki-Artikel über Diana

Beautifully written book. Makes you want to write better blog posts. The BBC radio play 'The Great Gatsby' is good. Check out also A & E docu about F. Scott Fitzgerald. Links below

Gutes Hörspiel nach dem amerikanischen Romanklassiker der zur Zeit mit Leonardo DiCaprio neu verfilmt wird. Die bisher bekannteste Verfilmung von Der Große Gatsby (1974) mit Robert Redford war ziemlich gut, könnte aber vielleicht verbessert oder etwas up to date gebracht werden. Denn die Thematik von einer Zeit in der Geld, Einfluss und Celebrity-Status die höchsten Ideale sind – oder zumindest von den Medien täglich so suggeriert werden – ist immer noch aktuell. Auch die Tatsache dass sich damals, im Laufe der 1920er Jahre, eine gigantische Wirtschaftskrise entwickelte die den sog Goldenen Zwanzigern ein Ende machte, hat heute Prägnanz. Aber das Interessante an F. Scott Fitzgerald (1896 – 1940) ist dass er nicht mit einem erhobenen, moralisierenden  Zeigefinger schreibt. Er überlässt es dem Leser, sich über den mysteriösen Multimillionär Jay Gatsby eine Meinung zu bilden. Der Erzähler, Nick Carraway, ein junger Mann aus relativ einfachen Verhältnissen im Mittleren Westen Amerikas, kommt nach Long Island, New York, lernt Gatsby kennen und findet langsam heraus, wer Gatsby wirklich ist und wie er zu dem Reichtum kam. Erzähler Nick Carraway hat ein gewisses Verständnis, sogar Sympathie für Gatsby, denn dieser Mann, Anfang dreißig, dessen Reichtum nach heutigem Maßstab wohl im Bereich von Hunderten von Millionen wäre, hat eigentlich nur das gemacht was in einer get-rich-quick Gesellschaft erfordert ist. Zudem ist Gatsby im Kern ein freundlicher, großzügiger Typ, eigentlich ein Träumer, dem es weniger um das Geld geht, als um die gesellschaftliche und persönliche Anerkennung. Diese sucht Gatsby, der wie Carraway selber aus einfachen Verhältnissen stammt, besonders bei Daisy Buchanan einer jungen, verheirateten Dame aus reichem Hause. Werden Geld und Ruhm dem Großen Gatsby Glück bringen, oder frisst das System – auf Umwegen – seine eigenen Kinder? Aber so simplistisch formuliert Fitzgerald nicht. Dies ist, im Gegenteil, ein sehr schönes, fast poetisch geschriebenes Buch. Fitzgerald war selber ein Träumer der aus der Beobachtung von Oberflächlichkeit etwas erschaffte das Tiefgang hat. Er lebte anfang der 20er Jahre selber auf Long Island, in Great Neck, das im Roman West Egg genannt wird. Damals war Scott Fitzgerald mit nur Mitte zwanzig ein sehr erfolgreicher Autor. Er mietete sich einen Rolls Royce und ging zu Partys der Reichen und Berühmten. Aber im Alter von vierzig war er selber ein Opfer der schnelllebigen Zeiten geworden. Seine Bücher, inklusive Der Große Gatsby (1925) wurden nicht mehr neugedruckt, sie wurden als period pieces gesehen: Kinder iher Zeit, ohne Relevanz in den 30er und 40er Jahren. Fitzgeralds Bücher wurden erst im Laufe der 50er und 60er Jahre wiederentdeckt und erreichten Klassiker-Status, werden bis heute jährlich ca. 300.000 mal pro Jahr verkauft. Das erlebte Fitzgerald, der mit 44 Jahren starb, nicht mehr mit. Aber Gatsby lebt weiter, vielleicht findet man ihn heute….wo? Vielleicht unter Dot.Com Millionären? Wir sind nicht sicher ob dies ein angemessener Vergleich ist. Man kann Internet-Business nicht wirklich mit Gatsbys ‘Bootlegging’ zur Zeiten der Prohibition vergleichen, oder? Hier das Lied Ain’t We Got Fun?, ein berühmter Foxtrot aus den Goldenen Zwanzigern. Das Lied erschien im Film Der Große Gatsby mit Robert Redford. Textprobe: ‘Die Reichen werden reich, und die Armen kriegen Kinder…aber in der Zwischenzeit werden wir Spaß haben, nicht wahr?’. Die Leute hatten damals ein paar gute Lieder, das muss man ihnen lassen.

Info Das BBC-Hörspiel The Great Gatsby / Wiki-Artikel über den Roman / Guter Dokumentarfilm über F. Scott Fitzgerald / und Artikel in New York Times auf den Spuren des Autors auf Long Island / Foto: Unsere Taschenbuchausgabe vom Diogenes Verlag

Abbildung von Steinzeitkunst

Eine Entdeckung über die es in deutschen Medien noch nichts zu geben scheint: Forscher der Université de Toulouse haben in Höhlen prähistorische Artefakte gefunden die eine Basis für ganz neue Theorien über Steinzeitkunst bilden. Es handelt sich dabei um aus Knochen hergestellte Scheiben, mit etwa der Fläche von einem großen Knopf. In der Tat wurden diese Artefakte, aufgrund der Löcher darin, bisher für Knöpfe gehalten. Aber vor kurzem wurden in mehreren Höhlen, wie denen von Chauvet und Ardèche, Knochenscheiben dieser Art entdeckt in denen eingravierte Bilder erhalten sind. Das allein wäre nicht so ungewöhnlich, aber die beidseitigen Bilder auf den Scheiben scheinen eine Art von Thaumatrop zu sein – wenn man eine Schnur durch die Löcher der Scheiben fädelt und sie straff zieht, wirbeln die Scheiben herum und erzeugen bewegte Bilder. Auf den zwei Seiten der Scheiben sind nämlich Szenen abgebildet die ähnlich aber nicht gleich sind, z. B. ein Tier das erst sitzend, dann aufrecht dargestellt wird. Beim Wirbeln der Scheiben, scheint das Tier sich dann hoch und runter zu bewegen. Ein ähnliches Prinzip wie das Spiel, das wahrscheinlich jeder aus der Kindheit kennt, wenn man auf die Ränder von Bücherseiten kleine Männchen malt die dann beim Durchwirbeln der Seiten umhertanzen. Dieses sog. Daumenkino beruht auf der Nachbildwirkung, welche wiederum die Basis von Zeichentrick und Kinofilmen bildet. Das erstaunliche ist, dass dieser Effekt in modernen Zeiten erst um das Jahr 1825 entdeckt wurde. Das, was offenbar eine Art Steinzeit-Kino war, gibt auch einen neuen Ansatz zur Interpretation der berühmten aber immer noch mysteriösen Höhlengemälde die, wie Lascaux, zum Teil über 15.000 Jahre alr sind. Es war immer schon auffällig und rätselhaft dass viele Höhlengemälde mehr oder weniger übereinander gemalt zu sein scheinen. Vielleicht waren dies erste Versuche, durch mehrfache Darstellungen von Tieren, bewegte Bilder zu schaffen. Und vielleicht ist movie making einer der ältesten Berufe der Menschheit.

Info Englischsprachiger Artikel zum Thema, ursprünglich aus Sunday Times (kostenpflichtig)

Yesterday, 1. May, we went into the hills. Lots of abandoned old farms: This one, by a dried up river, seemed like a sort of Andalusian Wuthering Heights to us. Click to see more pics.

Wir waren gestern, am ersten Mai, mal wieder in den Bergen. Hier in Andalusien ist man von Bergen eigentlich nie weit entfernt. Auf unserem Foto glitzert das dunkelblaue Mittelmeer und trifft sich mit dem hellblauen Himmel. Es war ein glorreicher Frühlingstag mit T-Shirt Wetter, und wir waren schátzungsweise nur 5 oder 6 Kilometer von den Stränden der Costa del Sol entfernt. Andalusien ist riesig, und obwohl es an der Küste viele Hotels, viele Urlauber und auch sehr viele ansässige Spanier gibt, ist es landeinwärts über große Strecken dünn besiedelt, teils menschenleer. Für uns haben diese Berglandschaften jedoch ihre eigene, spröde Romantik. In ein paar Monaten, wenn die Sommersonne die momentan noch grünen Gräser und Blumen ausgetrocknet hat, sehen die Berge aus wie Kulissen für Westernfilme. Und in der Tat wurden mehrere Klassiker des Genres, wie Spiel mir das Lied vom Tod (1968) und Clint Eastwoods ‘Dollar-Trilogie’ in Andalusien gedreht. Ob das Leben in einsamen Bergregionen von den Leuten die hier lebten als romantisch empfunden wurde, ist eine andere Frage. Der Bauernhof, auf dem Foto oben, bei dem wir Rast machten, war viel besser gebaut als die drei, vier anderen verfallenen Höfe an denen wir auf dem Weg hierher vorbeikamen. Man hätte, wenn’s sein müsste, noch darin leben können. Zumindest insofern dass  Mehr lesen…

One aspect of Christie novels for us is social history, like a guy being called 'a maidservant's prayer''. Heard that one lately? The BBC radio play of 'Cards on the Table' (1936) is good too

Der Christie-Roman Mit offenen Karten (1936) wird oft als einer ihrer besten genannt, und wohl auch von Agatha selber so eingeschätzt. Sie sagt ja in ihrem Vorwort, es sei einer von ‘Poirots Lieblingsfällen’. Der Roman enthält eine ganze Reihe von persönlichen Bezügen, Neben Hercule Poirot der ermittelt, taucht auch Ariadne Oliver auf, hier als eine Art Alter Ego von Agatha Christie. Die Autorin nimmt sich damit selber etwas auf die Schippe, beschreibt Ariadne z. B. als übergewichtig und jemand der Romane mit merkwürdigen Titeln á la  Das Geheimnis der toten Goldfische schreibt. Obwohl die Geschichte in London beginnt, finden auch Szenen in Wallingford statt, einem idyllischen südenglischen Städtchen in dem Agatha und ihr Ehemann in den 30er Jahren ein Haus gekauft hatten. Und dann spielt natürlich das Kartenspiel Bridge eine Rolle. Versteht sich von selbst dass Christie es spielte: In Agatha Christie: An Autobiography (1977) erzählt sie von einem Bridge-Turnier an dem sie auf einer Schiffsreise von Amerika nach England teilnahm. In diesem Krimi tauchen Bridge-Begriffe wie Dummy und Grand Slam  auf – und haben auch eine gewisse Signifikanz für den Fall. Das Buch enthält sogar Abbildungen von traditionellen Bridge-Abrechnungskarten (score cards) mit Honours und Tricks. Wie im obigen englischen Bildtext angedeutet, finden wir an Christie-Romanen, und dieser ist immerhin über 75 Jahre alt, auch zeitgeschichtliche Aspekte interessant: Produkte wie das Messing-Poliermittel Brasso gibt es heute noch, wogegen ein Ausdruck wie a maidservant’s prayer, also etwa Dienstbotinnen-Schwarm, als Beschreibung für einen Mann selten, wenn nicht gar völlig ausgestorben sein dürfte. Es wird alles immer schwerer für Männer! Der Mann den es in Cards on the Table (1936) als ersten erwischt, ist der ausdrücklich als mephistophelisch beschriebene Mr. Shaitana. In dem Kartenspiel das er arrangiert, konkurrieren die Detektive Poirot und drei Mitstreiter mit vier anderen Spielern die, gemäß Shaitana, alle schon mal einen Mord begangen haben. Das hatte Mr. Shaitana faszinierend gefunden. Aber wer von seinen vier Bridge-Spielern ist die unauffällige Person die dem Zyniker zum Verhängnis wurde? Jetzt müssen wir selber unsere Karten auf den Tisch legen und gestehen, dass wir keine Bridge Spieler sind. Aber das hielt uns nicht davon ab diesen Krimi und das 90 Minuten lange BBC-Hörspiel zu genießen.

Info Das BBC-Hörspiel Cards on the Table online / Hinweis: Wiki-Artikel beschreiben u. a. die Auflösung von Krimis. Sie können jedoch bei Hörspielen helfen, einen Überblick zu bekommen, hier der Artikel über Agatha Christies Roman Mit offenen Karten. Bei Amazon.de sind engl. und deutsche Romanfassungen (für ca. 8 Euro), und auch eine englische Kindle-Edition erhältlich. Wer das BBC-Hörspiel zusätzlich auf CD haben möchte, kriegt es ebenfalls (für ca. 8,50 Euro) bei Amazon. Ein deutsches Hörbuch, also eine Lesung, ist für ca. 10 Euro erhältlich / Foto: Unsere Taschenbücher, links, von Fontana Books (1969), eine Vintage-Reihe die wir sammeln, und eine andere Ausgabe (1996) vom HarperCollins Verlag.

We'd like to think Jim Marshall (1923 - 2012), the man who brought us Marshall amplifiers, is up there with Leo Fender and Les Paul, looking after the illustrious rockband in the sky

Marshall ist eine Marke die so gut wie jeder Musik-Freak kennt und wir waren etwas überrascht, wie wenig über Jim Marshall im deutschen MSM zu lesen war. Neben Les Paul, dem Vater des gleichnamigen Gitarrenklassikers von Gibson (siehe Foto) und Leo Fender, dem Entwickler der Stratocaster E-Gitarre, haben für uns eigentlich nur die amps, also Gitarrenverstärker von Marshall einen ähnlich ikonischen Status. Ikonisch bedeutet in diesem Fall, dass es mehr ist als einfach nur gutes Gitarren-Equipment, denn gute Verstärker und Lautsprecherboxen gibt es von vielen Marken. Ja, Marshall hat einen starken, fetzigen Klang, aber wenn man damit spielt, ist man sich zusätzlich bewusst dass auf so einem oder sehr ähnlichen Amp, Eric Clapton, Gary Moore und viele andere gespielt haben. Ebenso wie man den Namen Marshall auf Woodstock, Isle of Wight und anderen Filmen von berühmten Rockfestivals sehen kann. Ist das nur cleveres Marketing oder Product Placement? Unserer Erfahrung nach, beruht der Status von Marken meist auf handfesten Gründen und ist kein Zufall. Im Fall des Elektrotechnikers Jim Marshall ist bekannt – und wird in vielen Anekdoten berichtet – dass er Musikern gegenüber immer sehr persönlich engagiert war, sich für ihre Wünsche und Vorschläge interessierte und immer weiter schraubte, austauschte und verbesserte – bis der Kunde zufrieden, bzw. im siebten Himmel war. Ach, wenn nur die gesamte Wirtschaft so funktionieren würde! Einer von Jim Marshalls Equipment-Klassikern ist der sog. Bluesbreaker Verstärker, benannt nach dem Album mit EricClapton. Im Foto links oben ist ein Reissue-Model, aber Modelle aus den 60er Jahren sind Sammlerstücke (hier ein paar schöne Fotos) die heute Preise bis um die 10.000 Euro erreichen können. Qualität – und der damit verbundene Markenstatus – ist halt immer eine gute Investition. Der Bluesbreaker Verstärker entstand als Eric Clapton in Jim Marshalls Laden kam und ihn bat, einen Amp zu bauen der in den Kofferaum seines Autos passen würde. Diese Art von Amps nennt man heute Kofferverstärker oder Combo, weil darin die Lautsprecher und Verstärker kombiniert sind, und nicht separat. Clapton wollte einen Amp den er bei Konzerten und Studioaufnahmen immer und ohne viel Aufwand parat haben konnte. Der Bluesbreaker Amp hatte, mit nur 35 Watt, zudem dien Vorteil dass man selbst bei relativ geringer Lautstärke den fetzigen, leicht verzerrten Klang bekam den Gitarristen bei Solos mögen. Wer den Klang hören will, sollte das Lied All Your Love von Clapton & John Mayalls Blues Breakers auschecken. Die Les Paul Gitarre mit dem Bluesbreaker Amp klingt hier besser als die Polizei erlaubt. Das hat viel mit Eric Clapton zu tun. Aber auch etwas mit Jim Marshall (1923 – 2012), der jetzt sicherlich die grandiose Rockband betreut die oben über den Wolken spielt.

YouTube-Tipp für Amp & Gitarren-Freaks: Besuch bei der Marshall Fabrik in Milton Keynes

Good to hear Rob Roy as a BBC radio dramatisation (link below). Especially as the film didn't match our expectations

Sir Walter Scott ist bekannt durch Romane wie Ivanhoe. Wir haben die Ritterromanze als Kinder gelesen, und sie wurde mit Elizabeth Taylor zu einem erfolgreichen Hollywood-Film. Walter Scott war einer der Lieblingsschriftsteller der Brontë-Schwestern, wobei Scotts recht ausholender Erzählstil mittlerweile wohl etwas aus der Mode geraten ist. Heutzutage ist Scotts bekanntestes Werk in Deutschland möglicherweise etwas von dem die meisten Leute gar nicht ahnen dass es was mit Scott zu tun hat: Die Hymne Ave Maria, diese beruht nämlich auf Walter Scotts Lied Hymn to the Virgin das von Franz Schubert vertont wurde. Aus Scotts Text Ave Maria! maiden mild! Listen to a maiden’s prayer! wurde dann in deutscher Übersetztung Ave Maria! Jungfrau mild, Erhöre einer Jungfrau Flehen, ein Lied dass hundertfach aufgenommen wurde, u. a. von der Folksängerin Joan Baez, hier ihre deutschsprachige Darbietung von Ave Maria. Ein weiterer Roman von Scott der zum Hollywoodfilm wurde, ist Rob Roy (1995). Die schottischen Landschaften und die keltische Musik im Film (Trailer) waren gut, aber ansonsten müssen wir gestehen dass wir die Verfilmung nicht so besonders fanden. Es war eine Sammlung von Klischees die wenig mit der Romanvorlage zu tun hatten. Um so willkommener das viel werkgetreuere BBC-Hörspiel, in drei Teilen von jeweils 1 Stunde Spieldauer. Link am Ende des Artikels. Im ersten Teil, Moving Northwards, befindet sich der junge Protagonist Frank Osbaldistone noch in England und trifft auf seiner Reise die schöne, königstreue Diana die er bald auf dem Weg nach Schottland begleiten wird. Die Heimat des Robin Hood ähnlichen Volkshelden Rob Roy. Eine schön gemachte Radioproduktion mit recht viel Hufenklappern und markanten schottischen Akzenten. Zudem ein subtiler Humor, der dadurch entsteht dass Frank ein etwas weltfremder, Gedichte schreibender Zeitgenosse ist, und Diana ‘Di’ Vernon, ein super aufgewecktes, praktisch veranlagtes Fräuleinwunder. Werden die beiden sich verlieben? Wir werden sehen.

Info  BBC Hörspiel Rob Roy / Wiki-Artikel über die Romanvorlage / und Walter Scott / Literatur-Reisetipp Sir Walter Scotts Wohnsitz Abbotsford der 2013 für Besucher geöffnet wird

Our hardback edition of the Joni Mitchell biography 'Shadows and Light' by Karen O'Brien. We'd love a new compilation album. And this would make a good cover

Gute Idee. Wir würden uns freuen, wenn Taylor Swift die Rolle von Joni Mitchell in einem Kinofilm spielt. Dies sind zwei Frauen die wir als Musiker und Sänger sehr schätzen. Und obwohl sie aus völlig verschiedenen Generationen stammen, gibt es Parallelen. Schon aufgrund der Tatsache dass sich Joni und Taylor Swift, im Gegensatz zu vielen anderen Stars, keineswegs nur als pretty face vermarktet haben – was für beide einfach gewesen wäre. Die Ladies schreiben ihre eigenen Lieder und klingen auch ohne aufwendige Produktionsteams gut. Wir kennen noch keine Details über die Handlung des Films, aber er basiert er auf dem Buch Girls Like Us: Carole King, Joni Mitchell, Carly Simon – And the Journey of a Generation (2008) das bei Amazon.com enthusistische Rezensionen hat – plus ein Video mit Autorin Sheila Weller. Wir werden es auschecken, zumal Carole King mit You Make Me Feel Like) A Natural Woman (1967) und Carly Simon mit You’re So Vain (1972) ebenfalls gute Lieder gemacht haben. Unser Lieblingslied von Joni Mitchell? Vielleicht Help Me von dem Albumklassiker Court and Spark (1974), hier ein schöner YouTube-Clip mit vielen Fotos von Joni. Auf dem obigem Foto ist unsere Hardback-Ausgabe von Karen O’Briens Biografie Joni Mitchell. Shadows and Light (2001), über die wir demnächst berichten. Unser Anspieltipp für Taylor Swift ist Safe & Sound von dem Soundtrack fúr den Film Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele (2012). Was den ‘Girls Like Us‘ Film anbelangt, sind wir gespannt, wer Crosby, Stills, Nash & Young spielt?

Info  Bericht in The Guardian über den Film / Wiki-Artikel über Joni Mitchell / und Taylor Swift 

On the day when everyone, except maybe Roland Emmerich, celebrates Shakespeare's Birthday, we take a look at the enigmatic figure of Ophelia in Shakespeare's play Hamlet

Die junge Ophelia die von Blumen umgeben im Fluss den Tod findet, ihn vielleicht sogar gesucht hat, ist eine von Shakespeares enigmatischsten Figuren. Trancehaft, wohl von Wahnsinn oder Verzweiflung, oder Ausweglosigkeit getrieben, hängt sie Blumenkränze an einen Baum, fällt als der Ast bricht und lässt sich vom Wasser davontragen. Kampflos, sogar singend. Diese Szene, die in Hamlet (1603) von Gertrude beschrieben wird, inspirierte Maler, Musiker und Filmemacher. Das Gemälde Ophelia (1852) von John Everett Millais ist weltbekannt, u. a. als Motiv von Postkarten. Wir erinnern uns, es im Kindesalter im elterlichen Badezimmer gesehen zu haben – ohne die Shakespeare-Connection zu kennen. Aber vielleicht ist das nicht nötig. Die Szene strahlt, ähnlich wie The Lady of Shalott (1888) von Waterhouse, eine fatalistische Romantik aus, die auf heutige Menschen wohl geheimnisvoll, fremd…und attraktiv zugleich wirkt. Dass Shakespeare in Figuren wie Ophelia auf sublimale Weise, uralte Prototypen wie die Göttin Venus aufleben ließ, vermutete der Dichter Ted Hughes in seiner Analyse ‘Shakespeare and the Goddess of Complete Being’. Wer weiß. Jedenfalls klingen die Zeilen über Ophelias Tod auch in deutscher Übersetzung stark:

Es neigt ein Weidenbaum sich übern Bach
Und zeigt im klaren Strom sein graues Laub,
Mit welchem sie phantastisch Kränze wand
Von Hahnfuß, Nesseln, Maßlieb, Kuckucksblumen,
Die dreiste Schäfer derber wohl benennen,
Doch unsre Mädchen Toten-Mannes-Finger.
Dort, als sie aufklomm, um ihr Laubgewinde
An den gesenkten Ästen aufzuhängen,
Zerbrach ein falscher Zweig, und nieder fielen
Die rankenden Trophäen und sie selbst
Ins weinende Gewässer. Ihre Kleider
Verbreiteten sich weit und trugen sie
Sirenen gleich ein Weilchen noch empor,
Indes sie Stellen alter Weisen sang,
Als ob sie nicht die eigne Not begriffe,
Wie ein Geschöpf, geboren und begabt
Für dieses Element. Doch lange währt’ es nicht,
Bis ihre Kleider, die sich schwer getrunken,
Das arme Kind von ihren Melodien
Hinunterzogen in den schlammigen Tod.
Interessant mitunter die botanischen Kenntnisse, wie die Erwähnung von Orchis mascula, die Schlegel Kuckucksblume nennt. Shakespeares Ophelia fand, über das obige Bild von Millais, auch mehrfach Eingang in die moderne Popkultur: Das Gemälde inspirierte u. a. das Kylie Minogue Video Where the Wild Roses Grow. Für unseren Geschmack, visuell etwas zu dick aufgetragen, aber gut gesungen. Die Fluss-Szene mit Kirsten Dunst in Lars von Triers Kinofilm Melancholia (ab 6:15 min) ist ebenfalls von Ophelia beeinfflusst. Wir empfinden die Drei Ophelia Lieder (1918) von Richard Strauss als eine der interessantesten Umsetzungen des Ophelia-Stoffs: komplexe Harmonien, die für den einen oder anderen Hörer wahrscheinlich wie anstrengender, moderner Jazz klingen. Folkig-romantisch dagegen, die Gruppe The Decemberist, deren Lied You’ll Not Feel the Drowning auf YouTube mit vielen verschiedenen Ophelia-Gemälden illustriert ist. Von den Verfilmungen gefällt uns der Hamlet (Clip) von Franco Zeffirelli am besten: Eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen, Musik von Ennio Morricone und eine exzellente Ophelia von Helena Bonham Carter. Hier zeigt sich dass Kunst, wie die von William Shakespeare auch nach rund 400 Jahren noch spannend ist. Und immer bleiben wird. Wir feiern heute, am 23. April, den Geburtstag des Barden.
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Avenita Redaktion

Wham, bam thank you Bram: On the 100. anniversary of Bram Stoker's death we look at the homage to 'Dracula' that is Stephen King's 'Salem's Lot (1975)

Heute vor 100 Jahren, am 20. April 1912, starb Bram Stoker. Mit seinem Hauptwerk Dracula (1897) schaffte Stoker es, alte Mythen in einen damals sehr modernen Kontext zu setzen. Auf so prägnante Weise dass der Stoff heute noch das Horrorgenre prägt. Stephen Kings Roman ‘Salem’s Lot (1975) ist eine Art Hommage an Stokers Dracula und wurde auf Deutsch als Brennen muss Salem veröffentlicht. Ein neues Vorwort von King für die 2005-Ausgabe, erschien auch auf Deutsch. Aber Kings umfangreiches Vorwort für die Neuausgabe vom Jahr 1999 (siehe unsere englische Taschenbuchausgabe im Foto) ist, soweit wir sehen können, nicht auf Deutsch erschienen. King erzählt darin dass er Stokers Dracula zum ersten Mal im Alter von neun oder zehn Jahren las, so um das Jahr 1957. Möglicherweise hatte ein Schulfreund die Geschichte erwähnt. Seine Mutter besorgte ihm das Buch aus der Stratford Public Library, in Connecticut wo die Familie damals lebte. Stephen merkte dass es ein oft ausgeliehener Band war: umgeknickte Seiten, hier und da ein Whiskyfleck. Etwas das ihm gefiel. King findet, dass nichts so sehr die Macht von guten Geschichten veranschaulicht wie Leihbücher – die Art wie gute Geschichten bestehen bleiben, während wir Menschen dahinaltern. Dracula war auch Kings erste Bekanntschaft mit der Form des Tagebuch- oder Briefromans. Er fand an dem anfangs etwas fragmentarisch wirkenden Stil jedoch Gefallen, weil es etwas detektivhaftes an sich hat. Er liebte die Geschichte, speziell die Art wie die furchtlosen Vampirjäger dem Grafen Dracula hinterhersetzten. Als King zehn Jahre später, also mit 19 ode 20 Jahren, Tolkiens Der Herr der Ringe entdeckte, kam ihm diese Trilogie vor wie eine etwas weniger düstere Version von Stokers Dracula: mit Frodo in der Rolle von Jonathan Harker. Gandalf als Van Helsing und Sauron als Quasi-Vampirgraf. Aber noch vor der Bekanntschaft mit Tolkien lernte King, im Alter von etwa 11 Jahren, eine neue, sehr amerikanische Version von Vampiren kennen. Nämlich in Form von EC Comics. Speziell die Tales from the Crypt Reihe. Die blutrünstigen Illustrationen von Graham Ingels ließen Bram Stokers Vampir-Beschreibungen regelrecht delikat erscheinen. Die EC-Vampire fuhren in Autos herum, betrieben Restaurants…hingen ihre Opfer kopfüber an die Decke und befestigten Zapfhähne an ihren Hälsen. Eine Gemeinheit! Seine nächste Begegnung mit Dracula kam im Jahr 1971 als der 24-jährige Stephen King Lehrer war und einen Kurs über Fantasy und Science Fiction gab. King hatte befürchtet dass Dracula ihn nach so vielen Jahren und bei genauerem Hinsehen entäuschen würde, so wie es bei Lieblingsbüchern aus der Kindheit oft der Fall ist. Aber ihm gefiel Dracula sogar noch besser als vorher: Große Bücher, meint King, werden mit der Zeit größer, Eines Abends dachte King in Anwesenheit seiner Ehefrau Tabitha laut darüber nach, wie es wäre wenn Dracula, anstatt im London des 19. Jahrhunderts ins New York der 1970er Jahre gekommen wäre? Die Ehefrau fand es aber spannender wenn der Graf bei Mehr lesen…

Every picture tells a story: Über 500 Pubs in England heißen 'The Royal Oak'. Wir wollten wissen, warum?

Reklame kann auf interessante Weise künstlerische und sozialgeschichtliche Aspekte verbinden. Britische Pubs, die in etwa das Äquivalent von deutschen Kneipen oder Wirtschaften sind, haben eine Tradition von Schildern, oftmals sprichwörtlich Aushängeschildern die beidseitig und aufwendig bemalt sind. Die Schilder sind Prestigeobjekte, und professionelle Schildermaler arbeiten Tage oder auch mal eine Woche lang daran. Wirte legen Wert auf individuelle Gestaltung, deshalb sind bei bestimmten Pub-Namen die hundertfach vorkommen, die Schilder oft sehr verschieden. Ein kurzer Blick auf das Ergebnis der Google-Bildsuche für The Royal Oak zeigt dutzende Resultate, wobei auf Anhieb keins unserem Foto gleicht. Britische Pubs sind oft sehr gemütlich eingerichtet, fast wie Wohnzimmer, selbst hier bei uns an der Costa del Sol gibt es englische Pubs mit Kaminfeuern, Teppichen…manchmal sogar Sofas. Tatsächlich entwickelten sich britische Pubs aus den Wohnzimmern von Leuten die zuhause Bier brauten. Vor Hunderten von Jahren, als es noch keine Geschäfte gab die Bier in Flaschen verkauften, ging man in seiner Umgebung zu Leuten von den es sich herumgesprochen hatte dass sie gutes Bier oder ale brauten. So wurden aus privaten Häusern ale houses oder public houses, kurz: Pubs. Wenn solche Häuser nahe von Verkehrswegen lagen, kam auch fahrende Kundschaft dazu. Auf den rauen Straßen des Mittelalters hätte ein Pferdewagen, vermuten wir mal, alle 10 oder 15 Kilometer eine Rast machen müssen. Auch heute noch bieten viele Pubs in ländlichen Gegenden neben Speis und Trank auch Bed & Breakfast. Dass Pubs im Laufe der Zeit auch viel Kundschaft von Postkutschen und später Eisenbahnreisenden bekamen, spiegelt sich in häufigen Pub-Namen wie Post Inn oder Railway Inn. Die Tatsache dass viele Pub-Namen auf Legenden und oft auch historische Ereignisse anspielen, vermittelt eine Vorstellung von damaligen Gesprächsthemen. Dass über 500 englische Pubs The Royal Oak heißen, beruht auf Charles II. Der englische König kehrte 1651 aus dem Exil zurück und versuchte das Parlament zu besiegen. Als er jedoch mit seiner Armee in der Schlacht von Worcester von Cromwell geschlagen wurde, musste er flüchten. Eine königstreue Familie versteckte ihn in einem hohlen Eichenbaum. Als Charles es 1660 schaffte, die Monarche wiederherzustellen, wurde diese Eiche The Royal Oak genannt – und kultig. Der Baum wurde im Laufe der Zeit von Souvenirjägern sprichwörtlich in Stücke gerissen, aber an seiner Stelle eine neue Eiche gepflanzt die heute noch steht, und in Boscobel House, Shropshire heute noch besucht werden kann

Info  Wiki-Artikel mit häufigsten Namen englischer Pubs / über Eichenbaum The Royal Oak

Ausschnitt von Titians Gemälde 'Die Flucht nach Ägypten'. Zur Zeit in Londons National Gallery zu besichtigen

Eine bemerkenswerte Geschichte aus England die, soweit wir sehen, in deutschen Medien noch nicht erwähnt wurde. Es geht um ein Gemälde das Katharina die Große im Jahr 1768 nach Russland brachte: Das Bild ‘Die Flucht nach Ägypten‘ von dem Renaissance-Künstler Tizian hatte seitdem, also 244 Jahre lang, Russland nicht mehr verlassen. Jetzt ist das Bild erstmals, und nur für ein paar Monate, in der National Gallery von London zu sehen. Danach könnte es lange dauern bis das Bild Russland nochmal verlässt. Für Kunstliebhaber möglicherweise eine once in a lifetime Gelegenheit. Das über drei Meter breite Gemälde hat mehrere Besonderheiten: Es ist ein frühes Werk das von Tizian (1488 – 1576) noch im Teenageralter gemalt wurde. Zudem enthält ‘Die Flucht nach Ägypten‘ (1506) interessante Details und sogar Hinweise auf Tizians Leben. Das Bild handelt davon dass Josef und Maria mit dem kleinen Jesuskind nach Ägypten flüchten um König Herodes zu entgehen – so gemäß dem Matthäus-Evangelium, Kapitel 2 (Bibelstelle online, Universität Innsbruck). Auf technischer Ebene fällt auf, wie aufwendig Tizian Josef und Marias wallende Tücher und Gewänder malte. Viel Ausdruckskraft auch in der Art wie Maria liebevoll Jesus an sich drückt. Das ganze Gemälde ist lebendig mit Details von Bäumen, Gräsern und Blumen. Im Hintergrund sind Berge (im Format unseres Bildausschnitts nicht zu sehen) und ein Fluss. Unweit davon sitzen zwei Schäfer unter einem Baum und sprechen mit einem römischen Soldaten. Mit Fuchs, Adler, Rehbock, Schaf und Bulle ist hier eine erstaunliche Vielfalt an Tieren – wobei das Erstaunlichste an dieser idyllischen Flora und Fauna ist dass sie nicht besonders wie eine mittelöstliche Landschaft aussieht! Dies ist einer der Hinweise auf Tizians persönlichem Hintergrund: Er lebte und arbeitete seit seinem neunten Lebensjahr in Venedig, war aber nicht dort geboren, sondern stammte aus dem alpinen Städtchen Pieve di Cadore, grün und von Bergen umgeben. Tizian gab der biblischen Szene also ein heimatliches Idyll, und nicht nur das: Denn wer ist eigentlich der junge Bursche der frohgemut den Esel mit Jesus und Maria voranführt? Da in der Bibel von diesem Burschen keine Rede ist, kann es gut sein dass der Teenager Tizian sich in diese Rolle sprichwörtlich selber hineinversetzte, mitfühlte…dabei sein wollte. Diese Art von Anteilnahme oder Identifikation mit einem Thema ist ja vielleicht das was dem künstlerischen Schaffen etwas Besonderes und Inspirierendes verleiht.

Info Ausstellung Titian’s First Masterpiece National Gallery London 4 April – 19 August 2012. Eintritt frei / Wiki-Artikel über das Kunstmuseum National Gallery  / und den Künstler Tizian. / Hinweis: Foto ist ein Bildausschnitt / Note: Photo is an excerpt and doesn’t represent the painting faithfully

Paint it Black: Das düstere Mantra des Raben passt zu vielen Fragen. Lust, es mal auszuprobieren? Nimmermehr!

Bevor man im Internet eine riesige Zahl von Gedichtsklassikern jederzeit online lesen konnte, musste man sie in Buchform kaufen. Auch die gemeinfreien Sachen. Wir lieben das Netz, sind aber nicht so sicher ob dadurch tatsächlich mehr Gedichte gelesen werden. Wenn man früher zum Laden ging und sich ein Buch kaufte, fühlte man danach eine gewisse, naja, Verpflichtung das Ding auch zu lesen. Während wir heute Online-Texte die wir auschecken wollten oftmals Wochen und Monate vor uns herschieben. Nach der Devise: Kann warten, ist ja immer da! Eins der ersten Bücher mit Gedichten das wir uns als Teenager kauften war ein Band von Edgar Allan Poe, der allerdings auch seine Geschichten enthielt. Möglicherweise beeinflusst von dem seinerzeit ziemlich innovativen Progrockalbum Tales of Mystery and Imagination (1976) von Alan Parsons Project, das u. a. The Raven von Poe vertonte. Mit dem markanten Vocoder-Effekt. Auch das Gedicht Der Rabe hat eine gewisse effekthascherische Ader, aber man muss Poe zu Gute halten dass sich seine Sachen bestens zum laut vortragen eignen, z. B. in der Runde um ein Lagerfeuer. Solche Situationen waren ja vielleicht auch mal die Geburtsstätte der Dichtkunst. Anlass für die Erwähnung von Poe ist der neue Spielfilm The Raven (2012), hier der Tralier, mit John Cusack in der Rolle von Edgar Allan Poe. Der Film handelt davon dass ein Killer die Stoffe von Poe als Vorbild für eine Mordserie nimmt. Der Trailer wirkt demgemäß ziemlich reisserisch und vielleicht wäre ein subtilerer Filmstil nach der Art von BBC TV-Produktionen günstiger. Aber wenn Filmemacher literarische Themen aufgreifen, stehen wir so Sachen erst mal grundsätzlich positiv gegenüber. Und wahrscheinlich hätte Poe den reisserischen Stil sogar bevorzugt. Er war ein sehr abenteuerlicher Typ der alles andere schaffte als in Würde zu altern! Und es gab auch mehrere echte und tragische Todesfälle in seinem Leben: Als kleines Kind starb ihm seine Mutter weg, dann seine Adoptivmutter und dann auch noch seine eigene junge Ehefrau. Ist es ein Wunder dass der Mann über die düsteren Seiten der menschlichen Existenz schrieb? Der alles verneinende und schwarzmalende Rabe im Gedicht ist, so wie wir es interpretieren, nichts anderes als ein Teil der Psyche des Erzählers, der aus Verzweiflung über den Tod seiner Geliebten den Verstand verliert. Es gibt im Internet mehrere Lesungen des Gedichts: Die beste deutsche Version – wunderbar effekthascherisch mit Musik unterlegt – ist vielleicht die von Ulrich Pleitgen, der von den Ansätzen eines verzweifeltes Lachens guten Gebrauch macht. Wir werden jetzt selber alle Register ziehen, und Ihnen mit folgenden Links den deutschen Text, und gleichzeitig die Lesung mit Geräuschkulisse und ein paar Bildern servieren. Am virtuellen Lagerfeuer des Internets.

Der Rabe in deutscher Textversion, plus dramatisierte Lesung auf YouTube / Wiki-Artikel über das Gedicht / und den neuem Spielfilm The Raven (2012). Deutscher Kinostart: September 2012.

Medien Rory Gallagher: Tonband & Fotos von 1964 gefunden

Rory Gallagher always sounded - and looked! - great to us. New story about him in the Irish Independent. Link below

Schön, mal wieder von Rory Gallagher (1948 – 1995) in den Medien zu hören. Der sympathische Mann aus Irland war und ist einer unserer Lieblingsgitarristen. In Irland hat ein Mann in dem Dorf Riverstick 48 Jahre alte Fotos von Rory Gallagher und ein ebenso altes Tonband mit den allerersten Aufnahmen von dem irischen Kult-Gitarristen gefunden. Die Sachen stammen aus dem Jahr 1964, und schon allein die Fotos sind klasse. Wer hätte gedacht, Rory mal mit Schlips und Anzug zu sehen? Wunderbar: Der Typ sah einfach immer gut aus! Das Holzfellerhemd wurde später eins seiner Markenzeichen. Rorys berühmte Fender Stratocaster 1961 hatte damals noch eine ordentliche Schicht Lack drauf. Zur Herkunft der Fotos und Aufnahmen: Rory hatte im Jahr 1964 mit seiner damaligen Gruppe namens Fontana Showband in Londons Kingsway Studios fünf Demos aufgenommen, eins davon Slow Down, eine eigene Komposition die bisher unbekannt war. Das Tonband und die Fotos, die offensichtlich als Publicity-Material gedacht waren, landeten bei Phil Prendergast, dem damaligen Manager der Fontana Showband. In das Dorf Riverstick kamen die Aufnahmen als Prendergasts Ehefrau vor Jahren bei einem Umzug ein paar Sachen zum Aufbewahren an einen Bekannten gab. Dieser Mann, Tim O’Leary, fand vor kurzem darunter einen Aktenordner mit dem Scotch-Tonband und den Fotos. Wir fanden die Geschichte in der Druckausgabe des Irish Independent (siehe Foto), über das Link unten kann man den Artikel und die schönen alten Bilder von Rory auschecken. Die CD oben im Foto ist übrigens ein Albumklassiker von Rory Gallagher: Live in Europe (1972) mit starken Liedern wie Bull Frog Blues. Als 2011 Remaster für ca. 7 Euro bei Amazon.de erhältlich. Mit den zwei Bonus-Tracks What in the World (7:57) und Hoodoo Man (5:56) hat das Album jetzt ca.1 Stunde Spieldauer. Starke Kaufempfehlung.

Info Der Artikel über den Fund im Irish Independent / Deutscher Wiki-Artikel über Rory Gallagher / Die Offizielle Website für Rory, mit super Filmaufnahmen / Dokumentarfilm über Rory auf Youtube.

Der Roman 'Die Frau in Schwarz' von Susan Hill, Originaltitel The Woman in Black, wurde mit Daniel Radcliffe verfilmt

Unsere Überschrift bezieht sich darauf dass Susan Hills Roman Die Frau in Schwarz gerade vom den legendären englischen Hammer Studios als Kinofilm herausgebracht wurde. Übrigens sehr erfolgreich, mit dem Harry Potter Darsteller Daniel Radcliffe. Trailer am Ende des Artikels. Die BBC-Radioproduktion, Link ebenfalls unten, hält sich mehr an die Romanvorlage. Wir haben uns gerade den ersten von vier Teilen angehört: Gut gemacht. Eine Frau namens Alice Drablow ist im Alter von 87 Jahren gestorben und Arthur Kipps, der junge Repräsentant ihrer Anwaltskanzelei muss nach Nordengland zu ihrem Begräbnis fahren. Er wird außerdem beauftragt, sämtliche Papiere und Dokumente aus dem Haus der Frau einzusammeln und zur Kanzelei zu bringen. Sein Chef war selber als Kind dort und scheint eine Ausrede zu suchen um einen weiteren Besuch zu vermeiden. Die alte Frau lebte an der Nordseeküste, in einem Haus im Marschland das man nur bei Ebbe, über einen Wall namens Nine Lives Causeway erreichen kann. Ihr gehörte auch ein alter verfallener Bauernhof der halb unter Wasser liegt. Kipps macht die Eisenbahnreise von London nach Nordengland und, in der kleinen Stadt von Crythin Gifford angekommen, bemerkt dass schon die Erwähnung des Namens der alten Frau, besorgte Reaktionen hervorruft  Bei ihren Begräbnis sieht Kipps nur einen einzigen Gast: Eine Frau in Schwarz. Und so beginnt, was alles in allem eine ziemlich gute Spukgeschichte in alten Stil ist. Die Verfilmung lässt die Rahmengeschichte des Romans aus, in der Arthur Kipps 30 Jahre später, in der Nacht vor Weihnachten mit seiner Familie am Kamin sitzt und Leute sich Gespenstergeschichten erzählen. Im Hörspiel ist diese Szene enthalten und schafft extra Spannung, denn Kipps ist unwillig von der Frau in Schwarz zu sprechen und offenbar immer noch erschüttert. Ein klares Signal für Fans von Hörspielen, selber die Beine am Kaminfeuer auszustrecken, sich ein Glässchen was-auch-immer zu gönnen und froh zu sein dass all dies jemand anderem und nicht einem selber passiert ist. Teil 1, A Journey and a Funeral und Teil 2. The Nursery and a Child sind schon online und für einige Tage kostenlos abrufbar. Die letzten beidenTeile werden ebenfalls bald freigeschaltet

Info BBC Hörspiel The Woman in Black (1 & 2 von 4 Teilen) / Trailer für Kinoverfilmung Die Frau in Schwarz. Susan Hill Romanvorlage bei Amazon.de für ca. 10 Euro auf Deutsch erhältlich / Englisch auch als Kindle Edition / Audiobook (Lesung) unter Suchbegriff  The Woman in Black [Audiobook] [Audio CD]